<?xml version="1.0" encoding="utf-8" ?>
<!DOCTYPE article PUBLIC "-//NLM//DTD JATS (Z39.96) Journal Archiving and Interchange DTD v1.3 20210610//EN"
                  "http://jats.nlm.nih.gov/archiving/1.3/JATS-archivearticle1-3.dtd">
<article xmlns:mml="http://www.w3.org/1998/Math/MathML" xmlns:xlink="http://www.w3.org/1999/xlink" dtd-version="1.3" article-type="other">
<front>
<journal-meta>
<journal-id></journal-id>
<journal-title-group>
<journal-title>forTEXT</journal-title>
</journal-title-group>
<issn publication-format="electronic">2943-212X</issn>
<publisher>
<publisher-name>Universitäts- und Landesbibliothek
Darmstadt</publisher-name>
<publisher-loc>Darmstadt</publisher-loc>
</publisher>
</journal-meta>
<article-meta>
<article-id pub-id-type="doi">10.48694/fortext.3786</article-id>
<title-group>
<article-title>Methodenbeitrag: Digitales
Bibliografieren</article-title>
</title-group>
<contrib-group>
<contrib contrib-type="author">
<contrib-id contrib-id-type="orcid">0000-0002-1707-284X</contrib-id>
<name>
<surname>Flüh</surname>
<given-names>Marie</given-names>
</name>
<email>marie.flueh@uni-hamburg.de</email>
<xref ref-type="aff" rid="aff-1"/>
</contrib>
<aff id="aff-1">
<institution-wrap>
<institution>Universität Hamburg</institution>
</institution-wrap>
</aff>
</contrib-group>
<volume>1</volume>
<issue>11</issue>
<issue-title>Bibliografie</issue-title>
<pub-history>
<event>
<event-desc>Erstveröffentlichung: 04.03.2019 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/digitales-bibliografieren">fortext.net</ext-link>
<date date-type="origdate" iso-8601-date="2019-03-04">
<day>04</day>
<month>03</month>
<year>2019</year>
</date>
</event-desc>
</event>
</pub-history>
<permissions>
<license license-type="open-access">
<ali:license_ref xmlns:ali="http://www.niso.org/schemas/ali/1.0/">https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/</ali:license_ref>
<license-p>-This work is licensed under a Creative Commons
Attribution-ShareAlike 4.0 International License.</license-p>
</license>
</permissions>
</article-meta>
</front>
<body>
<p><bold>Erstveröffentlichung:</bold> 04.03.2019 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/methoden/digitales-bibliografieren">fortext.net</ext-link></p>
<sec id="definition">
  <title>1. Definition</title>
  <p>Der Begriff Bibliografie wird im Deutschen in dreifachem Sinn
  gebraucht und bezeichnet das Literaturverzeichnis (weitere synonyme
  Ausdrücke sind Bibliothek, Lexikon, Index oder Katalog),
  Bibliografieren als Herstellung des Literaturverzeichnisses sowie die
  Lehre der Herstellung und Nutzung von Literaturverzeichnissen
  (<xref alt="Bartsch 1989, 16" rid="ref-bartschBibliographie1989" ref-type="bibr">Bartsch
  1989, 16</xref>). Digitales Bibliografieren meint sowohl die digital
  gestützte Suche nach als auch die Organisation von Forschungsliteratur
  z. B. mithilfe eines digitalen Literaturverwaltungsprogramms. Solche
  multifunktionalen Tools begleiten – von der Literaturrecherche in
  elektronischen Bibliografien über den Schreibprozess unter Einbezug
  der Sekundärliteratur bis zur Publikation – sämtliche Schritte des
  literaturwissenschaftlichen Arbeitens in digital unterstützender
  Funktion.</p>
</sec>
<sec id="anwendungsbeispiel">
  <title>2. Anwendungsbeispiel</title>
  <p>Sie möchten eine kollaborative wissenschaftliche Arbeit über
  Christoph Martin Wieland und die Entstehung des Bildungsromans
  anfertigen und sind auf der Suche nach allen für das Thema
  wesentlichen Literaturdokumenten. Die Ergebnisse möchten Sie mit Ihren
  Kolleg*innen teilen und ein Literaturverzeichnis nach
  Harvard-Zitierweise erstellen. Digitale Bibliografietools können Sie
  bei diesen Schritten unterstützen.</p>
</sec>
<sec id="literaturwissenschaftliche-tradition">
  <title>3. Literaturwissenschaftliche Tradition</title>
  <p>Ein Wesensmerkmal der geisteswissenschaftlichen Arbeitspraxis
  stellt der unablässige Umgang mit Literaturdokumenten (Primär- und
  Sekundärliteratur) dar
  (<xref alt="Paschek 1999, 13" rid="ref-paschekPraxisLiteraturinformationGermanistik1999" ref-type="bibr">Paschek
  1999, 13</xref>), die in Bibliografien verzeichnet werden. Die
  Germanistik als Wissenschaft von der deutschen Sprache und Literatur
  blickt auf eine vergleichsweise kurze Tradition zurück. Die
  eigentliche Forschung setzte erst in der Blütezeit der Romantik um
  1850 u. a. mit den Arbeiten der Gebrüder Grimm ein. Die daraus
  resultierenden Publikationen liegen folglich kaum mehr als 160 Jahre
  zurück und sind in Bibliografien verzeichnet, die noch jüngeren Datums
  sind
  (<xref alt="Raabe 1980, 4" rid="ref-raabeEinfuhrungBucherkundeZur1980" ref-type="bibr">Raabe
  1980, 4</xref>). Bibliografieren als aktive Praxis und Ermittlung von
  Literaturdokumenten
  (<xref alt="Jeßing und Köhnen 2012, 372" rid="ref-jessingEinfuhrungNeuereDeutsche2012" ref-type="bibr">Jeßing
  und Köhnen 2012, 372</xref>;
  <xref alt="Jeßing 2017, 33" rid="ref-jessingArbeitstechnikenLiteraturwissenschaftlichenStudiums2017" ref-type="bibr">Jeßing
  2017, 33</xref>) blickt folglich genau wie die Fachdisziplin selbst
  auf eine kurze und erst im ausgehenden 19. Jahrhundert einsetzende
  Tradition zurück.
