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<journal-title>forTEXT</journal-title>
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<issn publication-format="electronic">2943-212X</issn>
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<publisher-name>Universitäts- und Landesbibliothek
Darmstadt</publisher-name>
<publisher-loc>Darmstadt</publisher-loc>
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<article-id pub-id-type="doi">10.48694/fortext.3757</article-id>
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<article-title>Ressourcenbeitrag: Tagset Narratologie
(histoire)</article-title>
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<contrib contrib-type="author">
<contrib-id contrib-id-type="orcid">0000-0001-7217-3136</contrib-id>
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<surname>Jacke</surname>
<given-names>Janina</given-names>
</name>
<email>jacke@ndl-medien.uni-kiel.de</email>
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<institution>Christian-Albrechts-Universität zu Kiel</institution>
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<pub-date date-type="pub" publication-format="electronic" iso-8601-date="2024-08-07">
<day>7</day>
<month>8</month>
<year>2024</year>
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<volume>1</volume>
<issue>4</issue>
<issue-title>Manuelle Annotation</issue-title>
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<event-desc>Erstveröffentlichung: 04.05.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/ressourcen/tagsets/tagset-narratologie-histoire">fortext.net</ext-link>
<date date-type="origdate" iso-8601-date="2020-05-04">
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<month>05</month>
<year>2020</year>
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<license-p>-This work is licensed under a Creative Commons
Attribution-ShareAlike 4.0 International License.</license-p>
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<p><bold>Erstveröffentlichung:</bold> 04.05.2020 auf <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://fortext.net/ressourcen/tagsets/tagset-narratologie-histoire">fortext.net</ext-link></p>
<sec id="kurzbeschreibung">
  <title>1. Kurzbeschreibung</title>
  <p>Das <xref alt="Tagset" rid="glossary-tagset">Tagset</xref>
  „Narratologie (histoire)“ ist für die Annotation
  (<xref alt="Jacke 2024a" rid="ref-jackeMethodenbeitragManuelleAnnotation2018" ref-type="bibr">Jacke
  2024a</xref>) narrativer Elemente in Texten geeignet. Es enthält
  grundlegende Kategorien für die Analyse der Geschichte
  (<italic>histoire</italic>, d. h. dem Inhalt der Erzählung), konkret
  für die Figuren- und Handlungsanalyse. Das Tagset erhalten Sie auf
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519654">Zenodo</ext-link>
  (<xref alt="forTEXT 2020b" rid="ref-fortextTagsetNarratologieHistoire2020" ref-type="bibr">forTEXT
  2020b</xref>).</p>
</sec>
<sec id="anwendungsbeispiel">
  <title>2. Anwendungsbeispiel</title>
  <p>Angenommen, Sie haben mithilfe des Tagsets „Narratologie
  (discours)“
  (<xref alt="forTEXT 2020a" rid="ref-fortextTagsetNarratologieDiscours2020" ref-type="bibr">forTEXT
  2020a</xref>;
  <xref alt="Jacke 2024b" rid="ref-jackeRessourcenbeitragTagsetNarratologie2020a" ref-type="bibr">Jacke
  2024b</xref>) bereits anhand eines kleinen
  <xref alt="Korpus" rid="glossary-korpus">Korpus</xref>
  deutschsprachiger Novellen des 18. Jahrhunderts im Rahmen einer ersten
  explorativen Studie untersucht, wie sich die Erzählweise in kürzeren
  narrativen Texten im Laufe des Jahrhunderts verändert hat.
  Möglicherweise interessiert Sie nun darüber hinaus, ob sich ebenfalls
  Entwicklungen hinsichtlich der Figurentypen, von denen
  deutschsprachige Novellen des 18. Jahrhunderts erzählen, feststellen
  lassen. Sie können hierfür die im Tagset Narratologie (histoire)
  enthaltenen Annotationskategorien für die Figurenanalyse nutzen und
  bei Bedarf erweitern. Mithilfe geeigneter Abfragen (vgl.
  <xref alt="Query" rid="glossary-query">Query</xref>) können Sie dann
  beispielsweise auch untersuchen, ob möglicherweise festgestellte
  Entwicklungen auf <italic>discours</italic>- und
  <italic>histoire</italic>-Ebene der Erzählungen miteinander
  korrelieren.</p>
</sec>
<sec id="diskussion">
  <title>3. Diskussion</title>
  <p>Wie auch im Beitrag zum Tagset „Narratologie (discours)“
  (<xref alt="Jacke 2024b" rid="ref-jackeRessourcenbeitragTagsetNarratologie2020a" ref-type="bibr">Jacke
  2024b</xref>) beschrieben, handelt es sich bei der Narratologie um
  eine geisteswissenschaftliche Disziplin, die vornehmlich Modelle für
  die Analyse von Erzählungen entwickelt. Hervorgegangen aus dem
  russischen Formalismus und dem französischen Strukturalismus, stellen
  vor allem viele der früheren Arbeiten beschreibende Analysekategorien
  zur Verfügung, deren Anwendung weitgehend ohne Rückgriff auf
  textexternes Wissen oder Interpretation auskommt.
