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<journal-title>forTEXT</journal-title>
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<issn publication-format="electronic">2943-212X</issn>
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<publisher-name>Universitäts- und Landesbibliothek
Darmstadt</publisher-name>
<publisher-loc>Darmstadt</publisher-loc>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/fortext.3779</article-id>
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<article-title>Lerneinheit: Netzwerkanalyse mit Gephi</article-title>
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<contrib contrib-type="author">
<contrib-id contrib-id-type="orcid">0000-0002-7952-4194</contrib-id>
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<surname>Schumacher</surname>
<given-names>Mareike</given-names>
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<email>Mareike.Schumacher@sprachlit.uni-regensburg.de</email>
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<institution>Universität Regensburg</institution>
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<pub-date date-type="pub" publication-format="electronic" iso-8601-date="2024-08-30">
<day>30</day>
<month>8</month>
<year>2024</year>
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<volume>1</volume>
<issue>6</issue>
<issue-title>Netzwerkanalyse</issue-title>
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<event-desc>Erstveröffentlichung: 04.12.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/lerneinheiten/netzwerkanalyse-mit-gephi">fortext.net</ext-link>
<date date-type="origdate" iso-8601-date="2020-12-04">
<day>04</day>
<month>12</month>
<year>2020</year>
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<license-p>-This work is licensed under a Creative Commons
Attribution-ShareAlike 4.0 International License.</license-p>
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<p><bold>Erstveröffentlichung:</bold> 04.12.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/routinen/lerneinheiten/netzwerkanalyse-mit-gephi">fortext.net</ext-link></p>
<sec id="eckdaten-der-lerneinheit">
  <title>Eckdaten der Lerneinheit</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Anwendungsbezug: Figurenkonstellation in Emilia Galotti</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Methode: Netzwerkanalyse</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Angewendetes Tool: Gephi</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Lernziele: Erstellen und Auswerten eines Figuren-Netzwerks:
      Anpassen des Netzwerks auf Datenebene und Individualisierung der
      Visualisierung, Download der Netzwerk-Grafiken</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Dauer der Lerneinheit: ca. 90 Minuten</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Schwierigkeitsgrad des Tools: mittel</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="bausteine">
  <title>Bausteine</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Anwendungsbeispiel: Welcher Primärtext liegt der Analyse
      zugrunde? Erstellen Sie ein Figuren-Netzwerk und analysieren Sie
      digital Lessings Drama Emilia Galotti.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Vorarbeiten: Welche Arbeitsschritte sollten vor der Analyse
      ausgeführt werden? Vor Beginn der Analyse muss Gephi
      heruntergeladen bzw. installiert und Netzwerkdaten zu Lessings
      Drama auf Ihren Rechner heruntergeladen werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Funktionen: Welche Funktionen bietet Ihnen Gephi? Mit Gephi
      können Sie tabellarische Übersichten erstellen, die in
      Netzwerkvisualisierungen umgewandelt werden. Die
      Netzwerkvisualisierungen sind auf vielfältige Weise
      individualisierbar.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Lösungen zu den Beispielaufgaben: Haben Sie die
      Beispielaufgaben richtig gelöst? Hier finden Sie Antworten.</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="anwendungsbeispiel">
  <title>1. Anwendungsbeispiel</title>
  <p>In dieser Lerneinheit erstellen und untersuchen Sie zwei
  Figuren-Netzwerke in Lessings Drama <italic>Emilia Galotti</italic>:
  Ein quantitativ angelegtes Netzwerk aus Kopräsenzen von Figuren in den
  einzelnen Szenen und ein Netzwerk, das aufzeigt, welche Figuren A
  welche anderen Figuren B in welcher Häufigkeit erwähnen.
  Netzwerkanalyse
  (<xref alt="Schumacher 2024b" rid="ref-schumacherMethodenbeitragNetzwerkanalyse2018" ref-type="bibr">Schumacher
  2024b</xref>) ist ein Verfahren, das seinen Ursprung in den
  Sozialwissenschaften hat. Der Kerngedanke dieser Methode ist, dass der
  Forschungsgegenstand als System aus Knoten (Nodes) und Verbindungen
  (Edges) betrachtet wird. In dieser Lerneinheit verwenden wir dazu
  Gephi
  (<xref alt="Schumacher 2024c" rid="ref-schumacherToolbeitragGephi2019" ref-type="bibr">Schumacher
  2024c</xref>), ein Open-Source-Tool zur Erstellung von
  Netzwerkvisualisierungen.</p>
</sec>
<sec id="vorarbeiten">
  <title>2. Vorarbeiten</title>
  <p>Für die Erstellung eines quantitativ ausgelegten Netzwerks der
  Kopräsenzen von Figuren im Drama <italic>Emilia Galotti</italic>
  benötigen Sie entweder den Primärtext in analoger oder digitaler Form
  oder bereits für die Netzwerkanalyse optimierte Daten. Das Projekt
  DraCor: Drama Corpora Project
  (<xref alt="Horstmann 2024b" rid="ref-horstmannRessourcenbeitragDraCorDrama2020" ref-type="bibr">Horstmann
  2024b</xref>) stellt Netzwerkdaten für 510 deutschsprachige Dramen als
  Download im Gephi-kompatiblen Format bereit, darunter auch die Daten
  zu <italic>Emilia Galotti</italic>. Einige andere Tools bieten
  ebenfalls die Möglichkeit, für Gephi optimierte Daten direkt zu
  exportieren. Dazu gehört z. B. das Stilometrietool Stylo
  (<xref alt="Horstmann 2024a" rid="ref-horstmannToolbeitragStylo2024" ref-type="bibr">Horstmann
  2024a</xref>). Der Einfachheit halber greifen wir bei der Erstellung
  des Kopräsenz-Netzwerkes auf diese Daten zurück. Für das Netzwerk der
  Figuren-Erwähnungen stellen wir Ihnen Daten zur Verfügung, die aus
  einer digital annotierten (vgl.
  <xref alt="Annotation" rid="glossary-annotation">Annotation</xref>)
  Version des Dramentextes gewonnen wurden.
  <italic>Exkurs</italic>: Um die Netzwerkdaten extrahieren zu können,
  wurden im digitalen Annotations-Tool CATMA
  (<xref alt="Schumacher 2024a" rid="ref-schumacherToolbeitragCATMA2019" ref-type="bibr">Schumacher
  2024a</xref>) alle Figuren, die in der Rede der anderen Figuren
  erwähnt werden, mit einem für sie spezifischen Tag (vgl.
  <xref alt="Tagset" rid="glossary-tagset">Tagset</xref>; z. B. Emilia,
  Prinz, Marinelli usw.) belegt. Außerdem wurde die gesamte Rede einer
  Figur mit einem Tag wie „Der Prinz spricht“, „Emilia spricht“ usw.
  annotiert. Eine anschließende Kollokationsabfrage (vgl.