  Ein Blick auf die Etymologie verdeutlicht, dass das Bibliografieren
  als Technik des wissenschaftlichen Arbeitens in anderen Kulturen
  jedoch eine weitaus längere Tradition hat. Die Wortfamilie um den
  Begriff der Bibliografie wurde zunächst ausschließlich in der antiken
  und mittelalterlichen Literatur der Griechen für die Tätigkeit des
  Schreibens oder Abschreibens von Büchern verwendet. Einen
  bibliografischen Sinn, der unserem heutigen Gebrauch entspricht, besaß
  das griechische Wort in der Antike und im Mittelalter zunächst nicht.
  Im Lateinischen fehlte eine Übernahme oder sinngemäße Nachbildung
  zunächst gänzlich. Erst im 17. Jahrhundert wurde der Term Bibliografie
  als Bezeichnung für Bücherverzeichnisse verwendet und löste deren
  Benennung als Index, Elenchus, Bibliotheca oder Cataloga durch den
  Begriff der Bibliografie ab
  (<xref alt="Bartsch 1979, 182" rid="ref-bartschBibliographieEinfuhrungBenutzung1979" ref-type="bibr">Bartsch
  1979, 182</xref>). Da die Informationsfülle und das Wachstum von
  Wissenschaften, Technik und Verwaltung maßgebliche Kennzeichen dieser
  Zeit darstellen, entwickelten sich mannigfaltige Spezial- und
  Fachbibliografien (vgl. ebd., 199). Die bis heute fortlaufende
  Entwicklung von Nationalbibliografien setzte in den mitteleuropäischen
  Ländern gegen Mitte des 19. Jahrhunderts ein (vgl. ebd., 207). Den
  gesetzlichen Auftrag zur bibliografischen Verzeichnung sämtlicher in
  Deutschland erscheinenden Veröffentlichungen erfüllt die Deutsche
  Nationalbibliothek (DNB).</p>
</sec>
<sec id="diskussion">
  <title>4. Diskussion</title>
  <p>Während vormalig Bibliografien ausschließlich in gedruckter Form
  vorlagen und in einzelnen Schritten händisch unter Berücksichtigung
  der geltenden Zitierweisen erstellt wurden, gibt es heute zahlreiche
  digitale Literaturverwaltungsprogramme, die bei der Literaturrecherche
  sowie bei der digitalen Literatur- und Quellenverwaltung assistieren
  und das steigende elektronische Informationsangebot der Bibliotheken
  auffangen. Die analoge Suche nach Sekundärliteratur in gedruckten
  Bibliografien wird durch die digitale Recherche in den elektronischen
  Katalogen der Bibliotheken (Online Public Access Catalogues, OPACs
  (vgl. <xref alt="OPAC" rid="glossary-opac">OPAC</xref>)), digitalen
  Fachportalen und Fachbibliografien ergänzt oder gar ersetzt. Die zu
  diesem Zweck entwickelten leistungsfähigen und multifunktionalen Tools
  (wie bspw. <italic>Citavi</italic>, <italic>Mendeley</italic>,
  <italic>EndNote</italic> oder Zotero
  (<xref alt="Flüh 2024a" rid="ref-fluhToolbeitragZotero2019" ref-type="bibr">Flüh
  2024a</xref>)) sind dabei mehr als persönliche Literaturdatenbanken.
  Ihre Funktionen sind vielmehr auf die Gesamtheit der Arbeitsschritte
  eines geisteswissenschaftlichen Forschungsvorhabens abgestimmt:
  Recherche von Forschungsliteratur, Erstellen von Bibliografien,
  Zitation der Sekundärliteratur und schlussendlich die Publikation der
  Arbeit werden durch solche Tools digital unterstützt.
  Für die Beschaffung und Erarbeitung der Primärliteratur, die den
  Ausgangspunkt des literaturwissenschaftlichen Arbeitens darstellt
  (<xref alt="Jeßing 2010, 11" rid="ref-jessingBibliographierenFurLiteraturwissenschaftler2010" ref-type="bibr">Jeßing
  2010, 11</xref>;
  <xref alt="Jeßing 2017, 33" rid="ref-jessingArbeitstechnikenLiteraturwissenschaftlichenStudiums2017" ref-type="bibr">Jeßing
  2017, 33</xref>), und die Suche nach digitalen Textkorpora (vgl.