  Während die von Genette
  (<xref alt="2007" rid="ref-genetteDiscoursRecit2007" ref-type="bibr">2007</xref>)
  im Rahmen seines strukturalistischen Ansatzes entwickelten Kategorien
  für die Analyse der Erzählweise immer noch häufig zur Anwendung
  kommen, finden detaillierte formalistisch-strukturalistische Modelle
  für die Analyse der Geschichte heute kaum mehr direkte praktische
  Anwendung. Starken Einfluss auf die theoretische Weiterentwicklung von
  Analysemodellen auf diesem Gebiet hat allerdings Propp
  (<xref alt="1975" rid="ref-proppMorphologieMarchens1975" ref-type="bibr">1975</xref>)
  <italic>Morphologie des Märchens</italic>, in der er eine Taxonomie
  typischer Figuren und Handlungselemente für die Gattung des russischen
  Zaubermärchens entwickelt. Viele der heute gebräuchlichen Arbeiten zur
  Analyse von Figuren und Handlung in erzählender Literatur integrieren
  neben strukturalistischen Elementen beispielsweise auch
  rezeptionstheoretische oder kognitionswissenschaftliche Erkenntnisse
  (<xref alt="Margolin 1983" rid="ref-margolinCharacterisationNarrativeTheoretical1983" ref-type="bibr">Margolin
  1983</xref>;
  <xref alt="Margolin 1990" rid="ref-margolinIndividualsNarrativeWorlds1990" ref-type="bibr">Margolin
  1990</xref>). Der Grund hierfür liegt darin, dass Leser*innen für die
  inhaltliche Analyse einer Erzählung stärker auf textexternes Wissen
  (u. a. auf psychologisches und Genrewissen) zurückgreifen müssen. Die
  Figuren- und Handlungsanalyse nähert sich dadurch etwas stärker einer
  (inhaltsspezifizierenden) Textinterpretation an als die Analyse der
  Form bzw. der Präsentationsweise
  (<xref alt="Jacke 2014" rid="ref-jackeThereContextFreeWay2014" ref-type="bibr">Jacke
  2014</xref>).
  Die im Tagset Narratologie (histoire) verwendeten Kategorien für die
  Figurenanalyse gehen auf Aspekte der Modelle von Hansen
  (<xref alt="2000" rid="ref-hansenKarakterensRolleAspekter2000" ref-type="bibr">2000</xref>)
  und von Jannidis
  (<xref alt="2012" rid="ref-jannidisCharacter2012" ref-type="bibr">2012</xref>),
  die für die Handlungsanalyse auf de Toro
  (<xref alt="1986" rid="ref-detoroZeitstrukturImGegenwartsroman1986" ref-type="bibr">1986</xref>)
  zurück. Die Operationalisierung der Kategorien in Form eines Tagsets
  für die manuelle Annotation basiert auf den Arbeiten von Gius
  (<xref alt="2015" rid="ref-giusErzahlenUberKonflikte2015" ref-type="bibr">2015</xref>)
  und Modrow
  (<xref alt="2016" rid="ref-modrowWieSongsErzahlen2016" ref-type="bibr">2016</xref>).
  Ein Teil der im Tagset enthaltenen Kategorien für die Figurenanalyse –
  insbesondere diejenigen für die Annotation von Figurenreferenz –
  können sinnvoll mit weiteren Verfahren der digitalen Literaturanalyse
  kombiniert werden. So kann beispielsweise für das automatische
  Auffinden bestimmter Formen der direkten Figurenreferenz Named Entity
  Recognition
  (<xref alt="Schumacher 2024c" rid="ref-schumacherMethodenbeitragNamedEntity2018" ref-type="bibr">Schumacher
  2024c</xref>) verwendet werden. Sind alle Figurenreferenzen annotiert
  worden, können die Beziehungen zwischen Figuren sodann auch durch das
  Verfahren der Netzwerkanalyse
  (<xref alt="Schumacher 2024b" rid="ref-schumacherMethodenbeitragNetzwerkanalyse2018" ref-type="bibr">Schumacher
  2024b</xref>) unterstützt werden.</p>
</sec>
<sec id="tagset">
  <title>4. Tagset</title>
  <p>Das Tagset ist auf
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519654">Zenodo</ext-link>
  als <xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref>-Datei verfügbar und
  kann in geeignete Tools (beispielsweise
  <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://catma.de">CATMA</ext-link>
  (<xref alt="Schumacher 2024a" rid="ref-schumacherToolbeitragCATMA2019" ref-type="bibr">Schumacher
  2024a</xref>)) importiert und dort verwendet werden. Abbildung 1 zeigt
  die im Tagset enthaltenen Tags in ihrer hierarchischen Struktur sowie
  die Properties (vgl.
