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Darmstadt</publisher-name>
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<article-title>Methodenbeitrag: Sentimentanalyse</article-title>
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<surname>Flüh</surname>
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<email>marie.flueh@uni-hamburg.de</email>
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<issue-title>Sentimentanalyse</issue-title>
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<event-desc>Erstveröffentlichung: 16.09.2019 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/sentimentanalyse">fortext.net</ext-link>
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<p><bold>Erstveröffentlichung:</bold> 16.09.2019 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/sentimentanalyse">fortext.net</ext-link></p>
<sec id="definition">
  <title>1. Definition</title>
  <p>Die oft synonym verwendeten Begriffe Sentimentanalyse,
  Stimmungsanalyse oder -erkennung und Opinion Mining (vgl.
  <xref alt="Opinion Mininig" rid="glossary-opinion-mining">Opinion
  Mininig</xref>) bezeichnen einen Teilbereich des Fachgebiets
  „Information Retrieval“ (vgl.
  <xref alt="Information Retrieval" rid="glossary-information-retrieval">Information
  Retrieval</xref>) (u. a. Teilbereich der Computerlinguistik und
  Informatik), in dem die gezielte Suche nach Informationen aus großen
  Textmengen im Fokus steht. Wie der Begriff Sentiment (aus dem Franz.
  <italic>le sentiment</italic> für Gefühl, Stimmung) bereits verrät,
  handelt es sich bei der Sentimentanalyse um die automatisierte Analyse
  (vgl. <xref alt="Text Mining" rid="glossary-text-mining">Text
  Mining</xref>) von in Texten dargestellten menschlichen Gefühlen,
  Empfindungen und/oder Meinungen, die verbalisiert und dadurch nach
  außen getragen werden. In diversen Anwendungen geht es v. a. darum,
  durch eine Sentimentanalyse ein Stimmungsbild zu erzeugen und die im
  Text manifestierten Meinungen und Gefühle herauszufiltern.
  Die Sentimentanalyse ist – oft als kommerzielle Dienstleistung –
  fester Bestandteil diverser Kommunikationsunternehmen und gehört zum
  Methodenkanon der Sozialwissenschaften. Die Anwendungen betreffen u.
  a. die automatisierte Extraktion der in sozialen Netzwerken
  vermittelten Gefühlslagen, die Überwachung von Internet-Foren sowie
  die Erkennung von negativen Äußerungen (Flaming) und deren Entfernung
  oder die Analyse von Kundenfeedback und Online Reviews zur
  Produktverbesserung
  (<xref alt="Ortner 2014" rid="ref-ortnerTextUndEmotionen2014" ref-type="bibr">Ortner
  2014</xref>;
  <xref alt="Liu 2015" rid="ref-liuSentimentAnalysisMining2015" ref-type="bibr">Liu
  2015</xref>). Neben die analytische Funktion der Stimmungsanalyse
  tritt eine prognostische: Sentimentanalysen werden ebenfalls
  eingesetzt, um Hypothesen über mögliche zukünftige menschliche
  Reaktionen – z. B. auf ein Produkt oder zu einem bestimmten Thema –
  anstellen zu können
  (<xref alt="Liu 2015, 3" rid="ref-liuSentimentAnalysisMining2015" ref-type="bibr">Liu
  2015, 3</xref>). Als spezifische Methode der Textanalyse ist die
  Sentimentanalyse in ein interdisziplinäres Forschungsfeld eingebettet,
  und übernimmt Techniken aus den Bereichen Natural Language Processing
  (vgl. <xref alt="NLP" rid="glossary-nlp">NLP</xref>) und Data- bzw.
  Web-Mining
  (<xref alt="Zhang und Liu 2014" rid="ref-zhangAspectEntityExtraction2014" ref-type="bibr">Zhang
  und Liu 2014</xref>).</p>
</sec>
<sec id="anwendungsbeispiel">
  <title>2. Anwendungsbeispiel</title>
  <p>Literaturwissenschaftliche Fragestellungen, die sich durch eine
  Sentimentanalyse beantworten ließen, können auf der Makro- wie auch
  der Mikroebene von Texten ansetzen. Auf Korpusebene (vgl.
  <xref alt="Korpus" rid="glossary-korpus">Korpus</xref>) kann z. B.
  untersucht werden, ob Jean Pauls Werke in der literaturkritischen
  Berichterstattung des 18. Jahrhunderts eher positiv oder eher negativ
  bewertet wurden. Wenn Sie ein einzelnes Dokument untersuchen möchten,
  kann auf einer übergeordneten Dokumentebene z. B. nach den Stimmungen
  gefragt werden, die den Handlungsverlauf in Arthur Schnitzlers
  <italic>Der grüne Kakadu</italic> begleiten. Es können aber auch noch
  kleinere Einheiten betrachtet werden, indem auf der Satzebene z. B.
  analysiert wird, ob es sich bei Karl Moor aus Friedrich Schillers
  Drama <italic>Die Räuber</italic> um eine Figur handelt, die mit eher
  positiven oder negativen Sentiments in Verbindung steht. Die
  prognostische Funktion der Sentimentanalyse kann bspw. auf die
  Vorhersage eines glücklichen bzw. unglücklichen Endes von Erzählungen
  (<xref alt="Zehe u. a. 2016" rid="ref-zehePredictionHappyEndings2016" ref-type="bibr">Zehe
  u. a. 2016</xref>) oder auf Genreklassifikationen abzielen
  (<xref alt="Kim, Padó und Klinger 2017" rid="ref-kimPrototypicalEmotionDevelopment2017" ref-type="bibr">Kim,
  Padó und Klinger 2017</xref>).</p>
</sec>
<sec id="literaturwissenschaftliche-tradition">
  <title>3. Literaturwissenschaftliche Tradition</title>
  <p>Die Sentimentanalyse steht in der Tradition psychoanalytischer,
  linguistischer, sozial- und kulturwissenschaftlicher sowie
  literaturwissenschaftlicher Forschungsansätze, die sich mit dem
  Zusammenhang zwischen Sprache und Emotionen beschäftigen. Die
  Auseinandersetzung mit Emotionen ist als wichtiger Bestandteil von der
  Rhetorik oder der Poetik seit Platon und Aristoteles eine der „[…]
  größten Konfliktzonen des Denkens und der Wissenschaft […].“
  (<xref alt="Von Koppenfels und Zumbusch 2016, 1" rid="ref-vonkoppenfelsEinleitungLiteraturUnd2016" ref-type="bibr">Von
  Koppenfels und Zumbusch 2016, 1</xref>) und blickt folglich auf eine
  weitaus längere Traditionslinie zurück als der rein
  literaturwissenschaftlich geprägte Diskurs. Klassische
  Emotionstheorien, die eine Verbindung zwischen Philosophie, Emotionen
  und Dichtung berücksichtigen, existieren seit dem 17. Jahrhundert
  (<xref alt="Landweer und Renz 2008, 5" rid="ref-landweerZurGeschichtePhilosophischer2008" ref-type="bibr">Landweer
  und Renz 2008, 5</xref>).