  <xref alt="Kollokation" rid="glossary-kollokation">Kollokation</xref>)
  hat gezeigt, welche Figur welche anderen Figuren in welcher Häufigkeit
  erwähnt. Die entsprechend annotierte Fassung von <italic>Emilia
  Galotti</italic> erhalten Sie über
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519600">diesen
  Link</ext-link> auf Zenodo
  (<xref alt="forTEXT 2020" rid="ref-fortextNetzwerkanalyseMitGephi2020" ref-type="bibr">forTEXT
  2020</xref>). Diese können Sie in CATMA hochladen, um sich die
  Annotationen genauer anzuschauen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 1: Vorbereitende Annotation in CATMA</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Screenshot_manuelle_Annotation_in_CATMA_6_Emilia_Galotti.png" />
  </fig>
  <p>Gehen Sie nun zu
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://dracor.org/">DraCor</ext-link>
  und wählen Sie „GerDraCor - German Drama Corpus“ aus:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 2: Startseite des DraCor-Projektes</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="DraCor_Startseite.png" />
  </fig>
  <p>Wenn Sie in die Suchleiste (vgl.
  <xref alt="Query" rid="glossary-query">Query</xref>) „Emilia“
  eingeben, werden bereits die relevanten Ergebnisse angezeigt. Klicken
  Sie auf „Emilia Galotti“.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 3: Ergebnisliste für das Suchwort
    „Emilia“</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="DraCor_Ergebnisse_Emilia.png" />
  </fig>
  <p>Nun kommen Sie auf eine Seite, auf der automatisch ein Netzwerk des
  Dramas Emilia Galotti mit zufällig ausgewähltem Layout angezeigt wird.
  Damit Sie mehr darüber erfahren, wie solche Netzwerke erstellt werden
  und welche Berechnungen dahinter stehen, laden Sie sich nun die für
  Gephi optimierten Daten herunter. Klicken Sie dafür auf
  „Downloads“:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 4: DraCor-Seite für das Drama „Emilia Galotti“ mit
    Link zum Downloads-Bereich</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Bildschirmfoto_2020-12-08_um_15.22.40.png" />
  </fig>
  <p>
  </p>
  <p>Es öffnet sich eine Seite mit Downloads in einer Vielzahl an
  Formaten. Klicken Sie auf das Gephi-kompatible Format „GEFX“, so
  startet Ihr Download:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 5: Downloads-Bereich für das Drama „Emilia
    Galotti“</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="DraCor_Downloads.png" />
  </fig>
  <p>Folgen Sie nun
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://gephi.org/users/download/">diesem
  Link</ext-link>, um Gephi für Ihr jeweiliges Betriebssystem
  herunterzuladen (erhältlich für MacOS, Windows und Linux). Diese
  Lerneinheit arbeitet mit Version 0.9.2. Nachdem Sie die
  Installationsdatei heruntergeladen haben, öffnen Sie diese per
  Doppelklick. Am Windows-PC werden Sie anschließend durch einen
  Installationsassistenten geführt. In MacOS wird automatisch eine
  ausführbare Datei in einen Ordner namens „Gephi 0.9.2“ geladen. Ist
  die <bold>Installation</bold> abgeschlossen, können Sie das Programm
  über einen Doppelklick auf das Gephi-Icon starten. Je nach
  Sicherheitseinstellungen Ihres Computers müssen Sie evtl. beim ersten
  Ausführen des Programms bestätigen, dass Sie dies wirklich öffnen
  möchten, oder eine Sicherheitsausnahme hinzufügen. Wie Sie diesen
  Arbeitsschritt in Ihrem Betriebssystem durchführen können, erfahren
  Sie in unserer Video-Anleitung (für Windows siehe forTEXT
  (<xref alt="2019b" rid="ref-fortext_2024_11074222" ref-type="bibr">2019b</xref>);
  für MacOS siehe forTEXT
  (<xref alt="2019a" rid="ref-fortext_2024_11074232" ref-type="bibr">2019a</xref>)).
  Die Startseite von Gephi sieht nach dem ersten Öffnen folgendermaßen
  aus:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 6: Startbildschirm von Gephi</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Startseite_Gephi.png" />
  </fig>
  <p>Wählen Sie die Option „Graph Datei öffnen“ und dann die gerade
  heruntergeladene Datei „lessing-emilia-galotti.gexf“ aus und klicken
  Sie auf „öffnen“. Gehen Sie im sich dann öffnenden Import-Assistenten
  auf „OK“:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 7: Import-Assistent in Gephi</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Import_Assistent_0.png" />
  </fig>
  <p>Nun landen Sie im Bereich „Übersicht“. Klicken Sie im Menü oberhalb
  des Arbeitsbereiches auf den Button „Datenlabor“.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 8: Menü, über das Sie den Arbeitsbereich in Gephi
    wechseln können.</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Menue.png" />
  </fig>
  <p>Es öffnet sich dann eine Tabelle:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 9: Ansicht des Datenlabors in Gephi</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Datenlabor.png" />
  </fig>
  <p>Es handelt sich hierbei um die Tabelle mit den <bold>Knoten</bold>
  des Netzwerkes, also den Figuren. Jede Figur hat eine ID und ein
  Label, das zur späteren Beschriftung dient. In einer weiteren Spalte
  ist vermerkt, ob es sich um weibliche oder männliche Figuren handelt.
  In der letzten Spalte steht, wie viele Wörter die jeweilige Figur
  insgesamt spricht. Es handelt sich bei den letzten beiden Spalten um
  Zusatzinformationen, mit denen Sie Ihrem Netzwerk später
  unterschiedliche Ebenen hinzufügen können.
  Wechseln Sie nun über die in Abb. 9 markierte Schaltfläche auf
  „<bold>Kanten</bold>“:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 10: Ansicht der Kanten-Tabelle in
    Gephi</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Datenlabor_Kanten.png" />
  </fig>
  <p>Hier sehen Sie jeweils Ursprung und Ziel einer Relation. Es handelt
  sich um ein sog. <bold>„ungerichtetes“ Netzwerk</bold>, d.h. es ist
  nicht relevant, welches der Ursprungsknoten und welches der Zielknoten
  ist (im Gegensatz zu dem später angelegten Netzwerk der Erwähnungen,
  in dem es von Bedeutung sein wird, welche Figur (Ursprung) welche
  andere Figur (Ziel) erwähnt). Jede Verbindung hat eine ID, die
  Ursprung und Ziel beinhaltet und unter „weight“ ist angegeben, wie
  häufig die Figuren zusammen auftreten.
  Sie haben nun Ihre Daten soweit vorbereitet, dass Sie in Gephi ihr
  Netzwerk konfigurieren können. Außerdem haben Sie das Programm auf
  Ihrem Rechner installiert, unter dem Menüpunkt „Übersicht“ einen
  ersten Eindruck von einem vorgefertigten Netzwerk gewonnen und die
  wichtigsten Bestandteile des Datenlabors kennengelernt. Damit sind Sie
  nun bereit für die Erstellung Ihrer Netzwerkanalyse mit Gephi.</p>
</sec>
<sec id="funktionen">
  <title>3. Funktionen</title>
  <p>Dadurch, dass Sie vorbereitete Netzwerkdaten nutzen, überspringen
  Sie das Anlegen der Datentabellen in Gephi. Wenn Sie zu einem späteren
  Zeitpunkt ein eigenes Netzwerk anlegen möchten, für das es keine
  vorbereiteten Daten gibt, können Sie im folgenden Video erlernen, die
  Funktionalitäten des „Datenlabors“ zu nutzen:
  Verlassen Sie das Datenlabor und gehen Sie im Menü auf „Übersicht“.