  <xref alt="Property" rid="glossary-property">Property</xref>) und
  Values.</p>
  <fig>
    <caption><p>Abb. 1: Tagset Narratologie (histoire)</p></caption>
    <graphic mimetype="image" mime-subtype="png" xlink:href="Narratologie_p.png" />
  </fig>
</sec>
<sec id="richtlinien-zur-anwendung">
  <title>5. Richtlinien zur Anwendung</title>
  <p>Diese Richtlinien enthalten nur spezifische Anwendungshinweise für
  die Tags, die speziell für die Anwendung bei der Annotation vorgesehen
  sind. Im Falle der Tags für die Figurenanalyse sind das ausschließlich
  die Tags auf der untersten Hierarchieebene. Bei der Handlungsanalyse
  sind sowohl <italic>Handlungssequenz</italic> als auch
  <italic>Handlungssegment</italic> für die Annotation geeignet, obwohl
  erstere Kategorie auf einer höheren Hierarchieebene angeordnet ist.
  Hierarchisch höherliegende Kategorien dienen dagegen vor allem der
  Systematisierung.
  Im Folgenden werden die einzelnen Kategorien kurz definiert – für
  speziell zur Annotation vorgesehene Tags werden darüber hinaus
  Hinweise zur Länge der annotierten Passage und zu textuellen
  Indikatoren angegeben sowie i. d. R. ein Beispiel.</p>
  <p><italic>histoire</italic>: Die hier versammelten Kategorien dienen
  der Analyse des Inhalts von Erzählungen. Sofern Bedarf besteht, können
  den Annotationskategorien jeweils noch weitere Unterkategorien zur
  genaueren Analyse hinzugefügt werden</p>
  <sec id="figur">
    <title>5.1 Figur</title>
    <p><italic>Figur</italic>: Dieses Untertagset ist für die Analyse
    der Akteure in Erzählungen vorgesehen. Mit den im Folgenden
    vorgestellten Tags können Textstellen annotiert werden, in denen auf
    unterschiedliche Weise auf Figuren Bezug genommen wird oder Figuren
    näher ausgestaltet werden. Um welche Figur es in einer annotierten
    Passage jeweils geht, kann mithilfe der Property
    <italic>Figurenname</italic> festgehalten werden. Hier wird bei
    jeder Annotation als Propertywert der Name der relevanten Figur
    (oder alternativ eine andere aussagekräftige Kennzeichnung der
    Figur) eingefügt.</p>
    <p><italic>Referenzierung</italic>: Diese Kategorien für die
    Figurenanalyse dienen der Analyse der Bezugnahme auf eine Figur im
    Text.</p>
    <list list-type="bullet">
      <list-item>
        <p>Tag <italic>direkte Figurenreferenz</italic>: Eine direkte
        Figurenreferenz liegt vor, wenn mithilfe eines Ausdrucks
        explizit auf eine Figur Bezug genommen wird, beispielsweise
        mithilfe eines Eigennamens, einer Kennzeichnung oder eines
        Personalpronomens.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: i. d. R. ein Wort oder
            eine Wortfolge.</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: Eigennamen für Personen,
            Personalpronomina</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „<italic>Matteo</italic> wurde krank, die
            bösartigsten Blattern befielen <italic>ihn</italic>, und
            <italic>er</italic> mußte viel leiden“ (F. Hebbel: Matteo;
            Property <italic>Figurenname</italic> für jede Annotation
            mit dem Wert „Matteo“); „die ungewohnte Pracht, die
            <italic>das Mädchen</italic> umgab“ (F. Hebbel: Matteo;
            Property <italic>Figurenname</italic> mit dem Wert
            „Felicita“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>indirekte Figurenreferenz</italic>: Eine direkte
        Figurenreferenz liegt dann vor, wenn bspw. Anwesenheit oder
        Handlung einer Figur durch das Erzählte impliziert ist, also
        wenn beispielsweise eine Handlung (mithilfe einer
        Passivkonstruktion) wiedergegeben wird oder im Fall
        nicht-eingeleiteter Figurenrede.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: i. d. R. Teilsätze bis
            Absätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: Passivkonstruktionen, autonome
            Figurenrede</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiel: „und bin nun zu Hause, und <italic>die Lampe
            brennt</italic>, und <italic>die Zigarre ist
            angezündet</italic>“ (A. Schnitzler: Blumen; Property
            <italic>Figurenname</italic> für beide Annotationen mit dem
            Wert „Erzähler“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
    </list>
    <p><italic>Charakterisierung</italic>: Mithilfe dieser Tags für die
    Figurenanalyse kann analysiert werden, wie Figuren ausgestaltet sind
    und wie sie dargestellt werden.</p>
    <list list-type="bullet">
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Aussehen</italic>: Mit diesem Tag können Passagen
        annotiert werden, in denen das Äußere einer Figur beschrieben
        wird, zum Beispiel ihre äußere Erscheinung, ihre Physiognomie