  Literarische Texte stellen einen Phänomenbereich dar, der eine
  besonders intensive Symbiose von Sprache und Emotionen aufweist.
  Sowohl in narrativen Texten selbst als auch in der
  literaturwissenschaftlichen Interpretation spielt die Analyse von
  Emotionen und Empfindungen deshalb eine Rolle. Die unterschiedlichen
  Ansätze gehen i. d. R. entweder vom Leser oder vom Text aus und
  verfolgen dementsprechend ein gemeinsames Forschungsinteresse, bei dem
  Fragen nach der emotionalen Wirkung von Literatur den Ausgangspunkt
  bilden
  (<xref alt="Mellmann 2016, 158" rid="ref-mellmannEmpirischeEmotionsforschung2016" ref-type="bibr">Mellmann
  2016, 158</xref>). So existieren zahlreiche Einzelfallstudien, in
  denen die sprachliche Repräsentation von Emotionen in literarischen
  Texten und deren Prozessualität thematisiert werden. Gängiges Vorgehen
  ist hierbei die Untersuchung einer oder mehrerer Emotionen innerhalb
  eines bestimmten Werks oder – deutlich unterrepräsentiert – größer
  angelegte Studien, in denen große Textkorpora hinsichtlich der
  Emotionsmanifestationen im Text und deren Konzeptualisierungen
  untersucht werden (vgl. Hufnagel 2013 über Trauer in der
  Nibelungensage; Hindinger 2013 über Leid und Qual in der Literatur des
  18. und 19. Jahrhunderts; Wieland 2013 über Emotionen in Max Frischs
  <italic>Homo Faber</italic> und <italic>Montauk</italic>; größer
  angelegte Studien: Alfes
  (<xref alt="1995" rid="ref-alfesLiteraturUndGefuhl1995" ref-type="bibr">1995</xref>)
  über Gefühle als Bestandteile literarischer Prozesse oder Winko
  (<xref alt="2003" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">2003</xref>)
  über Emotionen in Gedichten und nicht zuletzt das Handbuch
  <italic>Literatur und Emotionen</italic>, in dem unterschiedliche
  theoretische Zugänge zum Zusammenspiel beider Bereiche erläutert
  werden).
  Literaturwissenschaftliche Vorläufer der Sentimentanalyse finden sich
  auch in der Rezeptionsästhetik. Die Frage danach, wie künstlerische
  Werke wahrgenommen werden, ob die Möglichkeit einer emotionalen
  Wahrnehmung im Werk selbst angelegt ist oder sich erst im Prozess der
  Rezeption entfaltet
  (<xref alt="Winko 2003" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">Winko
  2003</xref>), setzt u. a. eine Untersuchung des emotiven bzw.
  expressiven oder emotionalen Gehalts literarischer Texte voraus. Die
  drei – leider oft synonym verwendeten Begriffe – beziehen sich auf
  unterschiedliche Ebenen, auf denen Emotionen analysiert werden:
  Varianten des Begriff <italic>emotional</italic> sind v. a. der
  Beschreibung und Analyse psychischer Phänomene vorbehalten, der
  Terminus <italic>emotiv</italic> bezeichnet Kategorien des Emotionalen
  in der Sprache und <italic>expressiv</italic> betrifft die Intensität
  eines emotionalen Gefühlsausdrucks
  (<xref alt="Ortner 2014, 68" rid="ref-ortnerTextUndEmotionen2014" ref-type="bibr">Ortner
  2014, 68</xref>).
  Im Kern lassen sich drei Phasen der literaturwissenschaftlichen
  Behandlung von Emotionen unterscheiden. Bis in die 1960er Jahre wurde
  die Forschung von der „Autorität des einfühlenden Interpreten“
  (<xref alt="Winko 2003, 10" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">Winko
  2003, 10</xref>) geprägt, der aufgrund seiner Expertenkompetenz
  Aussagen über einen Text und die durch ihn bekundeten Gefühle tätigte.
  Im Zuge der szenischen Wende in den 70er Jahren wurden Emotionen als
  subjektives und deshalb nicht objektivierbares Phänomen aufgefasst,
  das sich nicht literaturwissenschaftlich erforschen lässt. Der
  Zusammenhang zwischen Gefühlen, Emotionen und Literatur wurde aufgrund
  dieser vermeintlich charakteristischen Unzugänglichkeit in der
  Literaturwissenschaft der 70er und 80er Jahre kaum thematisiert. Weder
  in strukturalistisch fundierten Analysen literarischer Texte, die v.
  a. den kognitiven Gehalt von Literatur behandelten, noch in
  philosophischen oder wissenschaftlichen Bezugstheorien wurde das
  Gefühlsthema aufgegriffen. Ab den 90er Jahren wurden Emotionen als
  Thema literarischer und nicht-literarischer Texte, aber auch in der
  Psychologie, der Philosophie und der Soziologie, wieder häufiger
  untersucht
  (<xref alt="Winko 2003, 10f" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">Winko
  2003, 10f</xref>.).
  Die hieran anschließende Forschung zum Verhältnis zwischen Literatur
  und in textueller Gestalt erscheinenden Emotionen lässt sich in
  produktions- oder rezeptionsbezogen argumentierende Forschungsarbeiten
  gruppieren. Es finden sich u. a. empirische literaturwissenschaftliche
  Forschungsansätze
  (<xref alt="Alfes 1995" rid="ref-alfesLiteraturUndGefuhl1995" ref-type="bibr">Alfes
  1995</xref>), poststrukturalistische Arbeiten
  (<xref alt="Keitel 1996" rid="ref-keitelGefuhlenBeimLesen1996" ref-type="bibr">Keitel
  1996</xref>;
  <xref alt="Barthes 1973" rid="ref-barthesPlaisirTexte1973" ref-type="bibr">Barthes
  1973</xref>), formalistische bzw. strukturalistische Ansätze
  (<xref alt="Tomaševskij 1985" rid="ref-tomasevskijTheorieLiteratur1985" ref-type="bibr">Tomaševskij
  1985</xref>) und kontextbezogene Ansätze
  (<xref alt="Fick 1993" rid="ref-fickSinnenweltUndWeltseele1993" ref-type="bibr">Fick
  1993</xref>;
  <xref alt="Meier 1993" rid="ref-meierDramaturgieBewunderungUntersuchungen1993" ref-type="bibr">Meier
  1993</xref>), die meistens auf eine Gesamtdeutung oder die Deutung
  einzelner Textstellen abzielen. Einen systematischen
  Forschungsüberblick sämtlicher literaturwissenschaftlicher Ansätze,
  die sich mit dem Thema Literatur und Emotionen auseinandersetzen
  (produktionsbezogene und rezeptionsbezogene Ansätze,
  imaginationstheoretische Modelle, Affektlehre, Rhetorik, die
  Kitsch-Debatte, die philosophische Debatte im angelsächsischen Raum,
  poststrukturalistische Ansätze, formalistische, strukturalistische und
  poststrukturaliatiche Ansätze) liefert Winko
  (<xref alt="2003" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">2003</xref>).
