<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.3 20210610//EN"
                  "http://jats.nlm.nih.gov/archiving/1.3/JATS-archivearticle1-3.dtd">
<article xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" dtd-version="1.3" article-type="other">
<front>
<journal-meta>
<journal-id></journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>forTEXT</journal-title>
</journal-title-group>
<issn publication-format="electronic">2943-212X</issn>
<publisher>
<publisher-name>Universitäts- und Landesbibliothek
Darmstadt</publisher-name>
<publisher-loc>Darmstadt</publisher-loc>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.48694/fortext.3806</article-id>
<title-group>
<article-title>Toolbeitrag: Protégé</article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<contrib-id contrib-id-type="orcid">0000-0001-7217-3136</contrib-id>
<name>
<surname>Jacke</surname>
<given-names>Janina</given-names>
</name>
<email>jacke@ndl-medien.uni-kiel.de</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1"/>
</contrib>
<aff id="aff-1">
<institution-wrap>
<institution>Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</institution>
</institution-wrap>
</aff>
</contrib-group>
<volume>1</volume>
<issue>12</issue>
<issue-title>Projektkonzeption</issue-title>
<pub-history>
<event>
<event-desc>Erstveröffentlichung: 09.03.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/tools/tools/protege">fortext.net</ext-link>
<date date-type="origdate" iso-8601-date="2020-03-09">
<day>09</day>
<month>03</month>
<year>2020</year>
</date>
</event-desc>
</event>
</pub-history>
<permissions>
<license license-type="open-access">
<ali:license_ref xmlns:ali="http://www.niso.org/schemas/ali/1.0/">https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/</ali:license_ref>
<license-p>-This work is licensed under a Creative Commons
Attribution-ShareAlike 4.0 International License.</license-p>
</license>
</permissions>
</article-meta>
</front>
<body>
<p><bold>Erstveröffentlichung:</bold> 09.03.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/tools/tools/protege">fortext.net</ext-link></p>
<fig>
  <caption><p>Abb.1: Der Workflow von Protégé Desktop: Vorab:
  Installation des Tools; Input: Import einer vorhandenen Ontologie im
  OWL-Format (oder Erstellung einer eigenen Ontologie ohne Import);
  Interface: Erstellung oder Bearbeitung von Klassen, Eigenschaften
  etc., ggf. Ableitung von Regeln (Axiomen); Output: Export der
  erstellten/bearbeiteten Ontologie oder der abgeleiteten Axiome als
  Ontologie im OWL-Format</p></caption>
  <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Abbildung_1_neu_pap.png" />
</fig>
<list list-type="bullet">
  <list-item>
    <p><bold>Systemanforderungen:</bold> Protégé Desktop kann
    heruntergeladen und mit Windows, Mac-Betriebssystemen oder Linux
    offline genutzt werden. Die plattformspezifischen Versionen
    enthalten bereits Java, so dass dieses nicht gesondert installiert
    werden muss. WebProtégé kann online mit allen großen Browsern (vgl.
    <xref alt="Browser" rid="glossary-browser">Browser</xref>) genutzt
    werden. Desktop- und Browser-Version (vgl.
    <xref alt="Webanwendung" rid="glossary-webanwendung">Webanwendung</xref>)
    sind kreuzkompatibel.</p>
  </list-item>
  <list-item>
    <p><bold>Stand der Entwicklung:</bold> Protégé wurde 1999
    erstveröffentlicht, die aktuelle Version ist v.5.5.0 aus 2019.