        oder ihre Kleidung.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: i. d. R. mehrere Wörter
            bis mehrere Sätze.</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: beispielsweise Wörter aus den Wortfeldern
            <italic>Körper</italic> oder <italic>Kleidung</italic></p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „Sie war köstlicher geschmückt, als er sie zu
            irgendeiner Zeit, die höchsten Festtage nicht ausgenommen,
            erblickt hatte, ein reiches seidenes Kleid umfloß ihre edle
            Gestalt, und ein goldenes Kreuz, mit roten Edelsteinen
            besetzt, glänzte an ihrem Halse“ (F. Hebbel: Matteo;
            Property <italic>Figurenname</italic> mit dem Wert
            „Felicita“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Figurenhandeln</italic>: Mit diesem Tag werden
        Textstellen annotiert, in denen Figuren durch ihr Handeln
        charakterisiert werden, beispielsweise durch Motivation, Absicht
        oder Art der Handlung. Um festzuhalten, in welcher Hinsicht ihre
        Sprache sie charakterisiert, können nach Bedarf weitere
        Unterkategorien oder Properties eingefügt werden.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: i. d. R. mindestens
            Teilsätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: z. B. Aktionsverben</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „Bei dem Krippenmacher war es immer lustig,
            denn er und sein Sohn, ein flinker lachender Bursche von
            etwa vierzehn Jahren, waren Musikanten, und <italic>wenn die
            Monate heranrückten, wo die Krippenmacherei ruhte, da nahmen
            sie ihre Geigen und spielten an Sonntagen in den kleinen
            Schenken der Vorstadt zum Tanze auf</italic>“ (A. Christen:
            Nachbar Krippelmacher; Property <italic>Figurenname</italic>
            mit dem Wert „Krippelmacher“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Charaktereigenschaften</italic>: Dieser Tag dient
        der Annotation von Textstellen, in denen Figuren explizit
        Charaktereigenschaften zugeschrieben werden, beispielsweise
        durch einen Erzähler, durch andere Figuren oder durch sich
        selbst.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: einzelnes Wort bis mehrere
            Sätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: z. B. Adjektive aus dem Wortfeld
            <italic>Charakter</italic></p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „Matteo war ein junger Mann, der, obwohl von
            niedriger Herkunft, und nicht mit besonderen Talenten
            ausgestattet, sich durch seine Dienstbeflissenheit und sein
            stilles, bescheidenes Wesen angenehm zu machen und Vertrauen
            zu erwecken wußte“ (F. Hebbel: Matteo; Property
            <italic>Figurenname</italic> für alle Annotationen mit dem
            Wert „Matteo“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Sprache</italic>: Mit diesem Tag können Passagen
        annotiert werden, in denen Figuren durch die Sprache, die sie
        benutzen, oder durch den Inhalt des Gesagten charakterisiert
        werden. Um festzuhalten, in welcher Hinsicht ihre Sprache sie
        charakterisiert, können nach Bedarf weitere Unterkategorien oder
        Properties eingefügt werden.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: i. d. R. mindestens
            Teilsätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: Anführungszeichen, Verba dicendi</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „Jastersky, der blonde Unteroffizier, schreit
            endlich: »<italic>Also, entweder Sie kommen herunter oder
            Sie klettern hinauf, Gruber! Sonst melde ich dem Herrn
            Oberlieutenant…</italic>«“ (R. M. Rilke: Die Turnstunde;
            Property <italic>Figurenname</italic> mit dem Wert
            „Unteroffizier Jastersky“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>soziokulturelles Umfeld</italic>: Mit diesem Tag
        können Passagen annotiert werden, die der Charakterisierung
        einer Figur durch die Einflüsse ihres Umfeldes auf sie dienen.
        Dazu gehören beispielsweise Hinweise auf Herkunft, Erziehung,
        Sozialisierung oder die gesellschaftlichen Kreise, in denen eine
        Figur verkehrt.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: mindestens Teilsätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiele: „Unter einem Busch, in ärmliche Decken
            gehüllt, hatten sie ihn gefunden. Kein Mensch wußte, wer
            seine Eltern waren. Da man ihn nicht verkommen lassen
            konnte, taufte man ihn und übergab ihn einer Alten, die für
            seine Pflege etliche Lire von der Gemeinde erhielt“ (M.