  Textbezogene Ansätze behandeln Emotionen als explizite (also z. B.
  durch eine Figur oder die Erzählinstanz konkret thematisierte) oder
  implizite (also z. B. durch eine Handlung oder das Verhalten einer
  Figur indirekt ausgedrückte) Größe. Obwohl gerade in literarischen
  Texten Emotionen v. a. implizit vorliegen, dominieren explizite
  Ansätze
  (<xref alt="Winko 2003, 47" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">Winko
  2003, 47</xref>).</p>
</sec>
<sec id="diskussion">
  <title>4. Diskussion</title>
  <p>Die digitale Literaturwissenschaft knüpft zum einen an diese
  Traditionslinien an und greift außerdem – als ein per se
  interdisziplinär ausgerichteter Fachbereich – auf die methodische und
  konzeptuelle Arbeit aus Informatik und Informationswissenschaft
  zurück. Beispiele für auf literarischen Texten basierende
  Sentimentanalysen stellen die in Abbildung 1 und 2 dargestellten
  Untersuchungen literarischer Texte hinsichtlich des Zusammenhangs
  zwischen Handlungsverlauf und Emotionen
  (<xref alt="Jockers 2014" rid="ref-jockersNovelMethodDetecting2014" ref-type="bibr">Jockers
  2014</xref>;
  <xref alt="Jockers 2015" rid="ref-jockersRevealingSentimentPlot2015" ref-type="bibr">Jockers
  2015</xref>) dar.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 1: Emotionsverlauf in Oscar Wildes’ Roman
    <italic>The Picture of Dorian Gray</italic>
    (<xref alt="Jockers 2015" rid="ref-jockersRevealingSentimentPlot2015" ref-type="bibr">Jockers
    2015</xref>)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Jokers_Sentimentanalyse_Dorian_Gray_p.png" />
  </fig>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 2: Das Sentiment-Profil eines <italic>page
    turners</italic>: Dan Browns Roman <italic>The Da Vinci
    Code</italic>
    (<xref alt="Jockers 2015" rid="ref-jockersRevealingSentimentPlot2015" ref-type="bibr">Jockers
    2015</xref>)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Jokers_Sentimentanalyse_Davinci_Code_p.png" />
  </fig>
  <p>Mit der Bestimmung des Sentimentgehalts ausgewählter Märchen
  (<xref alt="Mohammad 2011" rid="ref-mohammadNRCWordEmotionAssociation2011" ref-type="bibr">Mohammad
  2011</xref>), der Ermittlung prototypisch verlaufender Stimmungsbögen
  in fiktionalen Texten aus dem Project Gutenberg
  (<xref alt="Reagan u. a. 2016" rid="ref-reaganEmotionalArcsStories2016" ref-type="bibr">Reagan
  u. a. 2016</xref>) und Sentimentanalysen zu populären Romanen wie
  <italic>Harry Potter</italic> oder zu Erzählungen Franz Kafkas (siehe
  Abb. 3) liegen weitere Sentimentanalyse mit
  literaturwissenschaftlichem Schwerpunkt vor.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 3: Sentimentanalyse zu Franz Kafkas Die
    Verwandlung, bereitgestellt vom <italic>Computational Story
    Lab</italic>
    (<ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://hedonometer.org/timeseries/en_all/">https://hedonometer.org/timeseries/en_all/</ext-link>)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Hedonometer_Kafka_p.png" />
  </fig>
  <p>Ein weiteres anschauliches Beispiel für die quantitative Analyse
  (vgl.
  <xref alt="Distant Reading" rid="glossary-distant-reading">Distant
  Reading</xref>) ausgewählter Dramen Gotthold Ephraim Lessings – mit
  stärkerer Ausrichtung auf die technische Entwicklung – hinsichtlich
  der hier enthaltenen Emotionen
  (<xref alt="Schmidt 2017" rid="ref-schmidtGefuhlIstAlles2017" ref-type="bibr">Schmidt
  2017</xref>) ist in Katharsis
  (<xref alt="Flüh 2024a" rid="ref-fluhRessourcenbeitragKatharsis2019" ref-type="bibr">Flüh
  2024a</xref>) implementiert (siehe Abb. 4). Für einen Überblick über
  den Forschungsstand zur Sentiment- und Emotionsanalyse zur Analyse von
  Literatur: vgl. Kim und Klinger
  (<xref alt="2019" rid="ref-kimSurveySentimentEmotion2019" ref-type="bibr">2019</xref>).</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 4: Über Katharsis bezogenes Kreisdiagramm zu in
    Lessings Drama <italic>Miss Sara Sampson</italic> enthaltenen
    Basisemotionen</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Sentimentanalyse_Sara_Sampson_p.png" />
  </fig>
  <p>Während es recht unterschiedliche Antworten – z. B. aus
  philosophischer, neurologischer, psychologischer oder eben aus
  literaturwissenschaftlicher Perspektive – auf die Frage gibt, wie
  Gefühle in den Text kommen
  (<xref alt="Winko 2003" rid="ref-winkoKodierteGefuhlePoetik2003" ref-type="bibr">Winko
  2003</xref>), sind die Antwortmöglichkeiten auf die Frage, auf welche
  Weise Gefühle computerbasiert wieder aus Texten herausgefiltert werden
  können, relativ überschaubar. Um Sentimentanalysen durchzuführen,
  stehen zwei unterschiedliche Ansätze zur Verfügung, die z. T. auch
  miteinander kombiniert werden: lexikon-basierte Sentimentanalysen und
  Sentimentanalysen, bei denen Methoden des maschinellen Lernens (vgl.
  <xref alt="Machine Learning" rid="glossary-machine-learning">Machine
  Learning</xref>) zum Einsatz kommen.
  Die Lexika wurden i. d. R. manuell erstellt und knüpfen an
  unterschiedliche Konzepte zur Messung von Emotionen an
  (<xref alt="Lehmann 2017" rid="ref-lehmannQuantifizierungEmotionswoerternTexten2017" ref-type="bibr">Lehmann
  2017</xref>). In den meisten Fällen werden die Lexika als Datensätze
  zur freien Verfügung gestellt. Eine laufende Bibliografie der für die
  Sentimentanalyse geeigneten Lexika fehlt leider. Eine hilfreiche
  Matrix der besonders umfangreichen bzw. etablierten Lexika bieten z.
  B. Lehmann
  (<xref alt="2017" rid="ref-lehmannQuantifizierungEmotionswoerternTexten2017" ref-type="bibr">2017</xref>)
  oder Schmidt
  (<xref alt="2017" rid="ref-schmidtGefuhlIstAlles2017" ref-type="bibr">2017</xref>).
  Die Vielzahl an unterschiedlichen Sentimentwörterbüchern (vgl.