  Gephi hat Ihnen nun aus den Daten im „Datenlabor“ ein
  <bold>Netzwerk</bold> errechnet, das aus kleinen schwarzen Punkten und
  dünnen schwarzen Linien besteht. Die Knoten werden hier alle gleich
  groß angezeigt, die Kantendicke entspricht dem Wert im Tabellenfeld
  „weight“, die Länge der Kanten hat in diesem Layout keine Bedeutung.
  Der nun folgende Schritt der <bold>Layoutanpassung</bold> des
  Netzwerkes ist ein wichtiger interpretativer Vorgang. Er sollte darum
  stets im Bewusstsein darüber ausgeführt werden, dass es sich hierbei
  um eine Interpretation der Daten handelt (vgl. Textvisualisierung
  (<xref alt="Horstmann und Stange 2024" rid="ref-horstmannMethodenbeitragTextvisualisierung2018" ref-type="bibr">Horstmann
  und Stange 2024</xref>)). Wird eine Visualisierung später verwendet,
  um ein Argument in einer Literaturanalyse zu unterstützen, so sollte
  stets eine Bildunterschrift gewählt werden, aus der die Parameter der
  Visualisierung klar hervorgehen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 11: Arbeitsbereich „Übersicht“, nachdem im
    „Datenlabor“ ein Netzwerk angelegt wurde</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Uebersicht.png" />
  </fig>
  <p>Im „Arbeitsbereich“ auf der linken Seite stehen Ihnen zwei Fenster
  zur Anpassung Ihrer Visualisierung zur Verfügung. Im oberen Bereich
  „Ausgestaltung“ lassen sich Größe und Dicke von Knoten und Kanten
  sowie deren Farben bearbeiten. Im unteren Arbeitsbereich „Layout“
  können Sie aus unterschiedlichen Typen von Netzwerken auswählen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 12: Drop-Down-Menü zur Auswahl des
    Netzwerk-Layouts</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Netzwerkauswahl.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 1</italic></bold>: Wählen Sie im
  Drop-Down-Menü des unteren Arbeitsbereiches das Layout „Force Atlas“
  und klicken Sie auf die Schaltfläche „starten“. Beschreiben Sie Ihre
  Beobachtungen. Probieren Sie anschließend andere Layouts aus, bis Sie
  eines gefunden haben, das Ihnen passend für die Visualisierung der
  Figurenkonstellation erscheint. Achtung: Bei manchen Layouts müssen
  Sie nicht nur den Start per Schaltfläche auslösen, sondern auch per
  Klick auf „Stop“ die Layout-Veränderung beenden (der „Start“-Button
  wird in diesem Fall zum „Stop“-Button). Wenn Sie ein Layout ausgewählt
  haben, können Sie anschließend noch das Layout „Noverlap“ (einmalig)
  oder „Expansion“ (einmalig oder mehrmalig) anwenden, um die Lesbarkeit
  des Netzwerkes zu verbessern. „Noverlap“ sorgt dafür, dass Knoten und
  Kanten nicht überlappen (tun sie das in Ihrem ausgewählten Layout von
  Beginn an nicht, so wird „Noverlap“ nichts mehr verändern). Mit
  „Expansion“ können sie das Netzwerk weiter auseinander ziehen.
  Gehen Sie nun zum oberen Arbeitsbereich, um <bold>Farben und
  Gewichtungen anzupassen</bold>. Die (nicht sichtbare) Vorauswahl zeigt
  die Menüpunkte „Knoten“, „eindeutig“ und „Farbe“. Sie können nun
  wählen zwischen „Partition“ - jede Gewichtung bekommt eine eigene
  Farbe zugewiesen - und „Ranking“ - alle Knoten bekommen dieselbe
  Farbe, die Sättigung variiert aber nach Gewichtung. Partition bezieht
  sich hier auf die Möglichkeit, die Knotenpunkte in mittelgroßen bis
  großen Netzwerken zu gruppieren. Diese Gruppierung ist auch Teil der
  Berechnungen bestimmter Netzwerk-Layouts (z. B. Network Splitter 3D).
  Gehen Sie zuerst auf Partition, wählen Sie ein Attribut (hier können
  Sie zwischen „Gender“ und „Number of spoken words“ wählen). Gehen Sie
  auf Ranking, so können Sie den „Grad“ (gemeint ist der
  Vernetzungsgrad, also die Anzahl an Verbindungen, die von einem Knoten
  ausgehen) farblich visualisieren.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 13: Dropdown-Menü zur Verknüpfung des
    Vernetzungsgrads mit der Farbgebung</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Auswahl_Grad.png" />
  </fig>
  <p>Übrigens: beim „Ranking“ kommen Sie mit einem Klick auf die kleine
  Farbpalette rechts neben dem Farbbalken zur Farbauswahl.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 14: Anpassung der Farbauswahl</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Anpassung_der_Farbauswahl.png" />
  </fig>
  <p>Gehen Sie nun oben rechts im Menü (mit den kleinen Icons) auf das
  zweite Icon, das für „Größe“ steht.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 15: Die Icons in dieser Menüauswahl stehen für:
    Farbpalette = Farbe, unterschiedlich große Kreise = Größe,
    unterstrichenes A = Schriftfarbe und unterschiedlich große Ts =
    Schriftgröße</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Menue_zur_Anpassung_der_Darstellung.png" />
  </fig>
  <p>Hier können Sie zwischen Eindeutig und Ranking wählen. Die
  Vorauswahl des Tools ist Eindeutig und Größe 1. Hier können Sie die
  Größe für alle Knoten auf einen Wert festlegen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 16: Standard-Einstellung für
    Knotengröße</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Anpassung_der_Groessenverhaeltnisse.png" />
  </fig>
  <p>Alternativ können Sie unter „Ranking“ im Drop-Down Menü ein
  Attribut auswählen (in unserem Beispiel steht hier mindestens „Grad“
  und „number of spoken words“ zur Auswahl. Je nachdem, welches Layout
  Sie gewählt haben, kommen errechnete Größen wie z. B. Modularity Class
  hinzu), eine Minimal- und eine Maximalgröße eingeben und dann die
  Knoten über die Schaltfläche „Anwenden“ in variierenden Größen
  anzeigen lassen. Die Größe visualisiert z. B. die Anzahl der von einem
  Knoten ausgehenden Verbindungen (Grad), die Anzahl gesprochener Wörter
  der Figur oder die Zugehörigkeit zu einem Knoten-Cluster (Modularity
  Class).</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 17: Auswahlfenster für Minimal- und Maximalgröße
    der Knoten</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Anpassung_Attribute.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 2</italic></bold>: Wählen Sie die Farbe der
  Knoten als genderspezifische Visualisierung aus. Lassen Sie sich die
  Knotengröße entsprechend der Anzahl gesprochener Wörter anzeigen.