            Janitschek: Poverino; Property <italic>Figurenname</italic>
            mit dem Wert „Gaetano“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
    </list>
  </sec>
  <sec id="handlung">
    <title>5.2 Handlung</title>
    <p><italic>Handlung</italic>: Die hier versammelten Kategorien zur
    Analyse der <italic>histoire</italic>, also des Inhalts des
    Erzählten, sind für die Untersuchung der Handlung vorgesehen, also
    der Zustandsveränderungen bzw. Ereignisse, an denen typischerweise
    Figuren als Handlungsträger*innen mitwirken.</p>
    <list list-type="bullet">
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Handlungssequenz</italic>: Eine Handlungssequenz
        zeichnet sich vornehmlich dadurch aus, dass sie aus miteinander
        verknüpften Ereignissen besteht, dass ihr bestimmte Figuren
        zugeordnet sind und sie über eine spezifische zeitliche und
        räumliche Dimension verfügt. Die Verwendung des Tags
        <italic>Handlungssequenz</italic> ist vor allem dann sinnvoll,
        wenn sich in einer Erzählung mehrere Handlungssequenzen finden,
        die sich beispielsweise abwechseln. Wann immer eine
        zusammenhängende Passage ausgemacht werden kann, in der von den
        Ereignissen einer Handlungssequenz berichtet wird, wird diese
        mit einer <italic>Handlungssequenz</italic>-Annotation versehen.
        Für jede Annotation wird für die Property _Sequenzkennzeichnun_g
        ein eindeutiger Name oder eine Nummer vergeben, um die
        Handlungssequenz zu bezeichnen.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: mindestens Halbsätze,
            typischerweise Absätze oder ganze Kapitel</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Indikatoren: (für den Wechsel zwischen
            Handlungssequenzen) Worte wie „währenddessen“,
            „unterdessen“, „in der Zwischenzeit“; ggf. Wechsel der
            Fokalisierung zwischen Figuren, erkennbar an anderen
            vorkommenden Figurennamen; zeitlicher/räumlicher Wechsel,
            erkennbar u. a. an Zeitausdrücken, die größere Zeitsprünge
            ausdrücken, oder neuen Ortsnamen; insbesondere eine
            Kombination dieser Indikatoren.</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiel: „Dieses Anerbieten kam Georgen erwünscht. Ein
            Wort gab das andere, und mein Schelm von Diener, der an
            meinen Pariser Streichen großen Anstoß genommen hatte,
            erzählte Alles, was er von meiner dortigen Lebensart wußte,
            und pries sich glücklich, daß die Noth mich endlich triebe,
            eine so angenehme Zuflucht zu wählen. Mir aber verschwieg er
            aus guten Gründen Alles. Victoire, die mit der Frau
            desselben Kaufmanns in Paris war, erfuhr bei ihrer
            Zurückkunft, welche Nachrichten von dem deutschen Bräutigam
            eingegangen waren […]“ (A. Kähler: Die drei Schwestern; bis
            „wählen“: Property <italic>Sequenzkennzeichnung</italic> mit
            Wert „Nebenhandlung Diener und Schwestern“ oder Zahlenwert
            „2“; von „mir“ bis „alles“: Property
            <italic>Sequenzbezeichnung</italic> mit Wert „Haupthandlung
            Bräutigam“ oder Zahlenwert „1“; ab „Victoire“: Property
            <italic>Sequenzkennzeichnung</italic> mit Wert
            „Nebenhandlung Diener und Schwestern“ oder Zahlenwert
            „2“)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
      <list-item>
        <p>Tag <italic>Handlungssegment</italic>: Der Tag
        <italic>Handlungssegment</italic> ist ein Untertag zu
        <italic>Handlungssequenz</italic>. Ein Handlungssegment ist
        dementsprechend ein Teil einer Handlungssequenz, der einer
        bestimmten Handlungssequenz eindeutig zugeordnet ist. Mit dem
        Tag werden Passagen annotiert, die von einem einzelnen Ereignis
        bzw. der Einzelaktion einer Figur berichten. Besonders fruchtbar
        kann dieser Tag sein, um Einzelereignisse zu annotieren, denen
        eine besondere Relevanz für den Verlauf der dazugehörigen
        Handlungssequenz zugeschrieben wird.</p>
        <list list-type="bullet">
          <list-item>
            <p>Länge der annotierten Passage: mindestens ein Teilsatz,
            typischerweise einer oder mehrere Sätze</p>
          </list-item>
          <list-item>
            <p>Beispiel: „Ein Wort gab das andere, und mein Schelm von
            Diener, der an meinen Pariser Streichen großen Anstoß
            genommen hatte, erzählte Alles, was er von meiner dortigen
            Lebensart wußte, und pries sich glücklich, daß die Noth mich
            endlich triebe, eine so angenehme Zuflucht zu wählen“ (A.