  <xref alt="Korpus" rid="glossary-korpus">Korpus</xref>)
  deutschsprachiger Primärliteratur, bieten sich bspw. das
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106121355/https://www.deutschestextarchiv.de/">Deutsche
  Textarchiv</ext-link> oder das TextGrid Repository an (siehe auch
  Horstmann und Kern
  (<xref alt="2024" rid="ref-horstmannRessourcenbeitragDeutschesTextarchiv2018" ref-type="bibr">2024</xref>)
  zum Deutschen Textarchiv (DTA) und Horstmann
  (<xref alt="2024" rid="ref-horstmannRessourcenbeitragTextGridRepository2018" ref-type="bibr">2024</xref>)
  zum TextGrid Repository). Beide Langzeitarchive kooperieren mit dem
  Fachportal Germanistik im Netz (GiN)
  (<xref alt="Flüh 2024b" rid="ref-fluhRessourcenbeitragGermanistikIm2019" ref-type="bibr">Flüh
  2024b</xref>), in dem sich die Suche nach Primär- und
  Sekundärliteratur verbinden lässt (TextGrid: bereits Bestandteil; DTA:
  Einbezug im Rahmen der laufenden Erneuerung von GiN). Um
  digitalisierte Bestände alter Drucke, Handschriften, Zeitschriften
  oder Dokumente aus Nachlässen zu erhalten, stellen außerdem die
  fachspezifischen Sammlungen der Universitätsbibliotheken eine wichtige
  erste Anlaufstelle dar.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 1: Systematischer Verlauf eines
    Forschungsvorhabens: Arbeitsschritte 1 und 2</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Schritte_1_und_2_-1-p_1.png" />
  </fig>
  <p>An zweiter Stelle des literaturwissenschaftlichen Arbeitens (siehe
  Abbildung 1) steht die extensive Beschaffung von Forschungsliteratur
  zu einem literarischen Text bzw. Korpus und/oder der entsprechenden
  Forschungsfrage (Sekundärliteratur: Hintergrundinformationen zu
  Autor*in und Text, zu seinem/ihrem Gesamtwerk, zur
  literaturgeschichtlichen Epoche, zu methodologischen Konzepten, zur
  literarischen Gattung, Stand der Forschung)
  (<xref alt="Jeßing 2010, 11" rid="ref-jessingBibliographierenFurLiteraturwissenschaftler2010" ref-type="bibr">Jeßing
  2010, 11</xref>). Literaturverwaltungsprogramme begleiten Ihre
  Recherche in unterstützender Funktion, indem sie als Schnittstelle zu
  einer Vielzahl an Online-Datenbanken fungieren und den Export von
  Referenzen aus diesen Datenbanken ermöglichen. Die kommerzielle
  Literaturverwaltung des amerikanischen Informationsdienstleisters
  Thomson-Reuters
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://www.google.com/url?q=https://endnote.com&amp;sa=D&amp;source=docs&amp;ust=1647295380067083&amp;usg=AOvVaw0ZZIXg08sB5gCDKMeMA--s"><italic>EndNote</italic></ext-link>
  (aktuell in der Version X9 für Windows und Mac erhältlich) oder das in
  der Basisversion kostenlos erhältliche Tool <italic>Citavi</italic>
  (aktuell in der Version <italic>Citavi Free 6.3</italic> für Windows
  7, 8, 10 erhältlich) gestatten aus der Software hinaus die Recherche
  in OPACs, Fachbibliografien und weiteren vordefinierten Datenbanken
  (<italic>Citavi 6.1</italic>: über 4500 vordefinierte Zugänge;
  <italic>EndNote X9</italic>: über 6000 vordefinierte Zugänge, von
  denen 400 vorinstalliert sind). Bei Bedarf können weitere Datenbanken
  oder Kataloge bei den Herstellern angefordert und heruntergeladen
  werden.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 2: Download weiterer Datenbanken in das
    Literaturverwaltungsprogramm EndNote über die Homepage der
    Betreiber</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="EndNote_Kataloge_downloaden-p.png" />
  </fig>
  <p>Im Rahmen der Recherche ermöglichen Tools wie
  <italic>EndNote</italic> (siehe Abbildung 2) den Import von Dateien
  über einen Importfilter und den direkten Export von
  <xref alt="Metadaten" rid="glossary-metadaten">Metadaten</xref> aus
  Datenbanken in die Software. Auf diese Weise lassen sich Dateien aus
  bibliografischen Datenbanken und anderen
  Literaturverwaltungsprogrammen direkt in die Software einspeisen.
  Importierte Dateien können den einzelnen Beiträgen als Anhang (z. B.
  als PDF Dokument (vgl. <xref alt="PDF" rid="glossary-pdf">PDF</xref>),
  als Link zur <xref alt="URI" rid="glossary-uri">URI</xref> oder als
  Link auf eine Datei) hinzugefügt werden.
  In vielen Fällen können die gängigen Literaturverwaltungsprogramme
  direkt auf die Online-Kataloge von Universitätsbibliotheken zugreifen
  (siehe Abbildung 3), bibliografische Daten aus den OPACs herunterladen
  und beispielsweise in die eigene <italic>Citavi-</italic>,
  <italic>EndNote</italic>- oder <italic>Zotero</italic>-Bibliothek
  importieren.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 3: Der Export von Metadaten über den Katalog der
    Hamburger Universitäten</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Beluga-p_0.png" />
  </fig>
  <p>Sie können Metadaten außerdem über einen Button in der
  Browserleiste (vgl.
  <xref alt="Browser" rid="glossary-browser">Browser</xref>) direkt in
  die Literaturverwaltungsprogramme importieren. Voraussetzung hierfür
  ist die Installation eines Web-Importers (<italic>Zotero</italic>:
  <italic>Zotero-Connect</italic>, siehe Abbildung 4),
  <italic>Mendeley</italic>: <italic>Web Importer</italic>,
  <italic>EndNote</italic>: <italic>Capture-Button</italic>,
  <italic>Citavi</italic>: <italic>Citavi Picker</italic>).</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 4: Vorinstallation des Zotero Web-Importers und
    Import der Metadaten</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Zotero_Connector-p.png" />
  </fig>
  <p>Als unübersichtlich, da nicht einheitlich, erweist sich das
  Netzwerk aus Kooperationen zwischen Datenbanken und
  Literaturverwaltungsprogrammen. Leider ist nicht immer sofort
  ersichtlich, welche Software mit welcher Datenbank kooperiert. Hier
  ist es also nötig, sich die Tools im Einzelnen anzuschauen, bevor sie
  in den eigenen Forschungsalltag integriert werden.