  <xref alt="Sentimentwörterbuch" rid="glossary-sentimentwoerterbuch">Sentimentwörterbuch</xref>;
  siehe Ressourcen am Ende dieses Methodeneintrags) verweisen auf die
  Tatsache, dass sich Emotionen, Stimmungen und Wertungen je nach
  Textsorte, -sprache und -kontext unterscheiden. Sentimentwörterbücher
  sind domänenspezifische Konstrukte. Beispiele aus Goethes
  <italic>Faust I</italic> verdeutlichen die Nachteile der
  lexikonbasierten Sentimentanalyse. Orthographische Besonderheiten
  führen dazu, dass einige Wörter in einem automatisierten Abgleich mit
  einem Sentimentwörterbuch nicht erkannt werden. Das Wort „Bewundrung“
  würde bspw. aufgrund der von Goethe verwendeten Orthographie nicht als
  emotionsgeladenes Wort erkannt. Mit Schwierigkeiten verbunden ist
  außerdem ein spezifischer Wortschatz aus Wörtern, die im
  zeithistorischen Kontext des 18. und 19. Jahrhunderts verwendet
  wurden, in den Sentimentwörterbüchern – die zum größten Teil auf ein
  zeitgenössisches Vokabular abgestimmt sind – aber nicht vorkommen. Das
  führt bei Sentimentanalysen sozialer Medien zu Erkennungsraten
  zwischen 80 und 95 %. Da literarische Texte aber gerade ein
  historischer Sprachstil oder eine poetische Sprache auszeichnen, kann
  die Ausgrenzung dieser Eigenschaften zu Fehlkalkulationen führen
  (<xref alt="Schmidt, Burghardt und Dennerlein 2018a, 4f" rid="ref-schmidtKannManDenn2018a" ref-type="bibr">Schmidt,
  Burghardt und Dennerlein 2018a, 4f</xref>.). „behaglich“, „Gönner“,
  „holden“, „Dirne“, „Lebensglück“ oder „ergetzen“ sind bspw. in
  zeitgenössischen Sentimentwörterbüchern wie SentiWS nicht enthalten.
  Darüber hinaus handelt es sich bei der Wortsemantik nicht um eine
  statische Größe, sondern um eine variable Einheit, die sich über die
  Zeit verändern kann. „Dirne“, das im <italic>Faust</italic> ein
  junges, anmutiges und schönes Mädchen bezeichnet, ist in diesem
  Kontext positiv konnotiert. Im modernen deutschen Sprachgebrauch kann
  „Dirne“ allerdings auch eine Prostituierte bezeichnen und ist eher
  negativ konnotiert. In Anbetracht der Schwierigkeit, das historische
  Vokabular mittels lexikonbasierter Sentimentanalyse zu
  berücksichtigen, stellt sich die Frage, wie sehr das Auslassen dieser
  Wörter das Gesamtergebnis der Analyse verfälschen würde. Erste
  Beispielanalysen zeigen eine konsistente Verbesserung durch
  Lexikonerweiterung mit historisch-linguistischen Varianten. Auf diese
  Weise wird versucht, die Zuverlässigkeit bei der lexikonbasierten
  Erkennung des historischen Vokabulars zu erhöhen. Eine verbesserte
  Lemmatisierung (vgl.
  <xref alt="Lemmatisieren" rid="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</xref>)
  wirkt sich positiv auf die Leistung aus
  (<xref alt="Schmidt, Burghardt und Dennerlein 2018a" rid="ref-schmidtKannManDenn2018a" ref-type="bibr">Schmidt,
  Burghardt und Dennerlein 2018a</xref>).
  Ein weiteres Problem der lexikonbasierten Sentimentanalyse stellen
  Negationen dar, deren Auftreten das Analyseergebnis verfälschen kann.
  Die Implementierung von Tools, die Negationen erkennen können, würde
  zu besseren Ergebnissen führen, verlangt aber weitere technische
  Vorkenntnisse. Darüber hinaus wird deutlich, dass es spezifischer
  Sentimentwörterbücher bedarf, welche historische und orthographische
  Besonderheiten genauso einbeziehen wie individuelle Schreibstile. Für
  die literaturwissenschaftlich orientierte Sentimentanalyse gibt es
  bisher nur vereinzelte Ansätze, die auf die Erstellung eigener
  textsortenspezifischer Lexika abzielen. Lexikonbasierte Ansätze
  erfassen lediglich emotionsausdrückende Lexeme und deren
  <xref alt="Sentimentwert" rid="glossary-sentimentwert">Sentimentwert</xref>.
  Die Kluft zwischen Alltag und Kunstwerk bzw. einer außerkünstlerischen
  und alltäglichen Sprache auf der einen und einer innerkünstlerischen
  auf der anderen Seite
  (<xref alt="Herding 2008, 10" rid="ref-herdingWieSichGefuhle2008" ref-type="bibr">Herding
  2008, 10</xref>) verweist auf ein Problemfeld der Methode, das sich
  dann ergibt, wenn versucht wird, zwei sehr unterschiedliche
  Untersuchungsgegenstände mit identischen Untersuchungsverfahren zu
  explorieren. Eine kontextuelle Emotionsthematisierung oder die
  Erkennung von emotionsausdrückenden Metaphern und expressiven
  Sprechakten lassen sich auf diese Weise nicht erkennen. Auch andere
  sprachliche Besonderheiten wie Ironie, Sarkasmus oder mehrdeutige
  Wörter werden in den lexikonbasierten Ansätzen nicht berücksichtigt.
  Um Meinungen, Gefühle und Emotionen von Menschen zu analysieren oder
  vorauszusagen, können außerdem Verfahren des überwachten maschinellen
  Lernens eingesetzt werden. Diese Methode basiert auf einem mit
  Sentiment-Informationen angereicherten Trainigskorpus. Für
  Texteinheiten werden die Sentimente – i. d. R. per Hand – annotiert
  (vgl.
  <xref alt="Annotation" rid="glossary-annotation">Annotation</xref>;
  Schmidt, Burghardt und Dennerlein
  (<xref alt="2018a" rid="ref-schmidtKannManDenn2018a" ref-type="bibr">2018a</xref>);
  Ignatow und Mihalcea
  (<xref alt="2017" rid="ref-ignatowTextMiningGuidebook2017" ref-type="bibr">2017</xref>),
  150). Anders als im Fall der lexikonbasierten Analyseverfahren wird
  durch die manuelle Annotation
  (<xref alt="Jacke 2024" rid="ref-jackeMethodenbeitragManuelleAnnotation2018" ref-type="bibr">Jacke
  2024</xref>) also ein Modell trainiert, welches die Besonderheiten der
  Darstellung von Emotionen in literarischen Texten berücksichtigen
  kann. Zum jetzigen Stand der Forschung stellen sich Ansätze aus dem
  Bereich des maschinellen Lernens als leistungsstärker heraus
  (<xref alt="Schmidt, Burghardt und Dennerlein 2018a" rid="ref-schmidtKannManDenn2018a" ref-type="bibr">Schmidt,
  Burghardt und Dennerlein 2018a</xref>). Dennoch sind Beiträge der
  zweiten „Großform“ der Sentimentanalyse in der Minderheit, da es bis
  jetzt an der wichtigsten Grundlage hierfür mangelt: mit
  Sentiment-Informationen angereicherte Trainingskorpora. Bei einem
  Großteil der literaturwissenschaftlichen Sentimentanalysen wird
  deshalb auf lexikonbasierte Ansätze zurückgegriffen, obwohl sich neben
  den genannten Problemen – zumindest für den deutschen Sprachraum – ein
  weiterer Mangel abzeichnet: Es existieren deutlich weniger evaluierte
  Ressourcen für die lexikonbasierte Sentimentanalyse als etwa im
  angelsächsischen Sprachraum.