            Kähler: Die drei Schwestern; Property
            <italic>Segmentkennzeichnung</italic> mit Wert „Diener Georg
            erzählt vom Verhalten des Erzählers in Paris“ oder
            Zahlenwert)</p>
          </list-item>
        </list>
      </list-item>
    </list>
  </sec>
</sec>
<sec id="externe-und-weiterführende-links">
  <title>Externe und weiterführende Links</title>
  <list list-type="bullet">
    <list-item>
      <p>CATMA:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://catma.de">https://web.archive.org/save/https://catma.de</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 03.07.2024)</p>
    </list-item>
    <list-item>
      <p>Tagset „Narratologie (discours)“ auf Zenodo:
      <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://web.archive.org/save/https://zenodo.org/records/10519654">https://web.archive.org/save/https://zenodo.org/records/10519654</ext-link>
      (Letzter Zugriff: 03.07.2024)</p>
    </list-item>
  </list>
</sec>
<sec id="glossar">
  <title>Glossar</title>
  <def-list>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-annotation">Annotation</styled-content></term>
      <def>
        <p>Annotation beschreibt die manuelle oder automatische
        Hinzufügung von Zusatzinformationen zu einem Text. Die manuelle
        Annotation wird händisch durchgeführt, während die
        (teil-)automatisierte Annotation durch
        <xref alt="Machine-Learning-Verfahren" rid="glossary-machine-learning">Machine-Learning-Verfahren</xref>
        durchgeführt wird. Ein klassisches Beispiel ist das
        automatisierte
        <xref alt="PoS-Tagging" rid="glossary-pos">PoS-Tagging</xref>
        (Part-of-Speech-Tagging), welches oftmals als Grundlage
        (<xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>)
        für weitere Analysen wie Named Entity Recognition (NER) nötig
        ist. Annotationen können zudem deskriptiv oder analytisch
        sein.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-browser">Browser</styled-content></term>
      <def>
        <p>Mit Browser ist in der Regel ein Webbrowser gemeint, also ein
        Computerprogramm, mit dem das Anschauen, Navigieren auf, und
        Interagieren mit Webseiten möglich wird. Am häufigsten genutzt
        werden dafür Chrome, Firefox, Safari oder der Internet
        Explorer.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-feature">Feature</styled-content></term>
      <def>
        <p>Unter Features können Einzelfunktionen eines Tools verstanden
        werden, die beispielsweise komplexe Funktionen wie die
        Visualisierung eines Textes als
        <xref alt="Wordcloud" rid="glossary-wordcloud">Wordcloud</xref>
        ermöglichen, oder auch kleinere Funktionseinheiten wie den
        Abgleich einzelner Spracheigenschaften
        (<xref alt="Properties" rid="glossary-property">Properties</xref>)
        mit
        <xref alt="annotierten" rid="glossary-annotation">annotierten</xref>
        Beispieltexten darstellen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-html">HTML</styled-content></term>
      <def>
        <p>HTML steht für <italic>Hypertext Markup Language</italic> und
        ist eine textbasierte Auszeichnungssprache zur Strukturierung
        elektronischer Dokumente. HTML-Dokumente werden von
        <xref alt="Webbrowsern" rid="glossary-browser">Webbrowsern</xref>
        dargestellt und geben die Struktur und Online-Darstellung eines
        Textes vor. HTML-Dateien können außerdem zusätzliche
        <xref alt="Metainformationen" rid="glossary-metadaten">Metainformationen</xref>
        enthalten, die auf einer Webseite selbst nicht ersichtlich
        sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-korpus">Korpus</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Textkorpus ist eine Sammlung von Texten. Korpora (Plural
        für „das Korpus“) sind typischerweise nach Textsorte, Epoche,
        Sprache oder Autor*in zusammengestellt.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-lemmatisieren">Lemmatisieren</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Lemmatisierung von Textdaten gehört zu den wichtigen
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritten
        in der Textverarbeitung. Dabei werden alle Wörter
        (<xref alt="Token" rid="glossary-type-token">Token</xref>) eines
        Textes auf ihre Grundform zurückgeführt. So werden
        beispielsweise Flexionsformen wie „schneller“ und „schnelle“ dem
        Lemma „schnell“ zugeordnet.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-machine-learning">Machine
      Learning</styled-content></term>
      <def>
        <p>Machine Learning, bzw. maschinelles Lernen im Deutschen, ist
        ein Teilbereich der künstlichen Intelligenz. Auf Grundlage
        möglichst vieler (Text-)Daten erkennt und erlernt ein Computer
        die häufig sehr komplexen Muster und Gesetzmäßigkeiten
        bestimmter Phänomene. Daraufhin können die aus den Daten
        gewonnen Erkenntnisse verallgemeinert werden und für neue
        Problemlösungen oder für die Analyse von bisher unbekannten
        Daten verwendet werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup">Markup
      (Textauszeichung)</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die Textauszeichnung (eng. <italic>Markup</italic>) fällt in
        den Bereich der Daten- bzw. Textverarbeitung, genauer in das
        Gebiet der Textformatierung, welche durch
        <xref alt="Auszeichnungssprachen" rid="glossary-markup-language">Auszeichnungssprachen</xref>
        wie <xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref> implementiert
        wird. Dabei geht es um die Beschreibung, wie einzelne Elemente
        eines Textes beispielsweise auf Webseiten grafisch dargestellt
        werden sollen.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-markup-language">Markup
      Language</styled-content></term>
      <def>
        <p>Markup Language bezeichnet eine maschinenlesbare
        Auszeichnungssprache, wie z.B.