  Vor allem bei umfangreichen Forschungsvorhaben, deren Konzeption eine
  möglichst vollständige Erfassung der relevanten Forschungsliteratur
  beinhaltet, profitieren Sie auf der nächsten Stufe eines
  literaturwissenschaftlichen Forschungsvorhabens von einer digitalen
  Unterstützung durch die Tools: Organisation und Verwaltung von
  Forschungsliteratur werden durch die Programme erheblich
  erleichtert.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 5: Systematischer Verlauf eines
    Forschungsvorhabens: Arbeitsschritte 3, 4 und 5</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Schritte_345-p.png" />
  </fig>
  <p>Dem thematischen Schwerpunkt der Recherche entsprechend, lassen
  sich digitale Bibliotheken erstellen, in denen Sie die
  bibliografischen Angaben (Auswahl aus bis zu 50 unterschiedlichen
  Referenztypen, Titel, Autor*innen, Datum etc.) und importierte Dateien
  sammeln können. Thematisch verwandte Beiträge aus unterschiedlichen
  Bibliotheken können miteinander verknüpft und mit Notizen versehen
  werden. Die Tools ermöglichen das Erstellen einer individuellen
  Datenbank, die sich stetig erweitern lässt. Ihre Gedanken und Ideen zu
  Texten können Sie festhalten, jederzeit einsehen und miteinander
  verbinden. Die Suche nach passenden Zitaten und Quellen bspw. für eine
  Publikation wird durch den kontinuierlichen Aufbau Ihrer Datenbank und
  deren thematische Organisation erheblich beschleunigt bzw.
  erleichtert. Einmal Gelesenes können Sie als bibliografische Angabe
  festhalten (und evt. zusätzlich als PDF-Dokument anhängen) und mit
  Schlagworten oder Notizen versehen, die sich über die Suchfunktion
  (vgl. <xref alt="Query" rid="glossary-query">Query</xref>) der Tools
  problemlos wiederfinden lassen. Die sorgfältige Organisation einer
  individuellen Literaturdatenbank hilft Ihnen nicht nur dabei,
  Forschungsliteratur zu verzeichnen und thematisch geordnet zu
  organisieren. Darüber hinaus werden Strukturierung und Abrufbarkeit
  von Wissen, Gedanken sowie Ideen unterstützt.
  Ein weiterer Vorteil gegenüber dem analogen Bibliografieren besteht in
  der Möglichkeit, Bibliografien kollaborativ zu erstellen und zu
  verwalten sowie in der Option der Freigabe von Datensätzen für externe
  Nutzer*innen. An literaturwissenschaftlichen Forschungsprojekten sind
  häufig mehrere Personen beteiligt. Der Gruppenarbeitsmodus der Tools
  (mögliche Gruppengrößen variieren tool- und versionsabhängig zwischen
  drei und 25 Personen) ermöglicht eine effektive Zusammenarbeit, indem
  relevante Forschungsliteratur von allen Beteiligten zusammengetragen
  und verwaltet wird. Durch die Sammlung relevanter Forschungsliteratur
  im literaturwissenschaftlich sachkundigen Kollektiv erstellen Sie auf
  äußerst effiziente Art und Weise Fachbibliografien, auf die Sie auf
  der nächsten Stufe des Forschungsvorhabens zurückgreifen können.
  Der Schreibprozess stellt einen weiteren Arbeitsschritt dar, den
  Bibliographietools in unterstützender Funktion begleiten. Aus einer
  Vielzahl an Zitierstilen (Schlüsselzitierstile wie MLA, ABA oder
  Harvard) können Sie den passenden auswählen oder einen eigenen Stil
  definieren, in dem Bibliografien und Zitate korrekt und einheitlich
  formatiert werden. Der Zugriff auf besonders hochfrequentierte
  Referenztypen wie z. B. Fachartikel und deren Zitation wurde um
  weitere Medientypen wie Multimedia-Anwendungen, TV-Episoden,
  Social-Media-Beiträge und Diskussionsforen erweitert. Überdies sind
  die Tools kompatibel mit unterschiedlichen Textverarbeitungsprogrammen
  (<italic>Citavi</italic>: Word-Add-In; <italic>EndNote</italic>:
  MS-Word, Apple Pages, OpenOfficeWriter; <italic>Mendeley</italic>:
  Add-In für MS-Word; <italic>Zotero</italic>: Add-In für MS Word,
  OpenOffice, LibreOffice, NeoOffice). Dadurch lassen sich
  bibliografische Angaben in das Textverarbeitungsprogramm einfügen.
  Neben der Möglichkeit, statische Bibliografien zu exportieren, können
  Sie dynamische Bibliografien erstellen, die beim Hinzufügen von
  Literatur automatisch ergänzt werden. Der Vorteil dieser Form des
  digitalen Bibliografierens besteht vor allem in der einheitlichen und
  verlässlichen Zitation, die sich problemlos in Dokumente einspeisen
  und laufend aktualisieren lässt. Vor allem umfangreiche Arbeiten mit
  entsprechenden Literaturverzeichnissen profitieren an dieser Stelle:
  Formale Fehler beim Zitieren oder unvollständige
  Literaturverzeichnisse lassen sich durch den Einsatz eines
  Literaturverwaltungsprogramms ausschließen.
  Die Publikation der Forschungsergebnisse stellt den letzten Schritt
  dar, bei dem Toolfunktionen wie der <italic>EndNote</italic>
  <italic>Manuscript-Matcher</italic> unterstützen, indem sie eine Liste
  der am besten für die Veröffentlichung der Arbeit geeigneten
  Zeitschriften erstellen.