  Wiederholen Sie die Arbeitsschritte für die Kanten. Legen Sie alle
  Größen und Farben für Ihr Netzwerk fest. Was passiert, wenn Sie Größen
  und Farben der Label ändern?
  Nachdem wir die automatischen Anpassungen im Arbeitsbereich links
  angewandt haben, gehen wir nun dazu über, das <bold>Netzwerk manuell
  zu verändern</bold>. Dazu nutzen wir den Bereich in der Mitte, der mit
  „Graph“ überschrieben ist. Sie haben in diesem Feld zwei Menüleisten.
  Die eine befindet sich links neben dem Netzwerk-Graphen, die andere
  darunter. Die untere Menüleiste ist standardmäßig eingeklappt. Klappen
  Sie diese aus, indem Sie auf das winzig kleine Icon oben rechts in der
  Ecke der unteren horizontal angeordneten Menüleiste klicken.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 18: Ganz rechts in dieser Menüleiste befindet sich
    der Button zum Ausklappen</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_obere_Menuleiste.png" />
  </fig>
  <p>Die Funktionen in den beiden Menüleisten werden angezeigt, wenn Sie
  mit der Maus über ein Icon hovern. Die wichtigsten Funktionen werden
  wir nun erkunden.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 19: Ausgeklapptes unteres Menü</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_ausgeklapptes_unteres_Menue_0.png" />
  </fig>
  <p>Als erstes schalten Sie die Knoten-Beschriftung an, indem Sie auf
  das kleine schwarze „T“ klicken, das Sie in der unteren Menüleiste
  oben links an dritter Stelle finden. Rechts daneben können Sie die
  Kantenanzeige ein- und ausschalten, die Dicke der Kanten mit einem
  Schieberegler verändern oder die Schriftarten für die Beschriftung
  festlegen. Die Größe der Knotenbeschriftungen können Sie über den
  Schieberegler rechts neben den Schriftarten vergrößern oder
  verkleinern. Im unteren Bereich finden Sie ausführlichere
  Bearbeitungsmöglichkeiten für den gesamten Graphen („Global“), die
  Knoten und die Kanten. Hier können Sie z. B. veranlassen, dass die
  Benennung der Kanten angezeigt wird, indem Sie unter „Bezeichnung“ auf
  „Konfigurieren“ gehen und die Einstellungen für Kanten ändern.
  Mit den Funktionen in der linken Menüleiste können Sie direkt <bold>in
  die Gestaltung des Netzwerkes eingreifen</bold>. Vorausgewählt ist die
  Funktion „ziehen“ (drittes Icon von oben in der linken Menüleiste),
  wodurch Sie mit der Maus per Drag and Drop die Knoten an eine
  beliebige Stelle versetzen können. Die beiden Icons, die über dem mit
  der kleinen Faust stehen, eignen sich zum Erkunden des Netzwerks. Per
  direkter Auswahl (Pfeil) oder Bereichsauswahl (Rechteck) lassen sich
  einzelne Knoten oder bestimmte Bereiche hervorheben. Ohne die Struktur
  des Netzwerkes zu verändern, können Sie sich hier die einzelnen
  Verbindungen in ihrem Netzwerkes anzeigen lassen, was vor allem bei
  der Interpretation komplexer Netzwerke hilfreich sein kann.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 20: Funktionen zur Netzwerk-Erkundung</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Funktionen_zur_Netzwerk-Erkundung_1.png" />
  </fig>
  <p>Mit den Funktionen unterhalb der kleinen Faust wird das Netzwerk in
  seiner Gestaltung grundlegend verändert. Hier kann manuell eine
  bestimmte Farbe für einzelne Knoten oder Kanten ausgewählt werden, die
  Größe von Knoten lässt sich einzeln manipulieren und Kanten lassen
  sich direkt von Knoten zu Knoten anlegen bzw. hinzufügen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 21: Funktionen zur Anpassung des Layouts bzw. der
    Datenstruktur</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Funktionen_zur_Anpassung_des_Layouts_bzw._der_DatenstrukturUnbenannte_Zeichnung.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 3</italic></bold>: Legen Sie Ihr Netzwerk so
  an, dass Marinelli im Mittelpunkt steht. Welches ist der kürzeste Pfad
  zwischen Marinelli und Conti (zwei Figuren, die nie kopräsent sind)?
  Legen Sie einen Knoten „weitere Bediente“ an. Fügen Sie jeweils eine
  Verbindung zwischen „weitere Bediente“, Pirro und Battista hinzu.
  Benennen Sie diese Verbindung als „sind“ (Tipp: Sie müssen dazu zurück
  in das Datenlabor gehen). Lassen Sie sich die Benennung der Kante im
  Graphen anzeigen. Wenn Ihnen Ihr Netzwerk gut gefällt, machen Sie
  einen Screenshot davon. Nutzen Sie dazu nicht die Funktion Ihres
  Rechners, sondern die Gephi-eigene Screenshot-Funktion.
  Verlassen Sie nun den Bereich „Übersicht“ und gehen Sie im oberen Menü
  auf „Vorschau“.</p>
  <fig>
    <caption><p>​​​​​Abb. 22: Oberes Menü, über das der Arbeitsbereich
    gewechselt wird</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Menue_0.png" />
  </fig>
  <p>Klicken Sie unten links auf den Button „Aktualisieren“.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 23: „Aktualisieren“-Button zur Anzeige des
    Netzwerkes in der „Vorschau“</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_aktualisieren_Button.png" />
  </fig>
  <p>Sie erhalten nun eine Vorschau Ihres Netzwerkes und können die
  Darstellung abschließend bearbeiten. Alle Anpassungen, die Sie im
  Bereich „Vorschau“ vornehmen, haben keine Auswirkungen auf Ihre Daten,
  bzw. hier können Sie nicht mehr am Datenmaterial arbeiten (z. B.