    <bold>Herausgeber:</bold> Das Tool wurde am Institut für
    Medizinische Informatik der Stanford University (anfänglich in
    Kooperation mit der University of Manchester) entwickelt und ist
    mittlerweile als Open-Source-Software verfügbar.</p>
  </list-item>
  <list-item>
    <p><bold>Lizenz:</bold> kostenfrei nutzbar unter Open-Source-Lizenz
    (BSD 2-clause license)</p>
  </list-item>
  <list-item>
    <p><bold>Weblink:</bold>
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://protege.stanford.edu/">https://protege.stanford.edu/</ext-link></p>
  </list-item>
  <list-item>
    <p><bold>Im- und Export:</bold> Im- und Export von Ontologien sind
    in Protégé unter anderem in den Formaten
    RDF/<xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref>, OWL/XML, Turtle,
    OBO, LaTeX und JSON möglich.</p>
  </list-item>
  <list-item>
    <p><bold>Sprachen:</bold> Keine Angabe</p>
  </list-item>
</list>
<sec id="für-welche-fragestellungen-kann-protégé-eingesetzt-werden">
  <title>1. Für welche Fragestellungen kann Protégé eingesetzt
  werden?</title>
  <p>Protégé ist ein Tool für die Erstellung komplexer Ontologien
  (<xref alt="Jacke und Gerstorfer 2024" rid="ref-jackeMethodenbeitragEntwicklungKategoriensystemen2021" ref-type="bibr">Jacke
  und Gerstorfer 2024</xref>), d. h. es können Kategorien für die
  Beschreibung eines (beispielsweise literarischen) Gegenstandsbereichs
  festgelegt, untereinander verknüpft und ausführlich beschrieben
  werden. Das Tool unterstützt also die wissenschaftliche Modell- bzw.
  Theoriebildung. Die erstellten Ontologien können außerdem teilweise
  als Tagsets für die Annotation
  (<xref alt="Jacke 2024" rid="ref-jackeMethodenbeitragManuelleAnnotation2018" ref-type="bibr">Jacke
  2024</xref>) von Texten verwendet werden. Mögliche
  literaturwissenschaftliche Fragestellungen lauten: Welche
  literaturwissenschaftlichen Gattungen und Genres existieren und in
  welcher Verbindung stehen diese zueinander? Welche Typen
  unzuverlässigen Erzählens gibt es – und kann ein Erzähler zugleich
  mimetisch und axiologisch unzuverlässig sein? Welche weiteren
  Kategorisierungen ergeben sich automatisch, wenn eine Textstelle in
  einem Gedicht als Metapher eingeordnet wird?</p>
</sec>
<sec id="welche-funktionalitäten-bietet-protégé-und-wie-zuverlässig-ist-das-tool">
  <title>2. Welche Funktionalitäten bietet Protégé und wie zuverlässig
  ist das Tool?</title>
  <p><italic>Funktion:</italic></p>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Erstellung von Kategorien zur Beschreibung eines
      Gegenstandsbereichs</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Beschreibung von Kategorien</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Verknüpfung von Kategorien durch Festlegung von Beziehungen</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Kombination freier Ontologieerstellung mit standardisierten
      Komponenten</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Import bestehender Ontologien</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Automatische Konsistenzüberprüfung und Schlussfolgerungen für
      erstellte Ontologien</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Individualisierbare Nutzeroberfläche</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Zahlreiche Dokumentationsmöglichkeiten</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Komplexe Kollaborationsoptionen</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Plugins verfügbar, z. B. für die Visualisierung von
      Ontologien</p>
    </list-item>
  </list>
  <p><italic>Zuverlässigkeit:</italic> Protégé funktioniert
  zuverlässig.</p>
</sec>
<sec id="ist-protégé-für-dh-einsteigerinnen-geeignet">
  <title>3. Ist Protégé für DH-Einsteiger*innen geeignet?</title>
  <table-wrap>
    <table>
      <colgroup>
        <col width="50%" />
        <col width="50%" />
      </colgroup>
      <thead>
        <tr>
          <th>Checkliste</th>
          <th>✓ / teilweise / –</th>
        </tr>
      </thead>
      <tbody>
        <tr>
          <td>Methodische Nähe zur traditionellen
          Literaturwissenschaft</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Grafische Benutzeroberfläche</td>
          <td>✓</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Intuitive Bedienbarkeit</td>
          <td>–</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Leichter Einstieg</td>
          <td>–</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Handbuch vorhanden</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Handbuch aktuell</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Tutorials vorhanden</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Erklärung von Fachbegriffen</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
        <tr>
          <td>Gibt es eine gute Nutzerbetreuung?</td>
          <td>teilweise</td>
        </tr>
      </tbody>
    </table>
  </table-wrap>
  <p>Protégé ist nur lose an die traditionelle Literaturwissenschaft
  angebunden – primär ist das Tool auf die Erstellung von Ontologien in
  naturwissenschaftlichen Disziplinen ausgelegt. Generell wird in den
  Literaturwissenschaften nur punktuell mit Ontologien bzw. Taxonomien
  gearbeitet, beispielsweise im Rahmen narratologischer Untersuchungen
  oder formaler Gedichtanalyse. Dabei spielen allerdings in Protégé
  verfügbare Optionen wie die Festlegung differenzierter Beziehungen
  zwischen Kategorien oder das Ziehen logischer Schlüsse auf Basis einer
  Ontologie in literaturwissenschaftlichen Kontexten gemeinhin keine
  Rolle.