  Nicht alle für Literaturwissenschaftler*innen relevanten
  Fachbibliografien und Kataloge lassen sich jedoch über die
  Rechercheoption der Tools konsultieren bzw. einige Tools
  (<italic>Zotero</italic>) verfügen nicht über diese Funktion. Auch für
  das digitale Bibliografieren gilt ein Grundsatz der
  Wissenschaftsarbeit: An einem einzigen Ort sind sämtliche für ein
  Forschungsvorhaben benötigten Informationen nicht zu finden
  (<xref alt="Cramme und Ritzi 2003, 33" rid="ref-crammeLiteraturErmitteln2003" ref-type="bibr">Cramme
  und Ritzi 2003, 33</xref>). Die durch Softwares zur Auswahl gestellten
  bibliografischen Datenbanken sollten geprüft und um Datenbanken mit
  literaturwissenschaftlichen Sammelschwerpunkten ergänzt werden.</p>
</sec>
<sec id="technische-grundlagen">
  <title>5. Technische Grundlagen</title>
  <p>Die meisten Datenbanken sind in der Regel innerhalb des
  Universitätsnetzes kostenlos nutzbar, was durch die in Abbildung 7
  abgebildeten Symbole gekennzeichnet wird. Die Kontrolle der
  Zugangsberechtigung wird durch die Prüfung der
  <xref alt="IP-Adresse" rid="glossary-ip-adresse">IP-Adresse</xref>
  durchgeführt. In diesem Fall ist digitales Bibliografieren
  ortsgebunden. Über den Status der Verfügbarkeit klärt eine
  einheitliche Zeichengebung auf.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 7: Status der Verfügbarkeit der Datenbanken
    (Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Zeichenerklaerung-p.png" />
  </fig>
  <p>Seit dem Jahr 2015 sind sämtliche Titeldaten der DNB und die
  Normdaten der Gemeinsamen Normdatei kostenfrei unter „Creative Commons
  Zero“-Bedingungen (CC0 1. 0) zur freien Nachnutzung verfügbar. Der
  Bezug ist über Online-Schnittstellen (Datenshop, SRU- oder
  OAI-Schnittstelle) nach einmaliger kostenfreier Anmeldung und
  Autorisierung möglich.
  Die digitale Literaturrecherche in Fachbibliografien, die Nutzung der
  webbasierten Rechercheoption der Tools und die Synchronisation von
  unterschiedlichen Nutzerkonten, beispielsweise auf unterschiedlichen
  Rechnern, verlangen in erster Linie nach einer Internetverbindung.
  Eine äußerst dynamische Softwareentwicklung führt zu der stetigen
  Weiterentwicklung der Programme. So werden zahlreiche Plug-ins
  entwickelt, die Sie über die Anbieterseiten herunterladen können.
  Wichtig ist zunächst vor allem die Installation des Web-Importers, der
  den Import der Metadaten aus bibliografischen Datenbanken ermöglicht.
  Selbst Tools, die eine besonders benutzerfreundliche Oberfläche (vgl.
  <xref alt="GUI" rid="glossary-gui">GUI</xref>) aufweisen, beinhalten
  eine große Bandbreite unterschiedlicher Funktionen, die zunächst
  erschlossen werden müssen. Für einige Tools wie
  <italic>EndNote</italic> existieren Einführungskurse,
  Selbstlernmaterialien sind in jedem Fall vorhanden. Eine
  Einarbeitungszeit sollte stets berücksichtigt werden, da die Tools
  nicht immer intuitiv bedienbar sind. Die Frage danach, welches Tool
  für die eigenen Belange am besten geeignet ist, lässt sich vor allem
  über eigenes Ausprobieren beantworten.</p>
</sec>
<sec id="externe-und-weiterführende-links">
  <title>Externe und weiterführende Links</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Bibliographie der deutschen Sprach- und Literaturwissenschaft:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20220405001633/http://www.bdsl-online.de/BDSL-DB/templates/template.xml?vid=%7B254CC6B9-266C-45F9-99E5-F21E5D1B65D0%7D&amp;contenttype=text/html&amp;Skript=home&amp;lang=de&amp;lang=de">https://web.archive.org/web/20220405001633/http://www.bdsl-online.de/BDSL-DB/templates/template.xml?vid={254CC6B9-266C-45F9-99E5-F21E5D1B65D0}&amp;contenttype=text/html&amp;Skript=home&amp;lang=de&amp;lang=de</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Citavi (Literaturverwaltungsprogramm):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106121610/https://www.citavi.com/de">https://web.archive.org/web/20241106121610/https://www.citavi.com/de</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Deutsches Textarchiv:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106121355/https://www.deutschestextarchiv.de/">https://web.archive.org/web/20241106121355/https://www.deutschestextarchiv.de/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Docear (Literaturverwaltungsprogramm):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106121804/https://docear.org/">https://web.archive.org/web/20241106121804/https://docear.org/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>EndNote (Literaturverwaltungsprogramm):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106121837/https://endnote.com/">https://web.archive.org/web/20241106121837/https://endnote.com/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Fachinformationsdienst Allgemeine und Vergleichende
      Literaturwissenschaft:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106122725/https://www.avldigital.de/">https://web.archive.org/web/20241106122725/https://www.avldigital.de/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Germanistik im Netz:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106120950/https://www.germanistik-im-netz.de/">https://web.archive.org/web/20241106120950/https://www.germanistik-im-netz.de/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Mendeley (Literaturverwaltungsprogramm):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106122950/https://www.mendeley.com/">https://web.archive.org/web/20241106122950/https://www.mendeley.com/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>TextGrid Repository:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106113832/https://textgridrep.org/">https://web.archive.org/web/20241106113832/https://textgridrep.org/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Zotero (Literaturverwaltungsprogramm):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/web/20241106113204/https://www.zotero.org/">https://web.archive.org/web/20241106113204/https://www.zotero.org/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 06.11.2024)</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="glossar">
  <title>Glossar</title>
  <def-list>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-annotation">Annotation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Annotation beschreibt die manuelle oder automatische
        Hinzufügung von Zusatzinformationen zu einem Text. Die manuelle
        Annotation wird händisch durchgeführt, während die
        (teil-)automatisierte Annotation durch
        <xref alt="Machine-Learning-Verfahren" rid="glossary-machine-learning">Machine-Learning-Verfahren</xref>
        durchgeführt wird. Ein klassisches Beispiel ist das
        automatisierte
        <xref alt="PoS-Tagging" rid="glossary-pos">PoS-Tagging</xref>
        (Part-of-Speech-Tagging), welches oftmals als Grundlage
        (<xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>)
        für weitere Analysen wie Named Entity Recognition (NER) nötig
        ist. Annotationen können zudem deskriptiv oder analytisch
        sein.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-browser">Browser</styled-content></term>
      <def>
        <p>Mit Browser ist in der Regel ein Webbrowser gemeint, also ein
        Computerprogramm, mit dem das Anschauen, Navigieren auf, und
        Interagieren mit Webseiten möglich wird. Am häufigsten genutzt
        werden dafür Chrome, Firefox, Safari oder der Internet
        Explorer.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-commandline">Commandline</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Commandline (engl. <italic>command line
        interface</italic> (CLI)), auch Kommandozeile, Konsole, Terminal
        oder Eingabeaufforderung genannt, ist die direkteste Methode zur
        Interaktion eines Menschen mit einem Computer. Programme ohne
        eine grafische Benutzeroberfläche
        (<xref alt="GUI" rid="glossary-gui">GUI</xref>) werden i. d. R.