  können keine zusätzlichen Kanten hinzugefügt werden). Im Dropdownmenü
  unter „Voreinstellungen“ wählen Sie eine Darstellungsweise aus. Im
  Gegensatz zur Wahl des Layouts im Bereich „Übersicht“ hat diese
  Auswahl keine Auswirkungen auf das Netzwerk-Gefüge. Sie können
  lediglich bestimmen, ob die Kanten gerade oder bogenförmig verlaufen
  sollen und welche Farbe der Hintergrund haben soll. Achtung: Ihre
  Vorauswahl wird erst sichtbar, wenn Sie unten auf „Aktualisieren“
  klicken.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 24: Vorschau der
    Netzwerk-Visualisierung</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Netzwerk.png" />
  </fig>
  <p>Im Bereich „Einstellungen“ - direkt unter dem zuvor betätigten
  Dropdownmenü - finden Sie fünf Bereiche, die Sie per Mausklick auf das
  Pfeilsymbol ein- und ausklappen können. Hier können Sie die
  Darstellung der Knoten und Knotenbeschriftungen, der Kanten und
  Kantenbeschriftungen und der Kantenpfeile (die bei einem ungerichteten
  Netzwerk nicht vorhanden sind) ändern. Auch hier gilt: Jede Änderung
  wird erst sichtbar, wenn Sie auf die Schaltfläche „Aktualisieren“
  klicken.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 25: Fenster zur optischen Feinjustierung des
    Netzwerkes</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Fenster_zur_optischen_Feinjustierung_des_Netzwerkes.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 4</italic></bold>: Setzen Sie ein Häkchen bei
  der Knotenbeschriftung unter „Beschriftung anzeigen“. Ändern Sie die
  Schriftgröße der Knotenbeschriftung auf mindestens 10 Punkt. Legen Sie
  die Größeneinstellung der dünnsten Kanten auf 6.0 Punkt und die der
  dicksten Kanten auf 15.0. fest. Sorgen Sie dafür, dass die
  Beschriftungen der Knoten sich nicht überlappen (Achtung, damit
  greifen Sie in die Netzwerkdaten ein. Sie müssen also zurück in den
  Bereich „Übersicht“). Exportieren Sie Ihr Netzwerk über die
  Gephi-eigene Exportfunktion und vergleichen Sie das Bild mit dem zuvor
  erstellten Screenshot aus dem Bereich „Übersicht“.
  Sie haben nun die wichtigsten Funktionen in Gephi bereits kennen
  gelernt. Sie haben ein Netzwerk der Kopräsenzen gestaltet, die Daten
  angepasst und die Visualisierung gestaltet. Laden Sie sich auf Zenodo
  die Netzwerk-Daten
  (<ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519600">Knotentabelle,
  Kantentabelle</ext-link>) für ein Netzwerk herunter, dass die
  Erwähnungen von Figuren in der Figurenrede visualisiert
  (<xref alt="forTEXT 2020" rid="ref-fortextNetzwerkanalyseMitGephi2020" ref-type="bibr">forTEXT
  2020</xref>).</p>
  <p><bold><italic>Aufgabe 5</italic></bold>: Öffnen Sie die
  heruntergeladene Datei in Gephi. Schauen Sie sich die Datentabellen
  an. Welche Unterschiede im Vergleich zum ersten Netzwerk fallen Ihnen
  auf? Gestalten Sie dann in den Bereichen „Übersicht“ und „Vorschau“
  ein Netzwerk, das in Ihren Augen die Erwähnungen in der Figurenrede
  gut veranschaulicht. Vergleichen Sie Ihre Visualisierung mit der
  Grafik des ersten Netzwerkes. Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede
  fallen Ihnen auf?</p>
</sec>
<sec id="lösungen-zu-den-beispielaufgaben">
  <title>4. Lösungen zu den Beispielaufgaben</title>
  <p><bold><italic>Aufgabe 1</italic></bold>: Wählen Sie im
  Drop-Down-Menü des unteren Arbeitsbereiches das Layout „Force Atlas“
  und klicken Sie auf die Schaltfläche „starten“. Beschreiben Sie Ihre
  Beobachtungen. Probieren Sie anschließend andere Layouts aus, bis Sie
  eines gefunden haben, das Ihnen passend für die Visualisierung der
  Figurenkonstellation erscheint. Achtung: Bei manchen Layouts müssen
  Sie nicht nur den Start per Schaltfläche auslösen, sondern auch per
  Klick auf „Stop“ die Layout-Veränderung beenden (der „Start“-Button
  wird in diesem Fall zum „Stop“-Button). Wenn Sie ein Layout ausgewählt
  haben, können Sie anschließend noch das Layout „Noverlap“ (einmalig)
  oder „Expansion“ (einmalig oder mehrmalig) anwenden, um die Lesbarkeit
  des Netzwerkes zu verbessern. „Noverlap“ sorgt dafür, dass Knoten und
  Kanten nicht überlappen (tun sie das in Ihrem ausgewählten Layout von
  Beginn an nicht, so wird „Noverlap“ nichts mehr verändern). Mit
  „Expansion“ können sie das Netzwerk weiter auseinander ziehen.
  Wenn Sie das Layout „Force Atlas“ wählen, beginnt Ihr Netzwerk, sich
  nach und nach zu verändern. Wenn Sie anschließend das Layout
  „Noverlap“ auswählen, dehnt sich das Netzwerk etwas aus, bleibt aber
  insgesamt immer noch sehr klein. Wenn Sie zusätzlich das Layout
  „Expansion“ mehrfach anwenden, nimmt Ihr Netzwerk langsam eine
  interpretierbare Form an.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 26: Ansicht des „Übersicht“-Bereichs nach Anlegen
    der Datentabellen</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Ansicht_des_Ubersicht-Bereichs_nach_Anlegen_der_Datentabellen.png" />
  </fig>
  <p>Wenn Sie Gephi ohne weitere Plugins installieren, können Sie aus
  folgenden Netzwerk-Layouts wählen:</p>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p><italic>Bezeichner-Justierung</italic>: Abstände zwischen
      Knoten werden so lange vergrößert, bis die Bezeichnungen (Label)
      lesbar sind. Das Layout eignet sich für jede Art von Netzwerk und
      kann auch zusätzlich zu anderen Layouts verwendet werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Expansion</italic>: Das Layout zieht das Netzwerk
      weiter auseinander. Das Layout eignet sich für jede Art von
      Netzwerk und kann auch zusätzlich zu anderen Layouts verwendet
      werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Force Atlas und Force Atlas 2</italic>: Folgen einem
      zweifach linearen Modell, bei dem Anziehung und Abstoßung der
      Knoten proportional zu ihrem Abstand berechnet werden. Das Layout
      kann etwa 10-10.000 Knoten verarbeiten und eignet sich besonders
      um mittelgroße Netzwerke wie z. B. soziale Netzwerke (Daten aus
      Facebook oder Twitter) zu visualisieren.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Fruchterman Reingold</italic>: Diesem Layout liegt