  Obwohl Protégé eine anpassbare grafische Nutzeroberfläche aufweist,
  ist die Verwendung des Tools für DH-Einsteiger*innen nicht intuitiv:
  Vorausgesetzt wird Wissen über die Ontologie-Beschreibungssprache OWL
  (Web Ontology Language), die beispielsweise festlegt, welche Elemente
  Ontologien aufweisen können (Klassen, Relationen, Attribute, Regeln
  etc.).
  Für die Desktop- und die Web-Variante von Protégé sind Handbücher
  vorhanden, allerdings setzen diese bereits einiges Vorwissen voraus
  und sind darüber hinaus – gemessen an den umfangreichen Funktionen von
  Protégé – recht knapp. Dies gilt insbesondere für das Handbuch für
  WebProtégé. Dieses verweist zudem teilweise auf Vorträge, die sich auf
  frühere Protégé-Versionen beziehen, und einige verlinkte Tutorials
  existieren nicht mehr. Beides lässt darauf schließen, dass das
  Handbuch nicht gründlich aktualisiert wird. Es sind dennoch einige
  aktuelle Tutorials verfügbar, die allerdings nicht systematisch die in
  Protégé zur Verfügung stehenden Funktionen abdecken. Handbuch und
  Tutorials für die Desktop-Variante sind dagegen systematischer und
  aktuell.
  Fachbegriffe werden in Protégé selbst und in Handbuch bzw. Tutorials
  teilweise erläutert. Diese Erklärungen setzen jedoch in der Regel auf
  einer höheren Ebene an, als es für literaturwissenschaftliche
  Einsteiger*innen in die DH nötig wäre.
  Das Protégé-Projekt bietet unterschiedliche Varianten der
  Nutzerbetreuung an. Zuvorderst zu nennen ist hier eine Mailingliste,
  über die Fragen zum Tool gestellt werden können, die dann wiederum von
  anderen Nutzer*innen oder dem Protégé-Entwickler-Team beantwortet
  werden. Frühere Anfragen, die über diese Liste verschickt worden sind,
  können im Archiv der Liste eingesehen werden. Dort lässt sich
  allerdings auch erkennen, dass nicht jede gestellte Frage beantwortet
  wird. Zudem werden kostenpflichtige Protégé-Kurse und Beratung
  angeboten.</p>
</sec>
<sec id="wie-etabliert-ist-protégé-in-den-literatur-wissenschaften">
  <title>4. Wie etabliert ist Protégé in den
  (Literatur-)Wissenschaften?</title>
  <p>Protégé ist mit ca. 300.000 registrierten Nutzer*innen das am
  meisten genutzte Tool zur Ontologieerstellung und kommt insbesondere
  in naturwissenschaftlichen Kontexten zum Einsatz. In den
  Literaturwissenschaften, auch in den digitalen, findet es bisher kaum
  Anwendung.</p>
</sec>
<sec id="unterstützt-protégé-kollaboratives-arbeiten">
  <title>5. Unterstützt Protégé kollaboratives Arbeiten?</title>
  <p>Ja, Protégé bietet zahlreiche und komplexe
  Kollaborationsmöglichkeiten – ebenso wie facettenreiche Optionen der
  Dokumentation und der Versionierung, die kollaboratives Arbeiten
  ebenfalls erleichtern. So können Projekte bzw. Ontologien in
  unterschiedlichen Modi mit anderen registrierten Nutzer*innen geteilt
  werden. Außerdem werden alle Änderungen an Ontologien gespeichert und
  können eingesehen werden. Dabei haben Nutzer*innen die Möglichkeit,
  auch ältere Versionen einer Ontologie herunterzuladen. Alle Elemente
  der Ontologien können darüber hinaus mit Notizen unterschiedlicher
  Kategorien versehen werden – beispielsweise mit Kommentaren, Vor- oder
  Ratschlägen–, die die Kommunikation zwischen Teamkolleg*innen
  vereinfachen und effizient machen.</p>
</sec>
<sec id="sind-meine-daten-bei-protégé-sicher">
  <title>6. Sind meine Daten bei Protégé sicher?</title>
  <p>Ja. Für den Download der Desktop-Version von Protégé ist es
  erforderlich, einen Namen und eine Projektbeschreibung anzugeben.