        <xref alt="HTML" rid="glossary-html">HTML</xref>, zur
        Formatierung und Gliederung von Texten und anderen Daten. So
        werden beispielsweise auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        durch ihre Digitalisierung oder ihre digitale Erstellung zu
        Markup, indem sie den Inhalt eines Dokumentes strukturieren.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-metadaten">Metadaten</styled-content></term>
      <def>
        <p>Metadaten oder Metainformationen sind strukturierte Daten,
        die andere Daten beschreiben. Dabei kann zwischen
        administrativen (z. B. Zugriffsrechte, Lizenzierung),
        deskriptiven (z. B. Textsorte), strukturellen (z. B. Absätze
        oder Kapitel eines Textes) und technischen (z. B. digitale
        Auflösung, Material) Metadaten unterschieden werden. Auch
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        bzw.
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup-language">Markup</xref>
        sind Metadaten, da sie Daten/Informationen sind, die den
        eigentlichen Textdaten hinzugefügt werden und Informationen über
        die Merkmale der beschriebenen Daten liefern.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-named-entities">Named
      Entities</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine Named Entity (NE) ist eine Entität, oft ein Eigenname,
        die meist in Form einer Nominalphrase zu identifizieren ist.
        Named Entities können beispielsweise Personen wie „Nils
        Holgerson“, Organisationen wie „WHO“ oder Orte wie „New York“
        sein. Named Entities können durch das Verfahren der Named Entity
        Recognition (NER) automatisiert ermittelt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-pos">POS</styled-content></term>
      <def>
        <p>PoS steht für <italic>Part of Speech</italic> , oder
        „Wortart“ auf Deutsch. Das PoS-
        <xref alt="Tagging" rid="glossary-annotation">Tagging</xref>
        beschreibt die (automatische) Erfassung und Kennzeichnung von
        Wortarten in einem Text und ist of ein wichtiger
        <xref alt="Preprocessing" rid="glossary-preprocessing">Preprocessing</xref>-Schritt,
        beispielsweise für die Analyse von
        <xref alt="Named Entities" rid="glossary-named-entities">Named
        Entities</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-preprocessing">Preprocessing</styled-content></term>
      <def>
        <p>Für viele digitale Methoden müssen die zu analysierenden
        Texte vorab „bereinigt“ oder „vorbereitet“ werden. Für
        statistische Zwecke werden Texte bspw. häufig in gleich große
        Segmente unterteilt (<italic>chunking</italic>), Großbuchstaben
        werden in Kleinbuchstaben verwandelt oder Wörter werden
        <xref alt="lemmatisiert" rid="glossary-lemmatisieren">lemmatisiert</xref>.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-property">Property</styled-content></term>
      <def>
        <p>Property steht für „Eigenschaft“, „Komponente“ oder
        „Attribut“. In der automatischen
        <xref alt="Annotation" rid="glossary-annotation">Annotation</xref>
        dienen konkrete Worteigenschaften wie Groß- und Kleinschreibung
        zur Klassifizierung von Wörtern oder Phrasen. Durch die
        Berücksichtigung solcher Eigenschaften in den
        <xref alt="Features" rid="glossary-feature">Features</xref>
        eines Tools kann
        <xref alt="maschinelles Lernen" rid="glossary-machine-learning">maschinelles
        Lernen</xref> bestimmter Phänomene umgesetzt werden. In der
        manuellen Annotation können als Properties auch Eigenschaften
        von
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        benannt werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-query">Query</styled-content></term>
      <def>
        <p><italic>Query</italic> bedeutet „Abfrage“ oder „Frage“ und
        bezeichnet eine computergestützte Abfrage zur Analyse eines
        Textes. Um Datenbestände zu durchsuchen, werden Abfragesprachen
        eingesetzt, die <italic>Queries</italic> (Anfragen) an den
        Datenbestand senden. So bilden alle möglichen Queries zusammen
        die <italic>Query Language</italic> eines Tools.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-tagset">Tagset</styled-content></term>
      <def>
        <p>Ein Tagset definiert die Taxonomie, anhand derer
        <xref alt="Annotationen" rid="glossary-annotation">Annotationen</xref>
        in einem Projekt erstellt werden. Ein Tagset beinhaltet immer
        mehrere Tags und ggf. auch Subtags. Ähnlich der
        <xref alt="Type/Token" rid="glossary-type-token">Type/Token</xref>
        -Differenz in der Linguistik sind Tags deskriptive Kategorien,
        wohingegen Annotationen die einzelnen Vorkommnisse dieser
        Kategorien im Text sind.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-tei">TEI</styled-content></term>
      <def>
        <p>Die <italic>Text Encoding Initiative</italic> (TEI) ist ein
        Konsortium, das gemeinsam einen Standard für die Darstellung von
        Texten in digitaler Form entwickelt. Die TEI bietet
        beispielsweise Standards zur Kodierung von gedruckten Werken und
        zur Auszeichnung von sprachlichen Informationen in
        maschinenlesbaren Texten (siehe auch
        <xref alt="XML" rid="glossary-xml">XML</xref> und
        <xref alt="Markup" rid="glossary-markup">Markup</xref>).</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-type-token">Type/Token</styled-content></term>
      <def>
        <p>Das Begriffspaar „Type/Token“ wird grundsätzlich zur
        Unterscheidung von einzelnen Vorkommnissen (Token) und Typen
        (Types) von Wörtern oder Äußerungen in Texten genutzt. Ein Token
        ist also ein konkretes Exemplar eines bestimmten Typs, während
        ein Typ eine im Prinzip unbegrenzte Menge von Exemplaren (Token)
        umfasst.