      (ähnlich wie dem Force Atlas) die Idee zugrunde, dass zwischen
      Knoten Anziehungskräfte bestehen (wie bei Magneten) und die Kanten
      die Knoten auseinander drücken (wie Sprungfedern). Das Layout
      entwickelt sich so lange weiter, bis ein Äquilibrium zwischen
      Anziehungs- und Abstoßungskräften entstanden ist. Das Layout kann
      1-1000 Knoten verarbeiten und eignet sich darum besonders für
      kleine Netzwerke (wie das Figuren-Netzwerk aus Emilia
      Galotti).</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Isometric Layout</italic>: Das Layout erlaubt es, eine
      weitere Dimension in die Visualisierung einzubeziehen. Bisher
      wurden hier zwei Dimensionen betrachtet - Knoten und Kanten, die
      in einem zweidimensionalen Feld organisiert wurden. Beim
      isometrischen Layout wird eine sogenannten z-Dimension (wie in
      einem Achsensystem, in dem es eine x-, eine y- und eine z-Achse
      gibt) erzeugt. Diese können Sie im „Datenlabor“ auch bearbeiten
      (automatisch ist für jeden Knoten zunächst der Wert 0
      eingetragen). Hier können Sie z. B. unterschiedliche Werte für
      Haupt- und Nebencharaktere vergeben. In der grafischen Darstellung
      wird diese dritte Achse dann allerdings wieder in das
      zweidimensionale Feld eingerechnet. Beim Isometric Layout ist es
      möglich, das Netzwerk anhand der z-Achse zu spiegeln. Das Layout
      eignet sich vor allem für Netzwerke, in denen drei Dimensionen
      gleichwertig oder nahezu gleichwertig nebeneinander stehen. Bei
      einem Kopräsenz-Netzwerk ist der Status der Figuren aber meist
      weniger bedeutsam als ihr Name/ihre Funktion und ihre Relation
      zueinander.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Network Splitter 3D</italic>: Ähnlich wie beim
      isometrischen Layout wird auch hier eine dritte Ebene in die
      Berechnung des Netzwerkes einbezogen. Dadurch lässt sich das
      Netzwerk in einzelne Cluster aufsplitten. Wenn ausschließlich
      dieses Layout genutzt wird, muss die Z-Dimension im Datenlabor
      definiert und mit Werten versehen werden. Wenn Sie zuerst ein
      anderes Layout nutzen (z. B. Fruchterman Reingold), erstellt Gephi
      automatisch aus den Ergebnissen der vorigen Berechnung eine
      Z-Dimension. Durch die Kombination mit anderen Layouts können beim
      Figurennetzwerk z. B. Cluster der Zentralität erstellt werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Noverlap</italic>: Das Layout sorgt dafür, dass keine
      Überlappungen von Knoten, Kanten und Labels entstehen. Das Layout
      kann zusätzlich zu anderen Layouts verwendet werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>OpenOrd</italic>: Das Layout basiert auf der Idee des
      Fruchterman Reingold Layouts. Allerdings werden hier noch weitere
      Parameter (z. B. Sieden, Abkühlen) in die Simulation einbezogen.
      Damit sich eindeutige Cluster bilden, werden sehr lange Kanten
      abgeschnitten, und in der Visualisierung dann von den anderen
      entfernt dargestellt. Das Layout eignet sich besonders für
      mittelgroße bis große Netzwerke, da es eine Datenbasis von
      100-1.000.000 Knoten benötigt, um gute Ergebnisse zu liefern.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Rotate</italic>: Das Netzwerk rotiert um eine Achse.
      Das Layout kann zusätzlich zu anderen Layouts verwendet
      werden.</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p><italic>Yifan Hu und Yifan Hu Proportional</italic>: Diese
      Layouts kombinieren die Methodik der forcierten Ausrichtung mit
      einer Graph-Vereinfachungs-Technik, um die Komplexität des
      Netzwerkes zu reduzieren. Dadurch werden Cluster besonders
      deutlich. Dieses Layout eignet sich besonders für Netzwerke von
      100-100.000 Knoten, wobei es besonders bei größeren Netzwerken
      sinnvoll einsetzbar ist.</p>
    </list-item>
  </list>
  <p>Außerdem können Sie in Gephi ein Zufallslayout wählen oder über die
  Funktion „Zusammenziehen“ das Netzwerk verdichten. Weitere
  Netzwerk-Layouts können über Plugins aus der
  Gephi-Entwickler-Community installiert werden.</p>
  <p><bold><italic>Aufgabe 2</italic></bold>: Wählen Sie die Farbe der
  Knoten als genderspezifische Visualisierung aus. Lassen Sie sich die
  Knotengröße entsprechend der Anzahl gesprochener Wörter anzeigen.
  Wiederholen Sie die Arbeitsschritte für die Kanten. Legen Sie alle
  Größen und Farben für Ihr Netzwerk fest. Was passiert, wenn Sie Größen
  und Farben der Label ändern?
  Mit der Anpassung der Größe und Farbe der Labels verändert sich der im
  Netzwerk gezeigte Text. Ihre Knoten haben in diesem Netzwerk Label.
  Das bedeutet: Der Text verändert sich, sobald Sie die Knoten-Label
  bearbeiten. Allerdings ist die Anzeige der Labels per
  <xref alt="Default" rid="glossary-default">Default</xref>
  ausgeschaltet, wenn Sie die Einstellungen zum jetzigen Zeitpunkt
  ändern, passiert erst einmal gar nichts. Ihre Kanten haben in diesem
  Netzwerk keine Label. Wenn Sie die Einstellungen für die Kanten-Label
  ändern, verändert sich das Netzwerk gar nicht.
  Ihr Netzwerk könnte nach der Farb- und Größenanpassung etwa so
  aussehen:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 27: Ein in Farbe und Größe nach Grad ausgerichtetes
    Netzwerk</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Netzwerk_0.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 3</italic></bold>: Legen Sie Ihr Netzwerk so
  an, dass Marinelli im Mittelpunkt steht. Welches ist der kürzeste Pfad
  zwischen Marinelli und Conti (zwei Figuren, die nie kopräsent sind)?
  Legen Sie einen Knoten „weitere Bediente“ an. Fügen Sie jeweils eine
  Verbindung zwischen „weitere Bediente“, Pirro und Battista hinzu.
  Benennen Sie diese Verbindung als „sind“ (Tipp: Sie müssen dazu zurück
  in das Datenlabor gehen). Lassen Sie sich die Benennung der Kante im
  Graphen anzeigen. Wenn Ihnen Ihr Netzwerk gut gefällt, machen Sie
  einen Screenshot davon. Nutzen Sie dazu nicht die Funktion Ihres
  Rechners, sondern die Gephi-eigene Screenshot-Funktion.