  Für beide angeführten Formen der Sentimentanalyse gilt: Der
  Phänomenbezeichnung und der Frage danach, was genau mit der
  Sentimentanalyse überhaupt „gemessen“ wird, fehlt es oft an
  terminologischer Genauigkeit. Während Jockers
  (<xref alt="2015" rid="ref-jockersRevealingSentimentPlot2015" ref-type="bibr">2015</xref>)
  von „emotional content“, „sentiment“ oder „emotional valence“ spricht,
  ist an anderer Stelle von „subjectivity attitude“
  (<xref alt="Zehe u. a. 2016" rid="ref-zehePredictionHappyEndings2016" ref-type="bibr">Zehe
  u. a. 2016</xref>), „emotion words“ und deren Dichte
  (<xref alt="Mohammad 2011" rid="ref-mohammadNRCWordEmotionAssociation2011" ref-type="bibr">Mohammad
  2011</xref>) oder negativen und positiven „emotionalen Bewertungen“
  (<xref alt="Schmidt, Burghardt und Dennerlein 2018a" rid="ref-schmidtKannManDenn2018a" ref-type="bibr">Schmidt,
  Burghardt und Dennerlein 2018a</xref>) die Rede. Oft bleibt es
  zunächst relativ undeutlich, welches Phänomen – Gefühl, Affekt,
  Empfindung, Emotion, Leidenschaft, Eindruck oder Stimmung – mit der
  Sentimentanalyse literarischer Texte untersucht werden soll. Es fehlt
  eine geeignete Metasprache, deren konsistente Verwendung
  terminologische und sachliche Verwirrungen vermeiden würde und die den
  metatheoretischen Rahmen nutzen – wie ihn etwa Simone Winko für die
  literaturwissenschaftliche Emotionsforschung oder Monika
  Schwarz-Friesel für die linguistische Emotionsforschung – bereits
  eingeführt haben.
  Eine in die Tiefe gehende Forschung müsste außerdem Ansätze zur
  Erklärung emotionaler Phänomene als theoretisches Fundament
  einbeziehen und eine Kontextualisierung vornehmen, um die Ergebnisse
  der Sentimentanalyse nicht im „luftleeren“ Raum stehen zu lassen.
  Dieser Rückbezug fordert Forschende außerdem heraus, die
  literaturwissenschaftliche, inhaltliche Relevanz von Sentimentanalysen
  in den Diskurs zu holen.
  Allerdings wird der Blick auf die inhaltliche Relevanz und die
  Entwicklung einer Metasprache durch die Fokussierung auf eine
  technische Weiterentwicklung und Evaluation bestehender Methoden
  beider Großformen der Sentimentanalyse zum Teil verstellt.
  Gleichzeitig ist die Grundlagenforschung ein notwendiger Schritt in
  Richtung einer literaturwissenschaftlichen Domänenadaption (vgl.
  <xref alt="Domäneadaption" rid="glossary-domain-adaption">Domäneadaption</xref>)
  der Sentimentanalyse.
  Angesichts des interdisziplinär verwurzelten Untersuchungsgegenstands
  – Emotionen und Gefühle – liegt es nahe bzw. ist es gerade in den
  interdisziplinär ausgerichteten digitalen Geisteswissenschaften
  gängige Praxis, methodisches Vorgehen aus verwandten Fachdisziplinen
  auf die Auseinandersetzung mit „unserem Material“ zu übertragen. Die
  literaturwissenschaftlich ausgerichtete Sentimentanalyse stößt hierbei
  allerdings an deutliche Grenzen, da Untersuchungsgegenstand und
  Untersuchungsverfahren (noch) nicht kompatibel erscheinen.</p>
</sec>
<sec id="technische-grundlagen">
  <title>5. Technische Grundlagen</title>
  <p>Tools zur Sentimentanalyse, die über eine grafische
  Benutzeroberfläche (vgl.
  <xref alt="GUI" rid="glossary-gui">GUI</xref>) verfügen, ohne
  ausgeprägtes technisches Vorwissen bedienbar sind, eine individuelle
  Textauswahl zulassen und der Spezifik literarischer Texte gerecht
  werden, sind noch nicht entwickelt worden. Gleichzeitig müssten
  verstärkt Anforderungsanalysen durchgeführt werden, die den Einbezug
  literaturwissenschaftlicher Expertise in die technische Entwicklung
  ermöglichen. Ohne die Entwicklung einer grafischen Benutzeroberfläche
  wird die literaturwissenschaftliche Sentimentanalyse eine Form der
  Textanalyse bleiben, die erhebliches technisches Vorwissen verlangt.
  Das gilt sowohl für die Anwendung lexikonbasierter Verfahren als auch
  für Verfahren, die maschinelles Lernen beinhalten. Mit Tools wie
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.cs.waikato.ac.nz/ml/index.html">Weka</ext-link>
  oder
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://rapidminer.com/solutions/text-mining/">RapidMiner</ext-link>
  stehen zwar Machine-Learning-Tools mit einem
  <xref alt="GUI" rid="glossary-gui">GUI</xref> zur Verfügung. Da es
  sich hier allerdings um Werkzeuge zum Machine-Learning handelt, kann
  von einem niedrigschwelligen Zugang nicht die Rede sein.
  Elementarer Bestandteile der lexikon-basierten Sentimentanalyse sind
  annotierte Satz- und/oder Wortlisten (sog. Sentimentwörterbücher) und
  eine Aggregationsmethode (z. B. hierfür entworfenen
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.python.org">Python</ext-link>-
  oder
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.r-project.org/">R</ext-link>-Programme).
  Die Sentimentwörterbücher oder Wortlisten enthalten Wörter, die mit
  Informationen über deren Emotionsgehalt angereichert wurden
  (<italic>emotion label</italic>). Gängig ist z. B. die Angabe der
  Polarität eines Wortes, also deren Auszeichnung als negativ, neutral
  oder positiv, in einem bestimmten Intervall. Die lexikonbasierte
  Sentimentanalyse wird in der Literaturwissenschaft häufiger
  eingesetzt. Hierbei werden sämtliche in einem Text vorkommende Wörter
  mit der jeweiligen Wortliste oder einer Kombination aus mehreren
  Sentimentwörterbüchern abgeglichen. Sentimentwörter (<italic>Sentiment
  Bearing Word</italic>, SBW) werden als solche erkannt und bekommen
  durch den Abgleich mit dem Lexikon einen Sentimentwert zugewiesen.