  Dabei können allerdings beliebige Angaben getätigt werden. Für die
  Nutzung der Web-Version müssen Name und E-Mail-Adresse angegeben sowie
  ein Passwort vergeben werden. Die E-Mail wird allerdings nicht
  (beispielsweise im Rahmen eines Bestätigungsvorgangs) überprüft. Die
  in WebProtégé erstellten Ontologien sind nur in einem gesicherten
  Login-Bereich verfügbar. Persönliche und in Protégé erstellte Daten
  werden nicht weitergegeben – sie werden aber ggf. analysiert, um die
  angebotenen Dienstleistungen aufrechtzuerhalten und zu verbessern.</p>
  <p>Wenn Sie in Protégé bereits existierende Ontologien importieren
  möchten, sollten Sie darauf achten, dass Sie dazu berechtigt sind,
  diese Ontologien zu verwenden.</p>
</sec>
<sec id="externe-und-weiterführende-links">
  <title>Externe und weiterführende Links</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Protégé Ontology Editor:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106125431/https://protege.stanford.edu/">https://web.archive.org/web/20241106125431/https://protege.stanford.edu/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.24)</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="glossar">
  <title>Glossar</title>
  <def-list>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-annotation">Annotation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Annotation beschreibt die manuelle oder automatische
        Hinzufügung von Zusatzinformationen zu einem Text. Die manuelle
        Annotation wird händisch durchgeführt, während die
        (teil-)automatisierte Annotation durch
        <xref alt="Machine-Learning-Verfahren" rid="glossary-machine-learning">Machine-Learning-Verfahren</xref>
        durchgeführt wird. Ein klassisches Beispiel ist das
        automatisierte
        <xref alt="PoS-Tagging" rid="glossary-pos">PoS-Tagging</xref>
        (Part-of-Speech-Tagging), welches oftmals als Grundlage
        (<xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>)
        für weitere Analysen wie Named Entity Recognition (NER) nötig
        ist. Annotationen können zudem deskriptiv oder analytisch
        sein.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-browser">Browser</styled-content></term>
      <def>
        <p>Mit Browser ist in der Regel ein Webbrowser gemeint, also ein
        Computerprogramm, mit dem das Anschauen, Navigieren auf, und
        Interagieren mit Webseiten möglich wird. Am häufigsten genutzt
        werden dafür Chrome, Firefox, Safari oder der Internet
        Explorer.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-html">HTML</styled-content></term>
      <def>
        <p>HTML steht für <italic>Hypertext Markup Language</italic> und
        ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung
        elektronischer Dokumente. HTML-Dokumente werden von
        <xref alt="Webbrowsern" rid="glossary-browser">Webbrowsern</xref>
        dargestellt und geben die Struktur und Online-Darstellung eines
        Textes vor. HTML-Dateien können außerdem zusätzliche
        <xref alt="Metainformationen" rid="glossary-metadaten">Metainformationen</xref>
        enthalten, die auf einer Webseite selbst nicht ersichtlich
        sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Lemmatisierung von Textdaten gehört zu den wichtigen
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritten
        in der Textverarbeitung. Dabei werden alle Wörter
        (<xref alt="Token" rid="glossary-type-token">Token</xref>) eines
        Textes auf ihre Grundform zurückgeführt. So werden
        beispielsweise Flexionsformen wie „schneller“ und „schnelle“ dem
        Lemma „schnell“ zugeordnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-machine-learning">Machine
      Learning</styled-content></term>
      <def>
        <p>Machine Learning, bzw. maschinelles Lernen im Deutschen, ist
        ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Auf Grundlage
        möglichst vieler (Text-)Daten erkennt und erlernt ein Computer
        die häufig sehr komplexen Muster und Gesetzmäßigkeiten
        bestimmter Phänomene. Daraufhin können die aus den Daten
        gewonnen Erkenntnisse verallgemeinert werden und für neue
        Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten
        Daten verwendet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup">Markup
      (Textauszeichung)</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Textauszeichnung (eng. <italic>Markup</italic>) fällt in
        den Bereich der Daten- bzw. Textverarbeitung, genauer in das
        Gebiet der Textformatierung, welche durch
        <xref alt="Auszeichnungssprachen" rid="glossary-markup-language">Auszeichnungssprachen</xref>
        wie <xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref> implementiert
        wird. Dabei geht es um die Beschreibung, wie einzelne Elemente
        eines Textes beispielsweise auf Webseiten grafisch dargestellt
        werden sollen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup-language">Markup
      Language</styled-content></term>
      <def>
        <p>Markup Language bezeichnet eine maschinenlesbare
        Auszeichnungssprache, wie z. B.