        durch Texteingabe in die Commandline gesteuert. Um die
        Commandline zu öffnen, klicken Sie auf Ihrem Mac „cmd“ +
        „space“, geben „Terminal“ ein und doppelklicken auf das
        Suchergebnis. Bei Windows klicken Sie die Windowstaste + „R“,
        geben „cmd.exe“ ein und klicken Enter.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-feature">Feature</styled-content></term>
      <def>
        <p>Unter Features können Einzelfunktionen eines Tools verstanden
        werden, die beispielsweise komplexe Funktionen wie die
        Visualisierung eines Textes als
        <xref alt="Wordcloud" rid="glossary-wordcloud">Wordcloud</xref>
        ermöglichen, oder auch kleinere Funktionseinheiten wie den
        Abgleich einzelner Spracheigenschaften
        (<xref alt="Properties" rid="glossary-property">Properties</xref>)
        mit
        <xref alt="annotierten" rid="glossary-annotation">annotierten</xref>
        Beispieltexten darstellen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-gui">GUI</styled-content></term>
      <def>
        <p>GUI steht für <italic>Graphical User Interface</italic> und
        bezeichnet eine grafische Benutzeroberfläche. Ein GUI ermöglicht
        es, Tools mithilfe von grafischen Schaltflächen zu bedienen, um
        somit beispielsweise den Umgang mit der
        <xref alt="Commandline" rid="glossary-commandline">Commandline</xref>
        zu umgehen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-html">HTML</styled-content></term>
      <def>
        <p>HTML steht für <italic>Hypertext Markup Language</italic> und
        ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung
        elektronischer Dokumente. HTML-Dokumente werden von
        <xref alt="Webbrowsern" rid="glossary-browser">Webbrowsern</xref>
        dargestellt und geben die Struktur und Online-Darstellung eines
        Textes vor. HTML-Dateien können außerdem zusätzliche
        <xref alt="Metainformationen" rid="glossary-metadaten">Metainformationen</xref>
        enthalten, die auf einer Webseite selbst nicht ersichtlich
        sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-ip-adresse">IP-Adresse</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Vernetzung von Computern wird in einem Internetprotokoll
        (IP) festgehalten, woraufhin jedes angebundene Gerät in diesem
        Computernetz eine IP-Adresse erhält. So werden die Geräte
        adressierbar und erreichbar gemacht. Die IP gehört zu den
        personenbezogenen Daten, da über sie auf Ihre Identität
        geschlossen werden kann.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-korpus">Korpus</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Textkorpus ist eine Sammlung von Texten. Korpora (Plural
        für „das Korpus“) sind typischerweise nach Textsorte, Epoche,
        Sprache oder Autor*in zusammengestellt.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Lemmatisierung von Textdaten gehört zu den wichtigen
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritten
        in der Textverarbeitung. Dabei werden alle Wörter
        (<xref alt="Token" rid="glossary-type-token">Token</xref>) eines
        Textes auf ihre Grundform zurückgeführt. So werden
        beispielsweise Flexionsformen wie „schneller“ und „schnelle“ dem
        Lemma „schnell“ zugeordnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-machine-learning">Machine
      Learning</styled-content></term>
      <def>
        <p>Machine Learning, bzw. maschinelles Lernen im Deutschen, ist
        ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Auf Grundlage
        möglichst vieler (Text-)Daten erkennt und erlernt ein Computer
        die häufig sehr komplexen Muster und Gesetzmäßigkeiten
        bestimmter Phänomene. Daraufhin können die aus den Daten
        gewonnen Erkenntnisse verallgemeinert werden und für neue
        Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten
        Daten verwendet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup-language">Markup
      Language</styled-content></term>
      <def>
        <p>Markup Language bezeichnet eine maschinenlesbare
        Auszeichnungssprache, wie z. B.
        <xref alt="HTML" rid="glossary-html">HTML</xref>, zur
        Formatierung und Gliederung von Texten und anderen Daten. So
        werden beispielsweise auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        durch ihre Digitalisierung oder ihre digitale Erstellung zu
        Markup, indem sie den Inhalt eines Dokumentes strukturieren.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-metadaten">Metadaten</styled-content></term>
      <def>
        <p>Metadaten oder Metainformationen sind strukturierte Daten,
        die andere Daten beschreiben. Dabei kann zwischen
        administrativen (z. B. Zugriffsrechte, Lizenzierung),
        deskriptiven (z. B. Textsorte), strukturellen (z. B. Absätze
        oder Kapitel eines Textes) und technischen (z. B. digitale
        Auflösung, Material) Metadaten unterschieden werden. Auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        bzw.