  Eine frei verfügbare und im deutschsprachigen Raum besonders häufig
  verwendete bzw. etablierte Ressource für die lexikonbasierte
  Sentimentanalyse ist der SentimentWortschatz (kurz:
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/http://wortschatz.uni-leipzig.de/de/download">SentiWS</ext-link>)
  der Universität Leipzig. Für die hier enthaltenen Wörter – die
  <italic>Sentiment Bearing Words</italic> – werden jeweils eine
  positive oder negative Polarität im Intervall [−1; 1], die Wortart und
  mögliche Flexionsarten angegeben. Die im Jahr 2018 zuletzt
  aktualisierte Version enthält insgesamt circa 18.000 negative und
  16.000 positive Wortformen; circa 1.800 negative und 1.650 positive
  Grundformen und unterschiedliche Flexionsformen. Neben Adverbien und
  Adjektiven sind auch Nomen und Verben, die die Träger von Sentiment
  sind, verzeichnet
  (<xref alt="Remus, Quasthoff und Heyer 2010" rid="ref-remusSentiWSPubliclyAvailable2010" ref-type="bibr">Remus,
  Quasthoff und Heyer 2010</xref>). Laden Sie SentiWS herunter, so
  erhalten sie zwei UTF-8 (vgl.
  <xref alt="Unicode/UTF-8" rid="glossary-unicode">Unicode/UTF-8</xref>)
  kodierte TXT-Dateien (vgl.
  <xref alt="Reintext-Version" rid="glossary-reintext-version">Reintext-Version</xref>),
  in denen jeweils die positiven und negativen <italic>SBWs</italic> in
  alphabetischer Reihenfolge aufgelistet sind (siehe Abb. 5).</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 5: Ausschnitt der Liste negativer und positiver
    Sentimentwörter: Wort, POS-Tag, Ausprägung und Flexionsformen (–1:
    sehr negativer, +1: sehr positiver Sentiment Wert)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="SentiWS-negative_und_positive_SBWs.png" />
  </fig>
  <p>Ein POS-Tagging (vgl.
  <xref alt="POS" rid="glossary-pos">POS</xref>) wurde auf Basis des
  Stuttgart-Tübingen-Tagsets (STTS) durchgeführt. Ausgezeichnet wurden
  Nomen (NN), attributive und deskriptive Adjektive (ADJX), infinite
  Verben (VVINF) und Adverbien (ADV). Die Flexionsformen wurden aus
  einer projektinternen Datenbank bezogen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 6: Zusammensetzung des SentimentWortschatz
    (SentiWS)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="oebersicht_SentiWS_p.png" />
  </fig>
  <p>Dem Wörterbuch liegen die Auswertung und Zusammenführung dreier
  Quellen zugrunde. Die Ausprägung der einzelnen Wörter wurden mittels
  der „Pointwise Mutual Information“-Methode (PMI) berechnet. Bei diesem
  Ansatz wird die semantische Ausprägung eines Wortes (SO:
  <italic>semantic orientation</italic>) aus semantischen Assoziationen
  des Wortes (SA: <italic>semantic association</italic>) zu ausgewählten
  Wörtern (sog. <italic>seed words</italic>: ausgewählte Wörter, die bei
  der Berechnung quasi als exemplarische Schlüsselwörter verwendet
  werden), die stark positiv oder negativ konnotiert sind, abgeleitet.
  Die semantische Ausprägung eines Wortes bezeichnet folglich den Grad
  der Verbindung eben dieses Wortes zu einem manuell erstellten Set an
  Wörtern, die positiv oder negativ konnotiert sind. Für jedes Wort wird
  berechnet, ob und wie stark es mit positiven und negativen Wörtern
  assoziiert wird. (Die für die Berechnung der SO eines Wortes
  herangezogenen positiven <italic>seed words</italic> sind „gut“,
  „schön“, „richtig“, „glücklich“, „erstklassig“, „positiv“,
  „großartig“, „ausgezeichnet“, „lieb“, „exzellent“ und „phantastisch“.
  Die für die Berechnung der SO eines Wortes herangezogenen negativen
  <italic>seed words</italic> sind „schlecht“, „unschön“, „falsch“,
  „unglücklich“, „zweitklassig“, „negativ“, „scheiße“, „minderwertig“,
  „böse“, „armselig“ und „mies“). Die in Abbildung 5 und 6 angegebenen
  Kommazahlen stellen das Ergebnis dieses Berechnungsverfahrens dar und
  geben für jedes Wort einen Sentimentwert an. Hierbei ist +1 der
  positivste Sentimentwert und –1 der negativste Sentimentwert, der
  einem Wort zugeordnet werden kann. Sehr positive Wörter sind
  beispielsweise „Freude“, mit einem Sentimentwert von 0,6502 oder
  „zuvorkommend“ mit einem Sentimentwert von 0,6669. Mit Sentimentwerten
  von –0,9269 und –0,4889 („schädlich“ bzw. „Aggression“) handelt es
  sich um besonders negative Sentimentwörter.</p>
</sec>
<sec id="externe-und-weiterführende-links">
  <title>Externe und weiterführende Links</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Hedonometer:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://hedonometer.org/timeseries/en_all/">https://web.archive.org/save/https://hedonometer.org/timeseries/en_all/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Weka:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.cs.waikato.ac.nz/ml/index.html">https://web.archive.org/save/https://www.cs.waikato.ac.nz/ml/index.html</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>RapidiMiner:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://rapidminer.com/solutions/text-mining/">https://web.archive.org/save/https://rapidminer.com/solutions/text-mining/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Python:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.python.org">https://web.archive.org/save/https://www.python.org</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>R-Project:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.r-project.org/">https://web.archive.org/save/https://www.r-project.org/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>SentimentWortschatz:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/http://wortschatz.uni-leipzig.de/de/download">https://web.archive.org/save/http://wortschatz.uni-leipzig.de/de/download</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 04.09.2024)</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="glossar">
  <title>Glossar</title>
  <def-list>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-annotation">Annotation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Annotation beschreibt die manuelle oder automatische
        Hinzufügung von Zusatzinformationen zu einem Text. Die manuelle
        Annotation wird händisch durchgeführt, während die
        (teil-)automatisierte Annotation durch
        <xref alt="Machine-Learning-Verfahren" rid="glossary-machine-learning">Machine-Learning-Verfahren</xref>
        durchgeführt wird. Ein klassisches Beispiel ist das
        automatisierte
        <xref alt="PoS-Tagging" rid="glossary-pos">PoS-Tagging</xref>
        (Part-of-Speech-Tagging), welches oftmals als Grundlage
        (<xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>)
        für weitere Analysen wie Named Entity Recognition (NER) nötig
        ist. Annotationen können zudem deskriptiv oder analytisch
        sein.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-browser">Browser</styled-content></term>
      <def>
        <p>Mit Browser ist in der Regel ein Webbrowser gemeint, also ein
        Computerprogramm, mit dem das Anschauen, Navigieren auf, und
        Interagieren mit Webseiten möglich wird. Am häufigsten genutzt
        werden dafür Chrome, Firefox, Safari oder der Internet
        Explorer.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-close-reading">Close
      Reading</styled-content></term>
      <def>
        <p>Close Reading bezeichnet die sorgfältige Lektüre und
        Interpretation eines einzelnen oder weniger Texte. Close Reading
        ist in der digitalen Literaturwissenschaft außerdem mit der
        manuellen
        <xref alt="Annotation" rid="glossary-annotation">Annotation</xref>
        textueller Phänomene verbunden (vgl. auch
        <xref alt="Distant Reading" rid="glossary-distant-reading">Distant
        Reading</xref> als Gegenbegriff).</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-commandline">Commandline</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Commandline (engl. <italic>command line
        interface</italic> (CLI)), auch Kommandozeile, Konsole, Terminal
        oder Eingabeaufforderung genannt, ist die direkteste Methode zur
        Interaktion eines Menschen mit einem Computer. Programme ohne
        eine grafische Benutzeroberfläche
        (<xref alt="GUI" rid="glossary-gui">GUI</xref>) werden i. d. R.