  Der kürzeste Pfad zwischen Marinelli und Conti verläuft über den
  Prinzen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 28: Anzeige des kürzesten Pfades zwischen Marinelli
    und Conti</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Anzeige_des_kurzesten_Pfades_zwischen_Marinelli_und_Conti.png" />
  </fig>
  <p>Wenn Sie einen Knoten „weitere Bediente“ hinzufügen, so erscheint
  dieser auch in Ihrer Datentabelle im „Datenlabor“. Fügen Sie dazu noch
  Verbindungen zwischen „weitere Bediente“ und Pirro und Battista im
  Bereich „Übersicht“ hinzu, so erscheinen zwei neue Zeilen in Ihrer
  Kanten-Tabelle. Hier können Sie in der Spalte Label die Bezeichnung
  „sind“ eingeben. Wenn Sie zurück in den Bereich „Übersicht“ und dort
  auf die Konfiguration der Bezeichnung gehen, können Sie für Kanten
  „Label“ auswählen.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 29: Fenster zur Auswahl der
    Kanten-Beschriftung</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Fenster_zur_Auswahl_der_Kanten-Beschriftung_0.png" />
  </fig>
  <p>Nun wird Ihnen in Ihrem Netzwerk der Wert „sind“ neben der
  entsprechenden Kante angezeigt (vgl. Abb. 36). Sollte dies nicht der
  Fall sein, müssen Sie im mittleren Menübereich bei „Kanten“ noch das
  blaue Häkchen setzen:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 30: Nur, wenn das blaue Häkchen bei „Kanten“
    gesetzt ist, wird eine Beschriftung angezeigt</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Gephi_Nur_wenn_das_blaue_Hakchen_bei_Kanten_gesetzt_ist_wird_eine_Beschriftung_angezeigt.png" />
  </fig>
  <p>Ihr Netzwerk könnte inzwischen etwa so aussehen:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 31: Netzwerk mit Knoten- und
    Kantenbeschriftungen</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="EmiliaNetzwerkDownload.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 4</italic></bold>: Setzen Sie ein Häkchen bei
  der Knotenbeschriftung unter „Beschriftung anzeigen“. Ändern Sie die
  Schriftgröße der Knotenbeschriftung auf mindestens 10 Punkt. Legen Sie
  die Größeneinstellung der dünnsten Kanten auf 6.0 Punkt und die der
  dicksten Kanten auf 15.0. fest. Sorgen Sie dafür, dass die
  Beschriftungen der Knoten sich nicht überlappen (Achtung, damit
  greifen Sie in die Netzwerkdaten ein. Sie müssen also zurück in den
  Bereich „Übersicht“). Exportieren Sie Ihr Netzwerk über die
  Gephi-eigene Exportfunktion und vergleichen Sie das Bild mit dem zuvor
  erstellten Screenshot aus dem Bereich „Übersicht“.
  Der Screenshot Ihres Netzwerkes wirkt sehr technisch und wie eine
  Rohversion des Netzwerkes. Die Qualität der Auflösung ist nicht
  zufriedenstellend. Im heruntergeladenen Bild ist die Schrift besser
  lesbar und die Kanten wirken klarer definiert. Die Auflösung ist
  höher. Dafür sind die Ausdehnungen des heruntergeladenen Bildes nach
  den äußeren Knoten (nicht nach deren Beschriftung) berechnet. Haben
  Sie sehr lange Knoten-Beschriftungen, kann es sein, dass diese am Rand
  abgeschnitten werden. Es kann darum besser sein, über die Funktion
  Ihres eigenen PCs einen Screenshot der Netzwerkvisualisierung im
  Bereich „Vorschau“ zu machen und diese Grafik für Ihre literarische
  Textanalyse weiter zu verwenden. Hier sehen Sie den Screenshot über
  die Screenshot-Funktion im Bereich „Vorschau“:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 32: Download des Netzwerkes im Bereich „Vorschau“
    (kein Screenshot)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="screenshot_Emilia.png" />
  </fig>
  <p><bold><italic>Aufgabe 5</italic></bold>: Öffnen Sie die
  heruntergeladene Datei in Gephi. Schauen Sie sich die Datentabellen
  an. Welche Unterschiede im Vergleich zum ersten Netzwerk fallen Ihnen
  auf? Gestalten Sie dann in den Bereichen „Übersicht“ und „Vorschau“
  ein Netzwerk, das in Ihren Augen die Erwähnungen in der Figurenrede
  gut veranschaulicht. Vergleichen Sie Ihre Visualisierung mit der
  Grafik des ersten Netzwerkes. Welche Ähnlichkeiten und Unterschiede
  fallen Ihnen auf?
  Die heruntergeladene Datei verzeichnet für die Knotentabelle lediglich
  eine automatisch vergebene ID in Form einer Zahl für jede Figur und
  das Label. Es sind keine zusätzlichen Angaben wie Geschlecht oder
  Anzahl gesprochener Wörter enthalten. Es handelt sich um eine in Gephi
  selbst angelegte Tabelle, die nur die absolut notwendigen Daten zur
  Netzwerkerstellung enthält. Auf der Kantentabelle sind Ursprung und
  Ziel jeweils in Form der Zahlen-IDs angegeben. Es handelt sich um ein
  gerichtetes Netzwerk, dessen Kanten das Attribut „spricht von“
  zugewiesen wurde. Ebenso gut hätte dieses Attribut mit „erwähnt“
  bezeichnet werden können. Die Zahlenwerte in der „weight“-Spalte sind
  wesentlich höher als diejenigen im Kopräsenz-Netzwerk.
  Eine mögliche fertige Netzwerkvisualisierung der Erwähnungen von
  Figuren in der Figurenrede könnte so aussehen:</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 33: Netzwerkvisualisierung der in der Figurenrede
    erwähnten Figuren mit folgenden Parametern: Knotengröße: Anzahl der
    Erwähnungen in der Figurenrede anderer Figuren (Eingangsgrad),
    Intensität der Knotenfarbe: Eingangsgrad und Anzahl der Erwähnungen
    anderer Figuren (Ausgangsgrad), Dicke und Farbintensität der Kanten:
    Gewicht, Layout: Force Atlas 2</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Bildschirmfoto_2019-04-26_um_13.31.30-p.png" />
  </fig>
  <p>Hier fällt zunächst auf, dass Marinelli weniger oft erwähnt oder
  angesprochen wird als andere Figuren, obwohl er im Verlauf des Dramas
  mit sehr vielen Figuren kopräsent ist. Emilia hat einen höheren
  Eingangsgrad, der jedoch geringer ist als der des Prinzen. Am
  häufigsten wird Hettore Gonzaga in der Figurenrede erwähnt. Die
  Bedienten spielen in der Figurenrede keine Rolle, sprechen selbst aber
  andere Figuren an oder sprechen über sie. Die Prinzessin Massa, die
  niemals mit einer der Figuren kopräsent ist, wird erwähnt (wenn auch
  nicht sehr häufig). Das Force Atlas Layout, das in dieser
  Visualisierung kaum manuell nachbearbeitet wurde, zeigt hier das enge
  Kräfte-Gefüge zwischen Emilia und ihrer Familie auf der einen und dem
  Prinzen und seinem Kammerdiener auf der anderen Seite. Figuren, die
  nicht so stark in dieses Gefüge integriert sind, werden vom Kern des
  Netzwerks entfernt dargestellt. Dazu gehören die Bedienten, Camillo
  Rota, Conti und Prinzessin Massa. Insgesamt sind die Abweichungen
  zwischen den beiden Netzwerken aber nicht so stark, wie man es
  vielleicht vermutet hätte. Trotzdem wird im Vergleich der beiden
  Netzwerke deutlich, dass sie jeweils einen interpretativen Blick auf
  das Drama ermöglichen. Dieser ist bedingt durch die Aufbereitung der
  Daten auf der einen Seite und die Anpassung des Netzwerkes auf der
  anderen Seite. Beide Netzwerke zeigen einen Überblick über die
  Figurenkonstellation und illustrieren bestimmte, vorher klar
  definierte Aspekte eines Werkes. Damit deutlich wird, dass eine
  Netzwerk-Visualisierung stets in einem interpretativen Vorgang der
  Datenaufbereitung entstanden ist, ist es sehr wichtig, bei jeder
  Netzwerk-Grafik die Parameter (z.B. Bedeutung von Knoten und Kanten,
  ihrer Farbgebung und Größe) mit anzugeben.</p>
</sec>
<sec id="externe-und-weiterführende-links">
  <title>Externe und weiterführende Links</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>Materialien zu dieser Lerneinheit (Emilia Galotti Annotationen,
      Knoten und Kanten):