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup-language">Markup</xref>
        sind Metadaten, da sie Daten/Informationen sind, die den
        eigentlichen Textdaten hinzugefügt werden und Informationen über
        die Merkmale der beschriebenen Daten liefern.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-named-entities">Named
      Entities</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine Named Entity (NE) ist eine Entität, oft ein Eigenname,
        die meist in Form einer Nominalphrase zu identifizieren ist.
        Named Entities können beispielsweise Personen wie „Nils
        Holgerson“, Organisationen wie „WHO“ oder Orte wie „New York“
        sein. Named Entities können durch das Verfahren der Named Entity
        Recognition (NER) automatisiert ermittelt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-ocr">OCR</styled-content></term>
      <def>
        <p>OCR steht für <italic>Optical Character Recognition</italic>
        und bezeichnet die automatische Texterkennung von gedruckten
        Texten, d. h. ein Computer „liest“ ein eingescanntes Dokument,
        erkennt und erfasst den Text darin und generiert daraufhin eine
        elektronische Version.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-opac">OPAC</styled-content></term>
      <def>
        <p>OPAC steht für <italic>Online Public Access
        Catalogue</italic> und bezeichnet online zugängliche
        Bibliothekskataloge.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pdf">PDF</styled-content></term>
      <def>
        <p>PDF steht für <italic>Portable Document Format</italic> . Es
        handelt sich um ein plattformunabhängiges Dateiformat, dessen
        Inhalt auf jedem Gerät und in jedem Programm originalgetreu
        wiedergegeben wird. PDF-Dateien können Bilddateien (z. B. Scans
        von Texten) oder computerlesbarer Text sein. Ein lesbares PDF
        ist entweder ein
        <xref alt="OCR" rid="glossary-ocr">OCR</xref>ter Scan oder ein
        am Computer erstellter Text.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pos">POS</styled-content></term>
      <def>
        <p>PoS steht für <italic>Part of Speech</italic>, oder „Wortart“
        auf Deutsch. Das PoS-
        <xref alt="Tagging" rid="glossary-annotation">Tagging</xref>
        beschreibt die (automatische) Erfassung und Kennzeichnung von
        Wortarten in einem Text und ist of ein wichtiger
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritt,
        beispielsweise für die Analyse von
        <xref alt="Named Entities" rid="glossary-named-entities">Named
        Entities</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-preprocessing">Preprocessing</styled-content></term>
      <def>
        <p>Für viele digitale Methoden müssen die zu analysierenden
        Texte vorab „bereinigt“ oder „vorbereitet“ werden. Für
        statistische Zwecke werden Texte bspw. häufig in gleich große
        Segmente unterteilt (<italic>chunking</italic>), Großbuchstaben
        werden in Kleinbuchstaben verwandelt oder Wörter werden
        <xref alt="lemmatisiert" rid="glossary-lemmatisieren">lemmatisiert</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-property">Property</styled-content></term>
      <def>
        <p>Property steht für „Eigenschaft“, „Komponente“ oder
        „Attribut“. In der automatischen
        <xref alt="Annotation" rid="glossary-annotation">Annotation</xref>
        dienen konkrete Worteigenschaften wie Groß- und Kleinschreibung
        zur Klassifizierung von Wörtern oder Phrasen. Durch die
        Berücksichtigung solcher Eigenschaften in den
        <xref alt="Features" rid="glossary-feature">Features</xref>
        eines Tools kann
        <xref alt="maschinelles Lernen" rid="glossary-machine-learning">maschinelles
        Lernen</xref> bestimmter Phänomene umgesetzt werden. In der
        manuellen Annotation können als Properties auch Eigenschaften
        von
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        benannt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-query">Query</styled-content></term>
      <def>
        <p><italic>Query</italic> bedeutet „Abfrage“ oder „Frage“ und
        bezeichnet eine computergestützte Abfrage zur Analyse eines
        Textes. Um Datenbestände zu durchsuchen, werden Abfragesprachen
        eingesetzt, die <italic>Queries</italic> (Anfragen) an den
        Datenbestand senden. So bilden alle möglichen Queries zusammen
        die <italic>Query Language</italic> eines Tools.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-type-token">Type/Token</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Begriffspaar „Type/Token“ wird grundsätzlich zur
        Unterscheidung von einzelnen Vorkommnissen (Token) und Typen
        (Types) von Wörtern oder Äußerungen in Texten genutzt. Ein Token
        ist also ein konkretes Exemplar eines bestimmten Typs, während
        ein Typ eine im Prinzip unbegrenzte Menge von Exemplaren (Token)
        umfasst.
        Es gibt allerdings etwas divergierende Definitionen zur
        Type-Token-Unterscheidung. Eine präzise Definition ist daher
        immer erstrebenswert. Der Satz „Ein Bär ist ein Bär.“ beinhaltet
        beispielsweise fünf Worttoken („Ein“, „Bär“, „ist“, „ein“,
        „Bär“) und drei Types, nämlich: „ein“, „Bär“, „ist“. Allerdings
        könnten auch vier Types, „Ein“, „ein“, „Bär“ und „ist“, als
        solche identifiziert werden, wenn Großbuchstaben beachtet
        werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-uri">URI</styled-content></term>
      <def>
        <p><italic>Uniform Resource Identifier</italic> (URI) ist ein
        Identifikator zur eindeutigen Erkennung von Online-Ressourcen
        wie Webseiten. Im „Raum“ des Internets können so alle Inhalte
        eindeutig identifiziert werden, unabhängig davon, ob es sich
        dabei beispielsweise um eine Seite mit Text oder Video handelt.