        durch Texteingabe in die Commandline gesteuert. Um die
        Commandline zu öffnen, klicken Sie auf Ihrem Mac „cmd“ +
        „space“, geben „Terminal“ ein und doppelklicken auf das
        Suchergebnis. Bei Windows klicken Sie die Windowstaste + „R“,
        geben „cmd.exe“ ein und klicken Enter.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-csv">CSV</styled-content></term>
      <def>
        <p>CSV ist die englische Abkürzung für <italic>Comma Separated
        Values</italic>. Es handelt sich um ein Dateiformat zur
        einheitlichen Darstellung und Speicherung von einfach
        strukturierten Daten mit dem Kürzel <monospace>.csv</monospace>
        , sodass diese problemlos zwischen IT-Systemen ausgetauscht
        werden können. Dabei sind alle Daten zeilenweise angeordnet.
        Alle Zeilen wiederum sind in einzelne Datenfelder aufgeteilt,
        welche durch Trennzeichen wie Semikola oder Kommata getrennt
        werden können. In Programmen wie Excel können solche Textdateien
        als Tabelle angezeigt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-data-mining">Data
      Mining</styled-content></term>
      <def>
        <p>Data Mining gehört zum Fachbereich
        <xref alt="Information Retrieval" rid="glossary-information-retrieval">Information
        Retrieval</xref> und bezieht sich auf die systematische
        Anwendung computergestützter Methoden, die darauf abzielt, in
        vorhandenen Datenbeständen Muster, Trends oder Zusammenhänge zu
        erkennen. Textbasierte Formen des Data Minings sind u. a.
        <xref alt="Text Mining" rid="glossary-text-mining">Text
        Mining</xref>,
        <xref alt="Web Mining" rid="glossary-web-mining">Web
        Mining</xref> und
        <xref alt="Opinion Mining" rid="glossary-opinion-mining">Opinion
        Mining</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-distant-reading">Distant
      Reading</styled-content></term>
      <def>
        <p>Distant Reading ist ein Ansatz aus den digitalen
        Literaturwissenschaften, bei dem computationelle Verfahren auf
        häufig große Mengen an Textdaten angewandt werden, ohne dass die
        Texte selber gelesen werden. Meist stehen hier quantitative
        Analysen im Vordergrund, es lassen sich jedoch auch qualitative
        <xref alt="Metadaten" rid="glossary-metadaten">Metadaten</xref>
        quantitativ vergleichen. Als Gegenbegriff zu
        <xref alt="Close Reading" rid="glossary-close-reading"><italic>Close
        Reading</italic></xref> wurde der Begriff insbesondere von
        Franco Moretti (2000) geprägt.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-domain-adaption">Domäneadaption</styled-content></term>
      <def>
        <p>Domäneadaption beschreibt die Anpassung einer in einem
        Fachgebiet entwickelten digitalen Methode an ein anderes
        Fachgebiet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-gui">GUI</styled-content></term>
      <def>
        <p>GUI steht für <italic>Graphical User Interface</italic> und
        bezeichnet eine grafische Benutzeroberfläche. Ein GUI ermöglicht
        es, Tools mithilfe von grafischen Schaltflächen zu bedienen, um
        somit beispielsweise den Umgang mit der
        <xref alt="Commandline" rid="glossary-commandline">Commandline</xref>
        zu umgehen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-html">HTML</styled-content></term>
      <def>
        <p>HTML steht für <italic>Hypertext Markup Language</italic> und
        ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung
        elektronischer Dokumente. HTML-Dokumente werden von
        <xref alt="Webbrowsern" rid="glossary-browser">Webbrowsern</xref>
        dargestellt und geben die Struktur und Online-Darstellung eines
        Textes vor. HTML-Dateien können außerdem zusätzliche
        <xref alt="Metainformationen" rid="glossary-metadaten">Metainformationen</xref>
        enthalten, die auf einer Webseite selbst nicht ersichtlich
        sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-information-retrieval">Information
      Retrieval</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Teildisziplin der Informatik, das Information Retrieval,
        beschäftigt sich mit der computergestützten Suche und
        Erschließung komplexer Informationen in meist unstrukturierten
        Datensammlungen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-korpus">Korpus</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Textkorpus ist eine Sammlung von Texten. Korpora (Plural
        für „das Korpus“) sind typischerweise nach Textsorte, Epoche,
        Sprache oder Autor*in zusammengestellt.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Lemmatisierung von Textdaten gehört zu den wichtigen
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritten
        in der Textverarbeitung. Dabei werden alle Wörter
        (<xref alt="Token" rid="glossary-type-token">Token</xref>) eines
        Textes auf ihre Grundform zurückgeführt. So werden
        beispielsweise Flexionsformen wie „schneller“ und „schnelle“ dem
        Lemma „schnell“ zugeordnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-machine-learning">Machine
      Learning</styled-content></term>
      <def>
        <p>Machine Learning, bzw. maschinelles Lernen im Deutschen, ist
        ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Auf Grundlage
        möglichst vieler (Text-)Daten erkennt und erlernt ein Computer
        die häufig sehr komplexen Muster und Gesetzmäßigkeiten
        bestimmter Phänomene. Daraufhin können die aus den Daten
        gewonnen Erkenntnisse verallgemeinert werden und für neue
        Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten
        Daten verwendet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup-language">Markup
      Language</styled-content></term>
      <def>
        <p>Markup Language bezeichnet eine maschinenlesbare
        Auszeichnungssprache, wie z. B.
        <xref alt="HTML" rid="glossary-html">HTML</xref>, zur
        Formatierung und Gliederung von Texten und anderen Daten. So
        werden beispielsweise auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        durch ihre Digitalisierung oder ihre digitale Erstellung zu
        Markup, indem sie den Inhalt eines Dokumentes strukturieren.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-metadaten">Metadaten</styled-content></term>
      <def>
        <p>Metadaten oder Metainformationen sind strukturierte Daten,
        die andere Daten beschreiben. Dabei kann zwischen
        administrativen (z. B. Zugriffsrechte, Lizenzierung),
        deskriptiven (z. B. Textsorte), strukturellen (z. B. Absätze
        oder Kapitel eines Textes) und technischen (z. B. digitale
        Auflösung, Material) Metadaten unterschieden werden. Auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        bzw.
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup-language">Markup</xref>
        sind Metadaten, da sie Daten/Informationen sind, die den
        eigentlichen Textdaten hinzugefügt werden und Informationen über
        die Merkmale der beschriebenen Daten liefern.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-named-entities">Named
      Entities</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine Named Entity (NE) ist eine Entität, oft ein Eigenname,
        die meist in Form einer Nominalphrase zu identifizieren ist.