        <xref alt="HTML" rid="glossary-html">HTML</xref>, zur
        Formatierung und Gliederung von Texten und anderen Daten. So
        werden beispielsweise auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        durch ihre Digitalisierung oder ihre digitale Erstellung zu
        Markup, indem sie den Inhalt eines Dokumentes strukturieren.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-metadaten">Metadaten</styled-content></term>
      <def>
        <p>Metadaten oder Metainformationen sind strukturierte Daten,
        die andere Daten beschreiben. Dabei kann zwischen
        administrativen (z. B. Zugriffsrechte, Lizenzierung),
        deskriptiven (z. B. Textsorte), strukturellen (z. B. Absätze
        oder Kapitel eines Textes) und technischen (z. B. digitale
        Auflösung, Material) Metadaten unterschieden werden. Auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        bzw.
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup-language">Markup</xref>
        sind Metadaten, da sie Daten/Informationen sind, die den
        eigentlichen Textdaten hinzugefügt werden und Informationen über
        die Merkmale der beschriebenen Daten liefern.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-named-entities">Named
      Entities</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine Named Entity (NE) ist eine Entität, oft ein Eigenname,
        die meist in Form einer Nominalphrase zu identifizieren ist.
        Named Entities können beispielsweise Personen wie „Nils
        Holgerson“, Organisationen wie „WHO“ oder Orte wie „New York“
        sein. Named Entities können durch das Verfahren der Named Entity
        Recognition (NER) automatisiert ermittelt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pos">POS</styled-content></term>
      <def>
        <p>PoS steht für <italic>Part of Speech</italic>, oder „Wortart“
        auf Deutsch. Das PoS-
        <xref alt="Tagging" rid="glossary-annotation">Tagging</xref>
        beschreibt die (automatische) Erfassung und Kennzeichnung von
        Wortarten in einem Text und ist of ein wichtiger
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritt,
        beispielsweise für die Analyse von
        <xref alt="Named Entities" rid="glossary-named-entities">Named
        Entities</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-preprocessing">Preprocessing</styled-content></term>
      <def>
        <p>Für viele digitale Methoden müssen die zu analysierenden
        Texte vorab „bereinigt“ oder „vorbereitet“ werden. Für
        statistische Zwecke werden Texte bspw. häufig in gleich große
        Segmente unterteilt (<italic>chunking</italic>), Großbuchstaben
        werden in Kleinbuchstaben verwandelt oder Wörter werden
        <xref alt="lemmatisiert" rid="glossary-lemmatisieren">lemmatisiert</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-tei">TEI</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die <italic>Text Encoding Initiative</italic> (TEI) ist ein
        Konsortium, das gemeinsam einen Standard für die Darstellung von
        Texten in digitaler Form entwickelt. Die TEI bietet
        beispielsweise Standards zur Kodierung von gedruckten Werken und
        zur Auszeichnung von sprachlichen Informationen in
        maschinenlesbaren Texten (siehe auch
        <xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref> und
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup">Markup</xref>).</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-type-token">Type/Token</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Begriffspaar „Type/Token“ wird grundsätzlich zur
        Unterscheidung von einzelnen Vorkommnissen (Token) und Typen
        (Types) von Wörtern oder Äußerungen in Texten genutzt. Ein Token
        ist also ein konkretes Exemplar eines bestimmten Typs, während
        ein Typ eine im Prinzip unbegrenzte Menge von Exemplaren (Token)
        umfasst.