        Es gibt allerdings etwas divergierende Definitionen zur
        Type-Token-Unterscheidung. Eine präzise Definition ist daher
        immer erstrebenswert. Der Satz „Ein Bär ist ein Bär.“ beinhaltet
        beispielsweise fünf Worttoken („Ein“, „Bär“, „ist“, „ein“,
        „Bär“) und drei Types, nämlich: „ein“, „Bär“, „ist“. Allerdings
        könnten auch vier Types, „Ein“, „ein“, „Bär“ und „ist“, als
        solche identifiziert werden, wenn Großbuchstaben beachtet
        werden.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-wordcloud">Wordcloud</styled-content></term>
      <def>
        <p>Eine <italic>Wordcloud</italic> , oder auch Schlagwortwolke,
        ist eine Form der Informationsvisualisierung, beispielsweise von
        Worthäufigkeiten in einem Text oder einer Textsammlung. Dabei
        werden unterschiedlich gewichtete Wörter, wie die häufigsten
        Wörter, i.d.R. größer oder auf andere Weise hervorgehoben
        dargestellt. Die horizontale/vertikale Ausrichtung und die Farbe
        der dargestellten Wörter hat meistens allerdings keinen
        semantischen Mehrwert.</p>
      </def>
    </def-item>
    <def-item>
      <term><styled-content id="glossary-xml">XML</styled-content></term>
      <def>
        <p>XML steht für <italic>Extensible Markup Language</italic> und
        ist eine Form von
        <xref alt="Markup Language" rid="glossary-markup-language">Markup
        Language</xref>, die sowohl computer- als auch menschenlesbar
        und hochgradig anpassbar ist. Dabei werden Textdateien
        hierarchisch strukturiert dargestellt und Zusatzinformationen i.
        d. R. in einer anderen Farbe als der eigentliche (schwarz
        gedruckte) Text dargestellt. Eine standardisierte Form von XML
        ist das <xref alt="TEI" rid="glossary-tei">TEI</xref>-XML.</p>
      </def>
    </def-item>
  </def-list>
</sec>
</body>
<back>
<ref-list>
  <title>Bibliographie</title>
  <ref id="ref-detoroZeitstrukturImGegenwartsroman1986">
    <mixed-citation>de Toro, Alfonso. 1986. <italic>Die Zeitstruktur im
    Gegenwartsroman: am Beispiel von G. García-Márquez’ Cien años de
    soledad, M. Vargas-Llosas La casa verde &amp; A. Robbe-Grillets La
    maison de rendez-vous</italic>. Tübingen: Narr.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-fortextTagsetNarratologieDiscours2020">
    <mixed-citation>forTEXT. 2020a. Tagset Narratologie (discours).
    Zenodo, 27. Januar. doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.5281/zenodo.105196488">10.5281/zenodo.105196488</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519648">https://zenodo.org/records/10519648</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-fortextTagsetNarratologieHistoire2020">
    <mixed-citation>———. 2020b. Tagset Narratologie (histoire). Zenodo,
    4. Mai. doi:
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://doi.org/10.5281/zenodo.10519654">10.5281/zenodo.10519654</ext-link>,
    <ext-link ext-link-type="uri" xlink:href="https://zenodo.org/records/10519654">https://zenodo.org/records/10519654</ext-link>.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-genetteDiscoursRecit2007">
    <mixed-citation>Genette, Gérard. 2007. <italic>Discours du
    récit</italic>. Points Essais 581. Paris: Éd. du
    Seuil.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-giusErzahlenUberKonflikte2015">
    <mixed-citation>Gius, Evelyn. 2015. <italic>Erzählen über Konflikte:
    Ein Beitrag zur digitalen Narratologie</italic>. Bd. 46.
    Narratologia. Berlin; Boston: De Gruyter.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-hansenKarakterensRolleAspekter2000">
    <mixed-citation>Hansen, Per Krogh. 2000. <italic>Karakterens rolle:
    aspekter af en litterær karakterologi</italic>. Holte:
    Medusa.</mixed-citation>
  </ref>
  <ref id="ref-jackeThereContextFreeWay2014">
    <mixed-citation>Jacke, Janina. 2014. Is There a Context-Free Way of
    Understanding Texts? The Case of Structuralist Narratology.
    <italic>Journal of Literary Theory</italic> 8, Nr. 1 (1. Januar):
    118–139. doi:
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