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/https://zenodo.org/records/10519600">https://web.archive.org/https://zenodo.org/records/10519600</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 14.08.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>DraCor:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://dracor.org/">https://web.archive.org/save/https://dracor.org/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 14.08.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Gephi:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://gephi.org/users/download/">https://web.archive.org/save/https://gephi.org/users/download/</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 14.08.2024)</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="glossar">
  <title>Glossar</title>
  <def-list>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-annotation">Annotation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Annotation beschreibt die manuelle oder automatische
        Hinzufügung von Zusatzinformationen zu einem Text. Die manuelle
        Annotation wird händisch durchgeführt, während die
        (teil-)automatisierte Annotation durch
        <xref alt="Machine-Learning-Verfahren" rid="glossary-machine-learning">Machine-Learning-Verfahren</xref>
        durchgeführt wird. Ein klassisches Beispiel ist das
        automatisierte
        <xref alt="PoS-Tagging" rid="glossary-pos">PoS-Tagging</xref>
        (Part-of-Speech-Tagging), welches oftmals als Grundlage
        (<xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>)
        für weitere Analysen wie Named Entity Recognition (NER) nötig
        ist. Annotationen können zudem deskriptiv oder analytisch
        sein.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-default">Default</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das/der Default (engl. für Voreinstellung oder Standardwert)
        bezeichnet den Wert einer Softwareeinstellung oder einer
        Eingabevariable, der verwendet wird, falls Nutzer*innen selbst
        keinen Wert oder keine Einstellungen vornehmen. Es handelt sich
        also um die standardmäßig festgelegten Einstellungen eines Tools
        oder Programms. Per Default festgelegte Parameter lassen sich i.
        d. R. manuell umstellen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-kollokation">Kollokation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Als Kollokation bezeichnet man das häufige, gemeinsame
        Auftreten von Wörtern oder Wortpaaren in einem vordefinierten
        Textabschnitt.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Lemmatisierung von Textdaten gehört zu den wichtigen
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritten
        in der Textverarbeitung. Dabei werden alle Wörter
        (<xref alt="Token" rid="glossary-type-token">Token</xref>) eines
        Textes auf ihre Grundform zurückgeführt. So werden
        beispielsweise Flexionsformen wie „schneller“ und „schnelle“ dem
        Lemma „schnell“ zugeordnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-machine-learning">Machine
      Learning</styled-content></term>
      <def>
        <p>Machine Learning, bzw. maschinelles Lernen im Deutschen, ist
        ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Auf Grundlage
        möglichst vieler (Text-)Daten erkennt und erlernt ein Computer
        die häufig sehr komplexen Muster und Gesetzmäßigkeiten
        bestimmter Phänomene. Daraufhin können die aus den Daten
        gewonnen Erkenntnisse verallgemeinert werden und für neue
        Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten
        Daten verwendet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-named-entities">Named
      Entities</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine Named Entity (NE) ist eine Entität, oft ein Eigenname,
        die meist in Form einer Nominalphrase zu identifizieren ist.
        Named Entities können beispielsweise Personen wie „Nils
        Holgerson“, Organisationen wie „WHO“ oder Orte wie „New York“
        sein. Named Entities können durch das Verfahren der Named Entity
        Recognition (NER) automatisiert ermittelt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pos">POS</styled-content></term>
      <def>
        <p>PoS steht für <italic>Part of Speech</italic>, oder „Wortart“
        auf Deutsch. Das PoS-
        <xref alt="Tagging" rid="glossary-annotation">Tagging</xref>
        beschreibt die (automatische) Erfassung und Kennzeichnung von
        Wortarten in einem Text und ist of ein wichtiger
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritt,
        beispielsweise für die Analyse von
        <xref alt="Named Entities" rid="glossary-named-entities">Named
        Entities</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-preprocessing">Preprocessing</styled-content></term>
      <def>
        <p>Für viele digitale Methoden müssen die zu analysierenden
        Texte vorab „bereinigt“ oder „vorbereitet“ werden. Für
        statistische Zwecke werden Texte bspw. häufig in gleich große
        Segmente unterteilt (<italic>chunking</italic>), Großbuchstaben
        werden in Kleinbuchstaben verwandelt oder Wörter werden
        <xref alt="lemmatisiert" rid="glossary-lemmatisieren">lemmatisiert</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-query">Query</styled-content></term>
      <def>
        <p><italic>Query</italic> bedeutet „Abfrage“ oder „Frage“ und
        bezeichnet eine computergestützte Abfrage zur Analyse eines
        Textes. Um Datenbestände zu durchsuchen, werden Abfragesprachen
        eingesetzt, die <italic>Queries</italic> (Anfragen) an den
        Datenbestand senden. So bilden alle möglichen Queries zusammen
        die <italic>Query Language</italic> eines Tools.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-tagset">Tagset</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Tagset definiert die Taxonomie, anhand derer
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        in einem Projekt erstellt werden. Ein Tagset beinhaltet immer
        mehrere Tags und ggf. auch Subtags. Ähnlich der
        <xref alt="Type/Token" rid="glossary-type-token">Type/Token</xref>
        -Differenz in der Linguistik sind Tags deskriptive Kategorien,
        wohingegen Annotationen die einzelnen Vorkommnisse dieser
        Kategorien im Text sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-type-token">Type/Token</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Begriffspaar „Type/Token“ wird grundsätzlich zur
        Unterscheidung von einzelnen Vorkommnissen (Token) und Typen
        (Types) von Wörtern oder Äußerungen in Texten genutzt. Ein Token
        ist also ein konkretes Exemplar eines bestimmten Typs, während
        ein Typ eine im Prinzip unbegrenzte Menge von Exemplaren (Token)
        umfasst.
        Es gibt allerdings etwas divergierende Definitionen zur
        Type-Token-Unterscheidung. Eine präzise Definition ist daher
        immer erstrebenswert. Der Satz „Ein Bär ist ein Bär.“ beinhaltet
        beispielsweise fünf Worttoken („Ein“, „Bär“, „ist“, „ein“,
        „Bär“) und drei Types, nämlich: „ein“, „Bär“, „ist“. Allerdings
        könnten auch vier Types, „Ein“, „ein“, „Bär“ und „ist“, als
        solche identifiziert werden, wenn Großbuchstaben beachtet
        werden.</p>
      </def>
    </def-item>
  </def-list>
</sec>
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  <title>Bibliographie</title>
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  </ref>
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