        Es gibt allerdings etwas divergierende Definitionen zur
        Type-Token-Unterscheidung. Eine präzise Definition ist daher
        immer erstrebenswert. Der Satz „Ein Bär ist ein Bär.“ beinhaltet
        beispielsweise fünf Worttoken („Ein“, „Bär“, „ist“, „ein“,
        „Bär“) und drei Types, nämlich: „ein“, „Bär“, „ist“. Allerdings
        könnten auch vier Types, „Ein“, „ein“, „Bär“ und „ist“, als
        solche identifiziert werden, wenn Großbuchstaben beachtet
        werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-webanwendung">Webanwendung</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine webbasierte Anwendung ist ein Anwendungsprogramm,
        welches eine Webseite als Schnittstelle oder Front-End
        verwendet. Im Gegensatz zu klassischen Desktopanwendungen werden
        diese nicht lokal auf dem Rechner der Nutzer*innen installiert,
        sondern können von jedem Computer über einen
        <xref alt="Webbrowser" rid="glossary-browser">Webbrowser</xref>
        „online“ genutzt werden. Webanwendungen erfordern daher kein
        spezielles Betriebssystem.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-xml">XML</styled-content></term>
      <def>
        <p>XML steht für <italic>Extensible Markup Language</italic> und
        ist eine Form von
        <xref alt="Markup Language" rid="glossary-markup-language">Markup
        Language</xref>, die sowohl computer- als auch menschenlesbar
        und hochgradig anpassbar ist. Dabei werden Textdateien
        hierarchisch strukturiert dargestellt und Zusatzinformationen i.
        d. R. in einer anderen Farbe als der eigentliche (schwarz
        gedruckte) Text dargestellt. Eine standardisierte Form von XML
        ist das <xref alt="TEI" rid="glossary-tei">TEI</xref>-XML.</p>
      </def>
    </def-item>
  </def-list>
</sec>
</body>
<back>
<ref-list>
  <title>Bibliographie</title>
  <ref id="ref-jackeMethodenbeitragManuelleAnnotation2018">
    <mixed-citation>Jacke, Janina. 2024. Methodenbeitrag: Manuelle
    Annotation. Hg. von Evelyn Gius. <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 4.
    Manuelle Annotation (7. August). doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3748">10.48694/fortext.3748</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/manuelle-annotation">https://fortext.net/routinen/methoden/manuelle-annotation</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-jackeMethodenbeitragEntwicklungKategoriensystemen2021">
    <mixed-citation>Jacke, Janina und Dominik Gerstorfer. 2024.
    Methodenbeitrag: Entwicklung von Kategoriensystemen. Hg. von Evelyn
    Gius. <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 10. Projektkonzeption (29.
    November). doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3805">10.48694/fortext.3805</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/entwicklung-von-kategoriensystemen">https://fortext.net/routinen/methoden/entwicklung-von-kategoriensystemen</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-lohmannVisualizingOntologiesVOWL2016">
    <mixed-citation>Lohmann, Steffen, Stefan Negru, Florian Haag und
    Thomas Ertl. 2016. Visualizing Ontologies with VOWL.
    <italic>Semantic Web</italic> 7, Nr. 4: 399–419.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-marotoFormalDescriptionConceptual2009">
    <mixed-citation>Maroto, Nava und Amparo Alcina. 2009. Formal
    description of conceptual relationships with a view to implementing
    them in the ontology editor Protégé. <italic>Terminology</italic>
    15, Nr. 2: 232–257.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-noyOntologyDevelopment1012001">
    <mixed-citation>Noy, Natalya F. und Deborah L. McGuinness. 2001.
    Ontology Development 101. A Guide to Creating Your First Ontology.
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://protege.stanford.edu/publications/ontology_development/ontology101.pdf">https://protege.stanford.edu/publications/ontology_development/ontology101.pdf</ext-link>
    (zugegriffen: 6. März 2020).</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-schärfeNarrativeOntologies2004">
    <mixed-citation>Schärfe, Henrik. 2004. Narrative Ontologies.
    <italic>Knowledge Economy Meets Science and Technology -
    KEST2004</italic>: 19–26.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-songSemantatorAnnotatingClinical2012">
    <mixed-citation>Song, Dezhao, Christopher G. Chute und Cui Tao.
    2012. Semantator: Annotating Clinical Narratives with Semantic Web
    Ontologies. In: <italic>Proceedings of AMIA Summit on Translational
    Science</italic>.
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="http://swat.cse.lehigh.edu/pubs/song12a.pdf">http://swat.cse.lehigh.edu/pubs/song12a.pdf</ext-link>
    (zugegriffen: 9. März 2020).</mixed-citation>
  </ref>
</ref-list>
</back>
</article>