        Named Entities können beispielsweise Personen wie „Nils
        Holgerson“, Organisationen wie „WHO“ oder Orte wie „New York“
        sein. Named Entities können durch das Verfahren der Named Entity
        Recognition (NER) automatisiert ermittelt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-nlp">NLP</styled-content></term>
      <def>
        <p><italic>Natural Language Processing</italic> (NLP),
        maschinelle Sprachverarbeitung zu Deutsch, ist ein Teilgebiet
        der Linguistik, der Informatik und der künstlichen Intelligenz,
        welches sich damit beschäftigt, wie Computer so programmiert
        werden, dass sie große Mengen an natürlichsprachlichen Daten
        verarbeiten und analysieren können.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-opinion-mining">Opinion
      Mininig</styled-content></term>
      <def>
        <p>Unter Opinion Mining, oder Sentiment Analysis, versteht man
        die Analyse von Stimmungen oder Haltungen gegenüber einem Thema,
        durch die Analyse natürlicher Sprache. Das Opinion Mining gehört
        zu den Verfahren des
        <xref alt="Text Minings" rid="glossary-text-mining">Text
        Minings</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pos">POS</styled-content></term>
      <def>
        <p>PoS steht für <italic>Part of Speech</italic>, oder „Wortart“
        auf Deutsch. Das PoS-
        <xref alt="Tagging" rid="glossary-annotation">Tagging</xref>
        beschreibt die (automatische) Erfassung und Kennzeichnung von
        Wortarten in einem Text und ist of ein wichtiger
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritt,
        beispielsweise für die Analyse von
        <xref alt="Named Entities" rid="glossary-named-entities">Named
        Entities</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-preprocessing">Preprocessing</styled-content></term>
      <def>
        <p>Für viele digitale Methoden müssen die zu analysierenden
        Texte vorab „bereinigt“ oder „vorbereitet“ werden. Für
        statistische Zwecke werden Texte bspw. häufig in gleich große
        Segmente unterteilt (<italic>chunking</italic>), Großbuchstaben
        werden in Kleinbuchstaben verwandelt oder Wörter werden
        <xref alt="lemmatisiert" rid="glossary-lemmatisieren">lemmatisiert</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-reintext-version">Reintext-Version</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Reintext-Version ist die Version eines digitalen Textes
        oder einer Tabelle, in der keinerlei Formatierungen
        (Kursivierung, Metadatenauszeichnung etc.) enthalten sind.
        Reintext-Formate sind beispielsweise TXT, RTF und
        <xref alt="CSV" rid="glossary-csv">CSV</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-sbw">SBW</styled-content></term>
      <def>
        <p>SBW steht für <italic>Sentiment Bearing Word</italic>
        (Sentimentwort) und bezeichnet ein Lexem, das eine Stimmung,
        eine Bewertung, ein Gefühl, eine Einstellung oder auch eine
        Emotion zum Ausdruck bringt. Für SBWs werden „semantische
        Orientierung“ und „Stärke“ in Form des
        <xref alt="Sentimentwerts" rid="glossary-sentimentwert">Sentimentwerts</xref>
        festgelegt. SBWs werden in
        <xref alt="Sentimentlexika" rid="glossary-sentimentwoerterbuch">Sentimentlexika</xref>
        gesammelt und als Grundlage für lexikonbasierte
        Sentimentanalysen verwendet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-sentimentwert">Sentimentwert</styled-content></term>
      <def>
        <p>Der Sentimentwert oder Sentimentgehalt eines Wortes
        beschreibt, meistens auf einer Skala von–1 (maximal negativ;
        bspw. „schädlich“:–0,9269) bis +1 (maximal positiv, bspw.
        „Freude“: 0,6502) die Polarität von Sentimentwörtern (siehe auch
        <xref alt="SBWs" rid="glossary-sbw">SBWs</xref>. Der Wert wird
        bei der Generierung von
        <xref alt="Sentimentlexika" rid="glossary-sentimentwoerterbuch">Sentimentlexika</xref>
        für jedes enthaltene Wort errechnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-sentimentwoerterbuch">Sentimentwörterbuch</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Wörterbuch, das ausschließlich Lexeme enthält, die
        <xref alt="Träger von Sentiments" rid="glossary-sbw">Träger von
        Sentiments</xref> sind, wird als Sentimentwörterbuch definiert.
        Sentimentlexika fungieren als wichtige Ressource für
        lexikonbasierte Sentimentanalysen , bei denen die Wörter des
        Wörterbuchs und die Wörter eines Primärtextes miteinander
        abgeglichen werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-text-mining">Text
      Mining</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Text Mining ist eine textbasierte Form des
        <xref alt="Data Minings" rid="glossary-data-mining">Data
        Minings</xref>. Prozesse &amp; Methoden, computergestützt und
        automatisch Informationen bzw. Wissen aus unstrukturierten
        Textdaten zu extrahieren, werden als Text Mining
        zusammengefasst.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-type-token">Type/Token</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Begriffspaar „Type/Token“ wird grundsätzlich zur
        Unterscheidung von einzelnen Vorkommnissen (Token) und Typen
        (Types) von Wörtern oder Äußerungen in Texten genutzt. Ein Token
        ist also ein konkretes Exemplar eines bestimmten Typs, während
        ein Typ eine im Prinzip unbegrenzte Menge von Exemplaren (Token)
        umfasst.
        Es gibt allerdings etwas divergierende Definitionen zur
        Type-Token-Unterscheidung. Eine präzise Definition ist daher
        immer erstrebenswert. Der Satz „Ein Bär ist ein Bär.“ beinhaltet
        beispielsweise fünf Worttoken („Ein“, „Bär“, „ist“, „ein“,
        „Bär“) und drei Types, nämlich: „ein“, „Bär“, „ist“. Allerdings
        könnten auch vier Types, „Ein“, „ein“, „Bär“ und „ist“, als
        solche identifiziert werden, wenn Großbuchstaben beachtet
        werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-unicode">Unicode/UTF-8</styled-content></term>
      <def>
        <p>Unicode ist ein internationaler Standard, der für jedes
        Schriftzeichen oder Textelement einen digitalen Code festlegt.
        Dabei ist UTF-8 die am weitesten verbreitete Kodierung für
        Unicode-Zeichen. UTF-8 ist die international standardisierte
        Kodierungsform elektronischer Zeichen und kann von den meisten
        Digital-Humanities-Tools verarbeitet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-web-mining">Web
      Mining</styled-content></term>
      <def>
        <p>Unter Web Mining versteht man die Anwendung von Techniken des
        <xref alt="Data Mining" rid="glossary-data-mining">Data
        Mining</xref> zur Extraktion von Informationen aus dem World
        Wide Web. Das Web Mining ist ein Teilbereich des Data Minings
        und zählt zu einem der wichtigsten Anwendungsgebiete für das
        <xref alt="Text Mining" rid="glossary-text-mining">Text
        Mining</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
  </def-list>
</sec>
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  <title>Bibliographie</title>
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