        Die am häufigsten verwendete Form eines URI ist die
        Webseitenadresse, die URL.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-wordcloud">Wordcloud</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine <italic>Wordcloud</italic>, oder auch Schlagwortwolke,
        ist eine Form der Informationsvisualisierung, beispielsweise von
        Worthäufigkeiten in einem Text oder einer Textsammlung. Dabei
        werden unterschiedlich gewichtete Wörter, wie die häufigsten
        Wörter, i.d.R. größer oder auf andere Weise hervorgehoben
        dargestellt. Die horizontale/vertikale Ausrichtung und die Farbe
        der dargestellten Wörter hat meistens allerdings keinen
        semantischen Mehrwert.</p>
      </def>
    </def-item>
  </def-list>
</sec>
</body>
<back>
<ref-list>
  <title>Bibliographie</title>
  <ref id="ref-bartschBibliographieEinfuhrungBenutzung1979">
    <mixed-citation>Bartsch, Eberhard. 1979. <italic>Die Bibliographie.
    Einführung in Benutzung, Herstellung, Geschichte</italic>. München:
    Sauer.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-bartschBibliographie1989">
    <mixed-citation>———. 1989. <italic>Die Bibliographie</italic>.
    München: Sauer.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-crammeLiteraturErmitteln2003">
    <mixed-citation>Cramme, Stefan und Christian Ritzi. 2003. Literatur
    ermitteln. In: <italic>Die Technik wissenschaftlichen Arbeitens.
    Eine praktische Anleitung</italic>, hg. von Norbert Franck und
    Joachim Stary, 33–70. Paderborn: Schöning.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-domayFormlehreBibliographischenErmittlung1968">
    <mixed-citation>Domay, Friedrich. 1968. <italic>Formlehre der
    bibliographischen Ermittlung. Eine Einführung in die Praxis der
    Literaturerschließung</italic>. Stuttgart:
    Hiersemann.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-fluhRessourcenbeitragGermanistikIm2019">
    <mixed-citation>Flüh, Marie. 2024b. Ressourcenbeitrag: Germanistik
    im Netz. Hg. von Evelyn Gius. <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 11.
    Bibliografie (29. November). doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3793">10.48694/fortext.3793</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/germanistik-im-netz">https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/germanistik-im-netz</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-fluhToolbeitragZotero2019">
    <mixed-citation>———. 2024a. Toolbeitrag: Zotero. Hg. von Evelyn
    Gius. <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 11. Bibliografie (29.
    November). doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3787">10.48694/fortext.3787</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/tools/tools/zotero">https://fortext.net/tools/tools/zotero</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-hanselLiteraturrechercheFurGermanisten2003">
    <mixed-citation>Hansel, Johanna und Lydia Kaiser. 2003.
    <italic>Literaturrecherche für Germanisten. Studienausgabe</italic>.
    Berlin: Schmidt.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-horstmannRessourcenbeitragTextGridRepository2018">
    <mixed-citation>Horstmann, Jan. 2024. Ressourcenbeitrag: TextGrid
    Repository. Hg. von Evelyn Gius. <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 11.
    Bibliografie (29. November). doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3794">10.48694/fortext.3794</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/textgrid-repository">https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/textgrid-repository</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-horstmannRessourcenbeitragDeutschesTextarchiv2018">
    <mixed-citation>Horstmann, Jan und Alexandra Kern. 2024.
    Ressourcenbeitrag: Deutsches Textarchiv (DTA). Hg. von Evelyn Gius.
    <italic>forTEXT</italic> 1, Nr. 11. Bibliografie (29. November).
    doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.48694/fortext.3791">10.48694/fortext.3791</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/deutsches-textarchiv-dta">https://fortext.net/ressourcen/textsammlungen/deutsches-textarchiv-dta</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-jessingBibliographierenFurLiteraturwissenschaftler2010">
    <mixed-citation>Jeßing, Benedikt. 2010. <italic>Bibliographieren für
    Literaturwissenschaftler</italic>. Stuttgart: Reclam
    Verlag.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-jessingArbeitstechnikenLiteraturwissenschaftlichenStudiums2017">
    <mixed-citation>———. 2017. <italic>Arbeitstechniken des
    literaturwissenschaftlichen Studiums. Eine Einführung</italic>.
    Stuttgart: Reclam Verlag.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-jessingEinfuhrungNeuereDeutsche2012">
    <mixed-citation>Jeßing, Benedikt und Ralph Köhnen. 2012.
    <italic>Einführung in die neuere deutsche
    Literaturwissenschaft</italic>. Stuttgart: Metzler.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-michelFachinformationsdienstGermanistikProjektbeschreibung2018">
    <mixed-citation>Michel, Volker. 2018. Fachinformationsdienst
    Germanistik. Projektbeschreibung. <italic>Universitätsbibliothek.
    J.C. Senckenberg UB</italic>.
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://www.ub.uni-frankfurt.de/projekte/fid-germanistik.html">https://www.ub.uni-frankfurt.de/projekte/fid-germanistik.html</ext-link>
    (zugegriffen: 15. April 2019).</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-paschekPraxisLiteraturinformationGermanistik1999">
    <mixed-citation>Paschek, Carl. 1999. <italic>Praxis der
    Literaturinformation Germanistik</italic>. Hg. von Hans-Gert Roloff.
    Germanistische Lehrbuchsammlung 48. Berlin:
    Weidler.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-raabeEinfuhrungBucherkundeZur1980">
    <mixed-citation>Raabe, Paul. 1980. <italic>Einführung in die
    Bücherkunde zur deutschen Literaturwissenschaft</italic>. 10. Aufl.
    Bd. 1. Stuttgart: Metzler.</mixed-citation>
  </ref>
</ref-list>
</back>
</article>
